Chronology

Achtung! In Bearbeitung. Die Liste erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit und Genauigkeit hinsichtlich der Ereignisse in Europa, auf dem Westbalkan und in Kosovo. Eine englische Version ist geplant. Jegliche Nutzung dieser Chronik bedarf der vorherigen schriftlichen Genehmigung des Autors. Für Hinweise, Korrekturen oder Feedback bin ich sehr dankbar. (Attention! Work in progress. This list is not intended to be exhaustive regarding events in Europe, the Western Balkans and Kosovo. An English version is planned for the future. Any use of this timeline requires the prior written consent of the author. I am very grateful for hints, corrections or feedback.)

August 2015 Zweite Westbalkan-Konferenz in Wien der Staats- und Regierungschefs sowie der Außen- und Wirtschaftsminister der Westbalkan-Staaten mit der EU und dem gastgebenden EU-Staat Österreich; Zielstellung: Wahrung der Beitrittsperspektive und Vorantreiben der demokratischen und ökonomischen Transformation der Westbalkan-Staaten.
30. Juni 2015 Bundeskanzlerin Merkel betont erneut, dass die EU-Annäherung sowohl Kosovos als auch Serbiens von der Normalisierung der bilateralen Beziehungen zwischen Prishtina und Belgrad abhängt.
26. Juni 2015 Kosovo-Parlament lehnt Aufnahme von Verfassungszusätzen für die Einrichtung eines Sondertribunals zur Untersuchung der UCK-Kriegsverbrechen im Kosovo-Krieg ab.
Juni 2015 Der Global Peace Index 2015 stuft Kosovo (69.), nach Mazedonien (71.), als instabilstes Land des Westbalkans ein; Montenegro wird danach auf Rang 57 eingestuft, Kroatien auf 27, Serbien auf 46, Albanien 52 und Bosnien auf 53.
1. Juni 2015 Inkrafttreten des Stabilisierungs- und Assoziierungsabkommen (SAA) zwischen Europäischer Union und Bosnien-Herzegowina.
24. Mai 2015 Kosovo wird vollwertiges parlamentarisches Mitglied des Südosteuropäischen Kooperationsprozesses (SEECP), an dem nun 13 Staaten teilnehmen (Albanien, Bosnien-Herzegowina, Bulgarien, Griechenland, Kosovo, Mazedonien, Rumänien, Serbien, Türkei, Kroatien, Moldau, Montenegro, Slowenien).
10. Mai 2015 Feuergefechte in Kumanovo, Nord-Mazedonien nahe der Grenze zu Kosovo, zwischen mazedonischen Polizisten und albanischen Kämpfern mit zahlreichen Toten und Verletzten.
30. April 2015 EU-Kommission nimmt den Entwurf für das Stabilisierungs- und Assoziierungsabkommen (SAA) mit Kosovo an und übergibt diesen dem Europäischen Rat zur Beratung. Anschließend muss das EP dem Vorschlag zustimmen, bevor das SAA wie vorgesehen im Jahr 2016 in Kraft treten kann.
15. April 2015 Kosovo wird vorläufiges Mitglied mit vollen Rechten und Pflichten im Leichtathletik-Weltverband IAAF.
14. April 2015 Veröffentlichung des Untersuchungsberichts über die Bestechungsvorwürfe gegenüber Mitarbeitern der EULEX-Mission in Kosovo, verfasst vom Rechtsexperten Jean-Paul Jacqué im Auftrag der EU-Außenbeauftragten Mogherini; keine Belege für Korruptionsanschuldigungen, jedoch Offenlegung deutlicher struktureller Defizite bei der EULEX-Mission: ineffizienter Einsatz von Ressourcen, schwache interne Rechenschaftspflicht, unzureichende externe Überwachung, schwache justizielle Unabhängigkeit.
26. März 2015 Serbien schließt seinen Screening-Prozess ab und ist somit für die Öffnung von Verhandlungskapiteln bereit.
25. März 2015 Multilaterale Konferenz der Außen- und Transportminister von 6 Westbalkanstaaten (WB6) in Prishtina, Kosovo, mit dem Ziel der Vereinbarung grenzüberschreitender Infrastrukturprojekte; zum ersten Mal besucht ein serbischer Minister die Republik Kosovo auf Einladung Prishtinas.
23. März 2015 Zweite gemeinsame intergouvernementale Sitzung der Regierungen Albaniens und Kosovos in Tirana, Albanien (nach der ersten Sitzung im Januar 2014 in Prizren, Kosovo); Abschluss mehrerer bilateraler Abkommen in den Bereichen Wirtschaft, Zoll und Tourismus.
18. März 2015 Serbien unterzeichnet den Individuellen Partnerschaftsaktionsplan (Individual Partnership Action Plan, IPAP) mit der NATO, das die höchste Partnerschaftsstufe eines Nicht-Mitgliedsstaats mit der NATO darstellt – nur wenige Tage vor dem 16. Jahrestag des Beginns der NATO-Luftangriffe gegen die damalige Bundesrepublik Jugoslawien (24. März 1999).
16. März 2015 Europäischer Rat stimmt dem Inkrafttreten des SAA mit Bosnien-Herzegowina, das 16. Juni 2008 unterzeichnet wurde.
12. März 2015 Island zieht offiziell den Beitrittsantrag zur Europäischen Union zurück, den es 2009 gestellt hatte. Island ist weiterhin Teil des Europäischen Wirtschaftsraumes (EWR) und der Schengen-Zone.
11. März 2015 Hohe Zustimmung des Europäisches Parlaments zum Resolutionsentwurf (zuvor mit breiter Mehrheit im AFET angenommen) zur Fortführung des Prozesses der europäischen Integration Kosovos, eingebracht von der Kosovo-Sonderberichterstatterin Ulrike Lunacek im Namen des Ausschusses für auswärtige Angelegenheiten (AFET); Forderung nach Abschluss des Stabilisierungs- und Assoziierungsabkommens (SAA) und Umsetzung der Visaliberalisierung Kosovos sowie Aufforderung zur Anerkennung Kosovos durch die fünf nichtanerkennenden EU-Staaten.
24. Februar 2015 Der Antrag für eine Resolution über den Integrationsprozess Kosovo durch den Ausschuss für auswärtige Angelegenheiten (AFET) des Europäischen Parlaments, eingebracht durch Ulrike Lunacek, wurde mit klarer Mehrheit angenommen; dieser fordert den Rat dazu auf, das SAA mit Kosovo zeitnah zu unterzeichnen, um Anreize für Reformen zu schaffen und die Stabilität in der Region zu erhöhen; zudem fordert der Antrag Prishtina auf, die Rechtsstaatlichkeit zu stärken, justizielle Unabhängigkeit zu gewährleisten, Arbeitslosigkeit, Korruption und organisierte Kriminalität zu bekämpfen und strukturelle ökonomische Reformen zu stärken; er fordert volle Transparenz in der Untersuchung der Korruptionsvorwürfe innerhalb von EULEX, um die Glaubwürdigkeit der EU wiederherzustellen.
18. Februar 2015 EU-Erweiterungskommissar Hahn prognostiziert, dass das Stabilisierungs- und Assoziierungsabkommen (SAA) mit Kosovo im Frühling (Mai 2015) unterzeichnet und im Herbst 2015 beschlossen wird sowie Anfang 2016 in Kraft tritt; das SAA wird die EU zum ersten Mal nicht durch jedes EU-Mitgliedsland einzeln, sondern gemeinsam als eine Entität unterzeichnen, um die Uneinigkeit bei der Anerkennung Kosovos zu umgehen (differenzierter SAP Kosovos); die Verhandlungen zwischen EU und Kosovo über das SAA gingen von Oktober 2013 bis Mai 2014; das SAA wurde im Juni 2014 paraphier; SAA: “Its main elements are enhancing trade between the EU and Kosovo, the obligation for Kosovo to align its legislation with the EU acquis in a broad range of sectors, and the possibility to develop a political dialogue between the EU and Kosovo.” (Fortschrittsbericht Kosovo 2014, S. 4)
9. Februar 2015 Fortsetzung des Brüsseler Normalisierungsdialogs zwischen Prishtina und Belgrad (nach 10-monatiger Unterbrechung) unter Führung der neuen HR/VP Mogherini mit den Themen des Justizsystems in Nordkosovo innerhalb des kosovarischen Rechtsrahmens, die Auflösung der serbischen Parallelstrukturen sowie der Einrichtung der internationalen Telefonvorwahl für Kosovo; Abkommen über das Justizsystem in Nordkosovo erreicht; bilateraler Eigentumsstreit um den Trepča-Minenkomplex wird (offiziell) ausgeklammert.
Ende Januar 2015 Proteste mit Ausschreitungen in Prishtina, Kosovo, gegen die neue kosovarische Regierung; Auslöser sind die Äußerungen des serbisch-kosovarischen Arbeitsministers Aleksandar Jablanovic, einer von drei serbischen Ministern im kosovarischen Regierungskabinett, über kosovo-albanische Demonstranten, sowie die nicht erfolgte Verstaatlichung des Trepča-Minenkomplexes aufgrund von Eigentumsstreitigkeiten mit Serbien; Entscheidung über die Trepča-Verstaatlichung wurde am 19. Januar im kosovarischen Parlament vertagt.
7. Januar 2015 Schwerer, islamistischer Terroranschlag in Paris auf die Redaktion der Satire-Zeitung “Charlie Hebdo” und einen Supermarkt für koschere Waren.
seit Januar 2015 Ansteigende Flüchtlingswelle aus Kosovo (meist über Serbien und Ungarn) in den Schengenraum, zumeist Mitteleuropa (Deutschland); ca. 20.000 Kosovaren verlassen Kosovo pro Monat; größte Migrationsbewegungen aus Kosovo seit dem Krieg 1998/99; Serbien lässt Kosovaren mit kosovarischen Reisepässen seit September 2014 gemäß des April-Abkommens (bilaterale Reisefreiheit für Kosovaren und Serben) einreisen; Deutschland beschleunigt das Asylverfahren und entsendet Bundespolizisten zur Unterstützung an die serbisch-ungarische Schengengrenze.
9. Dezember 2014 Bekim Collaku, promovierter Wissenschaftler am Centre for EU Studies, wird zum Minister für Europäische Integration in der neuformierten Regierung Kosovos ernannt; zuvor Kabinettschef des kosovarischen Ministerpräsidenten; Collakus wissenschaftliches Forschungsfeld: die Effekte der Europäisierung auf die regionale Stabilität auf dem Westlichen Balkan, insbesondere Kosovo und Serbien.
9. Dezember 2014 Das Internationale Olympische Komitee hat Kosovo als vollständiges Mitglied anerkannt (205. Mitglied), wodurch Kosovo eine unabhängige Mannschaft zu den Olympischen Spielen in Brasilien 2016 schicken kann.
8. Dezember 2014 Regierungsbildung in Kosovo: Isa Mustafa (LDK) wird neuer Ministerpräsident, Hashim Thaçi (PDK) neuer Außenminister.
Dezember 2014 Kosovo vergibt ab sofort biometrische Reisepässe und Personalausweise.
20. November 2014 PDK und LDK verständigen sich auf Bildung einer Regierungskoalition (Große Koalition) mit 87 von 120 Sitzen; vorläufige Beendigung des politischen Deadlocks seit den Parlamentswahlen am 8. Juni 2014.
10. November 2014 Albaniens Premierminister Edi Rama trifft in Belgrad den serbischen Premier Aleksander Vucic; der erste Besuch eines albanischen Premiers in Serbien seit 68 Jahren, als Enver Hoxha 1946 Josip Broz Tito traf; nach dem Bruch Jugoslawiens mit der Sowjetunion froren die Beziehungen zu Albanien ein.
ab 31. Oktober 2014 Schwerer Korruptionsverdacht gegenüber internationalen EULEX-Juristen der EU-Mission Kosovo; die neue EU-Außenbeauftragte Mogherini setzt am 10.11.2014 den Chefermittler Jean-Paul Jacqué zur Untersuchung der Verdachtsfälle ein; Ermittlungsbericht für Ende März 2015 erwartet.
23. Oktober 2014 Erstmaliger Besuch eines Außenministers der Republik Kosovo in Belgrad; Enver Hoxhaj nimmt in Serbien an einem Westbalkan-Treffen teil und nennt dies ein “historisches Ereignis”.
22. Oktober 2014 Provisorische Anerkennung Kosovos durch das Exekutiv Board des Internationalen Olympischen Komitees (IOC), wodurch der Republik Kosovo die Teilnahme an den Olympischen Spielen 2016 in Brasilien möglich wird; im Dezember soll das Nationale Olympische Komitee Kosovo auf der nächsten IOC-Sitzung in Monaco die vollständige Anerkennung erhalten.
22. Oktober 2014 Absage des lange geplanten offiziellen Besuch des albanischen Premierministers Edi Rama in Serbien aufgrund der Vorkommnisse am 14.10.2014 beim EM-Qualifikationsspiel zwischen Serbien und Albanien in Belgrad; Verschieben des Besuchs auf den 10. November 2014.
8. Oktober 2014 Aufruf des serbischen Außenministers Ivica Dačić zur Lösung der Kosovo-Frage durch die Teilung der (ehemaligen) serbischen Provinz zwischen Serbien und der Republik Kosovo, was auch Russland vorschlägt.
8. Oktober 2014 Veröffentlichung der Fortschrittsberichte der Europäischen Kommission über die EU-Beitrittskandidaten, darunter auch Kosovo; ein Großteil aller Verhandlungskapitel mit Serbien sind gescreened, jedoch noch keines offiziell eröffnet.
30. September 2014 Johannes Hahn, designierter Kommissar für Nachbarschaftspolitik und EU-Erweiterung, betont, dass in den nächsten 5 Jahren kein EU-Beitritt erfolgen werde, da die EU-BürgerInnen die Aufnahme der 13 neuen Mitgliedsstaaten nicht “verdaut” hätten.
18. September 2014 Scheitern des zweiten Versuchs der Parlamentskonstituierung in der Republik Kosovo; der PDK-Kandidat für den Parlamentspräsidenten, Arsim Bajrami, erhält keine Stimmenmehrheit in der konstituierenden Sitzung.
18. September 2014 Referendum in Schottland lehnt die Unabhängigkeit vom Vereinigten Königreich mit 55,3 % der Stimmen bei einer Wahlbeteiligung von 84,6 % ab.
7. September 2014 Erster offizieller Länderspielsieg der Fussball-Nationalmannschaft Kosovos durch ein 1:0 gegen Oman in Prishtina.
1. September 2014 Die Präsidentin der Republik Kosovo, Atifete Jahjaga, “decreed the confirmation for continuation of mandate of the international judges of the Constitutional Court of the Republic of Kosovo” für weitere zwei Jahre, obwohl die internationale Überwachung der Souveränität Kosovos (durch das ICO) bereits im September 2012 beendet wurde.
28. August 2014 Erste Westbalkan-Konferenz in Berlin der Staats- und Regierungschefs sowie der Außen- und Wirtschaftsminister der Westbalkan-Staaten mit der EU und dem gastgebenden EU-Staat Deutschland; Zielstellung: Wahrung der Beitrittsperspektive und Vorantreiben der demokratischen und ökonomischen Transformation der Westbalkan-Staaten.
29. Juli 2014 Präsentation der Ergebnisse der dreijährigen Untersuchungen des Sonderermittlers der EU-Mission EULEX Kosovo, John Clint Williamson, in Brüssel über die mutmaßlichen Kriegsverbrechen der kosovo-albanischen Befreiungsarmee UÇK während und nach dem Kosovo-Krieg: Führende Persönlichkeiten der UÇK werden wegen organisierter Verbrechen gegen die Menschlichkeit (Morde, Entführungen) gegenüber der serbischen und Roma-Minderheit vom Sondertribunal angeklagt, das Anfang 2015 seine Arbeit beginnt; Beweise für systematischen Organhandel, wie im “Marty-Bericht” aufgeführt, wurden nicht gefunden, sondern nur “in sehr begrenzten Maße”; 2015 wird in den Niederlanden ein Sondertribunal eingerichtet, das der EU-Rechtsstaatsmission EULEX untersteht und die Vorwürfe durch internationale Richter beurteilt; diesbezüglich muss Kosovo entsprechende gesetzgebende und verfassungsrechtliche Änderungen beschließen.
28. Juli 2014 100. Jahrestag des Ausbruchs des Ersten Weltkriegs mit der Kriegserklärung der Österreichisch-Ungarischen Monarchie an das Königreich Serbien, der das Attentat auf den Thronfolger Österreich-Ungarns, Erzherzog Franz Ferdinand, und seine Gemahlin Sophie Chotek, Herzogin von Hohenberg, am 28. Juni 1914 in Sarajevo durch den bosnischen Serben Gavrilo Princip vorausging.
25. Juli 2014 Paraphierung des Stabilisierungs- und Assoziierungsabkommen (SAA) mit der EU durch Repräsentanten der Republik Kosovo; im Jahr 2003 Beginn des Stabilisierungs- und Assoziierungsprozess (SAP) zwischen EU und Kosovo im Rahmen des Stabilisation Tracking Mechanism (STM); Zeitraum der SAA-Verhandlungen vom 28. Oktober 2013 bis 2. Mai 2014; Das SAA “provides for enhanced political dialogue, closer trade integration, including opening EU markets to Kosovo’s industrial and agricultural products, and new forms of cooperation” (Fortschrittsbericht Kosovo, 2014).
24. Juli 2014 Zweiter Report der EU-Kommission hinsichtlich der Visaliberalisierung Kosovos mit zahlreichen zu erfüllenden Benchmarks; Bericht unterscheidet sich signifikant von Visa-Berichten der benachbarten Westbalkanstaaten.
17. Juli 2014 Erste konstituierende Sitzung des neuen kosovarischen Parlaments, Wahl von Isa Mustafa (LDK) zum Parlamentspräsidenten, die Ende August vom kosovarischen Verfassungsgericht aufgrund des nicht erreichten Quorums aufgehoben wird.
1. Juli 2014 Urteil des kosovarischen Verfassungsgerichts zur Regierungsbildung: Das Mandat steht der Partei mit den meisten Parlamentssitzen zu. Präsidentin Atifete Jahjaga hatte das Verfassungsgericht um Stellungnahme aufgrund der Pattsituation zwischen der amtierenden Regierungspartei und den drei Oppositionsparteien gebeten.
Juli 2014 Beginn der vorbereitenden Arbeiten für die geplante Autobahn von Prishtina, Kosovo, nach Skopje, Mazedonien.
26. Juni 2014 Global Peace Index – Ranking 2014: Slowenien (14), Kroatien (26), Bulgarien (32), Rumänien (35), Zypern (51), Serbien (52), Montenegro (55), Bosnien-Herzegowina (61), Kosovo (64), Albanien (65), Griechenland (86), Mazedonien (87), Türkei (128).
25. Juni 2014 Eröffnung des Screenings des 35. Verhandlungskapitels zwischen Serbien und der EU, das die Beziehungen mit Kosovo beinhaltet.
24. Juni 2014 Beschluss des EU-Ministerrats, Albanien zum offiziellen EU-Beitrittskandidaten zu ernennen; Albanien erhält ab sofort Einladungen zu den Ratsgipfeln als EU-Kandidat, kann enger mit den EU-Institutionen kooperieren und profitiert weiterhin vom IPA; Eröffnungstermin der Beitrittsverhandlungen bis dato offen.
15. Juni 2014 Kosovo übernimmt die Führung der Sonderstaatsanwaltschaft in hochrangigen Fällen von Korruption und organisierter Kriminalität.
12. Juni 2014 Verlängerung des Mandats der EULEX-Mission Kosovo bis 15. Juni 2016; Abbau der exekutiven Funktionen von EULEX im Justizsektor; alle rechtsstaatlichen Institutionen werden fortan durch kosovarische Beamte geleitet; die EULEX-Mission umfasst momentan 1.100 internationale und 1.000 lokale Mitarbeiter, wobei eine Verkleinerung anvisiert ist; derzeitige jährliche Budget der Mission beträgt ca. 111 Mio. Euro.
8. Juni 2014 Parlamentswahlen in Kosovo mit folgenden Wahlergebnissen: 1. PDK 30,38 %, (222.181 Stimmen, 37 Parlamentssitze), 2. LDK 25,24 % (184.596 Stimmen, 30 Sitze), 3. Vetevendosje 13,59 % (99.397 Stimmen, 16 Sitze), 4. AAK 9,54 % (69,793 Stimmen, 11 Sitze), 5. Srpska Lista 5,22 % (38.199 Stimmen, erhält aufgrund der Minderheitenregelung 10 Sitze), 6. NISMA (“Initiative für Kosovo”) 5,15 % (37.681 Stimmen, 6 Sitze), 7. AKR 4.67 % (34.170 Stimmen, nicht im Parlament vertreten); 10 weitere Sitze gehen an die restlichen Minderheiten; Wahlbeteiligung beträgt 43,42 %. Erstmals finden die Wahlen in ganz Kosovo statt und es nehmen die Kosovo-Serben in großer Zahl an den kosovarischen Parlamentswahlen teil.
4. Juni 2014 Europäische Kommission empfiehlt, Albanien den Status als EU-Beitrittskandidat zu verleihen. Der Rat berät darüber Ende Juni 2014. Zudem stellt die EU-Kommission und die Europäische Zentralbank (EZB) fest, dass Litauen ab dem 1. Januar 2015 als 19. EU-Mitgliedsstaat den Euro einführen kann, da die erforderlichen Beitrittskriterien erfüllt sind.
Juni 2014 Explosion im Kraftwerk Kosovo A mit der Folge einer temporären Betriebseinstellung.
Juni 2014 Errichtung neuer Straßenblockaden auf der nördlichen Seite der Ibar-Brücke in Mitrovica, genannt “Peace Park”; neue Spannungen zwischen Kosovo-Albanern und -Serben.
Juni 2014 Aufnahme der Republik Kosovo in die Venedig-Kommission (Europäische Kommission für Demokratie durch Recht; Venice Commission) des Europarats, der MARRI (Migration, Asylum, Refugees Regional Initiative), dem regionalen Ansatz für Migrationsmanagement in Südosteuropa, und in den Regionalen Kooperationsrat (South-East European Cooperation Process, SEECP) als gleichberechtigten Teilnehmer.
Juni 2014 Geplante Veröffentlichung der Ergebnisse der seit Herbst 2011 durchgeführten Untersuchung zum Vorwurf des Organhandels im Kosovo-Krieg durch den amerikanischen Diplomaten und Sonderermittler der EU-Mission EULEX Kosovo John Clint Williamson.
17. Mai 2014 Erste “Pride Parade” wird in Kosovo (Prishtina) als Protest gegen Homophobie durch LGBTI-Aktivisten abgehalten.
7. Mai 2014 Selbstauflösung des kosovarischen Parlaments durch einen Beschluss von 90 der 120 Abgeordneten, nachdem das Gesetz über die vorgesehene Aufstellung einer vollwertigen Armee (anvisierte Stärke im Jahr 2019: 5.000 Soldaten und 3.000 Reservisten) auch wegen des Widerstands von serbischen Parlamentsabgeordneten gescheitert ist; Ansetzung der Neuwahlen für den 8. Juni 2014.
2. Mai 2014 Abschluss der formalen Verhandlungen (in der dritten Verhandlungsrunde) zwischen EU und Kosovo über das Stabilisierungs- und Assoziierungsabkommen (SAA), die am 28. Oktober 2013 begonnen wurden; Paraphierung des SAA für Sommer 2014 anvisiert; großer Schritt vorwärts für Kosovo EU-Integrationsprozess.
Mai 2014 Kosovo nimmt erstes Hochsicherheitsgefängnis in Betrieb.
25. April 2014 Beschluss des kosovarischen Parlaments (nach Vorschlag der HR/VP Catherine Ashton) für die Verlängerung der EULEX-Mission bis Sommer 2016 und Einrichtung eines Kriegsverbrechertribunals, das die mutmaßlichen Kriegsverbrechen der kosovarischen Befreiungsarmee UÇK während und nach dem Kosovo-Krieg untersucht; Grundlage sind die Ergebnisse der Sonderermittlungstaskforce der EU (SITF) in Brüssel , die im Zuge des im Dezember 2010 von Dick Marty, im Auftrag des Europarats, erarbeiteten “Marty-Berichts” eingerichtet wurde.
23. April 2014 Beschluss des kosovarischen Parlaments nach massivem internationalen Drängen (mit einer Mehrheit von 89 der 120 Abgeordneten) zur Einrichtung eines Sondertribunals zur Untersuchung mutmaßlicher Kriegsverbrechen der kosovarischen Befreiungsarmee UÇK während und nach dem Kosovo-Krieg.
4. April 2014 Beschluss der NATO zur Öffnung des oberen Luftraums über Kosovo für Überflüge – 15 Jahre nach Beendigung des Kosovo-Krieges; Ungarn übernimmt die Überwachung des oberen kosovarischen Luftraums.
27. März 2014 Annahme der Resolution 68/262 in der Generalversammlung der Vereinten Nationen über die territoriale Integrität der Ukraine einschließlich der Krim durch 100 UN-Mitgliedsstaaten, 11 Staaten stimmen dagegen, 58 enthalten sich, 24 nehmen nicht an der Abstimmung teil.
21. März 2014 Russische Annexion der ukrainischen Krim nach Ratifikation des Beitrittsabkommen zwischen der (sogenannten) Republik Krim und dem russischen Föderationsrat; die Republik Krim und die Stadt Sewastopol werden als zwei neue Föderationssubjekte in die russische Föderation eingegliedert.
5. März 2014 Kosovo bestreitet sein erstes offizielles Fussball-Länderspiel im Rahmen der Fédération Internationale de Football Association (FIFA). Gegner ist Haiti, Austragungsort Mitrovica, Endstand: 0:0. Zur Aufnahme als volles Mitglied in die FIFA muss die Republik Kosovo jedoch vollwertiges UN-Mitglied sein.
März 2014 Kosovo unterzeichnet eine Polizei-Kooperationsabkommen mit Montenegro; ein operatives oder strategisches Abkommen mit Europol existiert aufgrund der ungeklärten Statusfrage Kosovos nicht; UNMIK bleibt der formale Ansprechpartner für Interpol.
23. Februar 2014 Wahlwiederholung der Gemeindewahlen in Nord-Mitrovica, Kosovo; Wahl der Bürgermeister der 10 serbischen Gemeinden im Kosovo abgeschlossen; Bildung der Assoziation serbischer Gemeinden ab sofort möglich.
22. Februar 2014 Beginn der Krim-Krise; Entmachtung des Präsidenten Viktor Janukowitsch durch das ukrainische Parlament; Haftentlassung der Oppositionspolitikern Julia Tymoschenko; Besetzung und Kontrolle der Halbinsel Krim im nördlichen Schwarzen Meer durch russische Sicherheitskräfte.
15. Februar 2014 Statement von Kommissionspräsident Barroso zum am 18. September 2014 anstehenden Referendum über die Unabhängigkeit Schottlands, dass sich Schottland im Falle einer Loslösung vom Vereinigten Königreich neu um die Aufnahme in die EU bewerben und von allen EU-Mitgliedsstaaten bewilligt werden muss.
11. Februar 2014 Keine Einigung zwischen Prishtina und Belgrad in Brüssel in der 28. Verhandlungsrunde über die Integration des Justizsystems und Abbau der serbischen Parallelstrukturen im Nordkosovo; Vertagung auf die 29. Verhandlungsrunde.
9. Februar 2014 Zustimmung der Schweizer in einem Referendum für die Volksinitiative “Gegen Masseneinwanderung” und damit für die Aufkündigung der Personenfreizügigkeit mit der Europäischen Union.
5. Februar 2014 Verhaftung von Uke Rugova, Sohn von Ibrahim Rugova, durch die EULEX-Mission Kosovo wegen des Verdachts auf Organisierte Kriminalität (organisierter illegaler Verkauf von Visa-Berechtigungen).
Februar 2014 Ehemalige Transportminister Fatmir Limaj, der zuvor bezüglich mutmaßlicher Kriegsverbrechen freigesprochen wurde, wird wegen Korruptionsvorwürfen im Zusammenhang mit Straßenbauprojekten angeklagt.
Februar 2014 Gewaltsame Proteste in Bosnien-Herzegowina gegen Korruption und Misswirtschaft der politischen Eliten sowie den generellen Stillstand des Landes; Beginnend in Tuzla zunehmende Unruhen in anderen größeren Städte; Angriffe auf Regierungsgebäude und Parteizentralen, u. a. Inbrandsetzung des Staatspräsidiums in Sarajevo.
28. Januar 2014 Verhaftung von Oliver Ivanovic, serbischer Kandidat für das Bürgermeisteramt in Mitrovica.
27. Januar 2014 27. Verhandlungsrunde zwischen Prishtina und Belgrad in Brüssel über die Gründung und Kompetenzen der Gemeinschaft serbischer Gemeinden in Kosovo.
22. Januar 2014 Einführung der Visumspflicht in der Republik Kosovo für Bürger aus Bosnien-Herzegowina als Reaktion auf die dortige Visumspflicht für Kosovaren seit der Unabhängigkeitserklärung 2008, die ihr Visum bislang im bosnischen Konsulat in der mazedonischen Hauptstadt Skopje beantragen müssen; zudem benötigen Kosovaren für ein Visum in Bosnien die Einladung einer in Bosnien akkreditierten diplomatischen Einrichtung oder internationalen Organisation oder sie müssen das Visum aus humanitären Gründen beantragen; Bosnien hat Kosovo bis dato nicht als unabhängigen Staat anerkannt.
21. Januar 2014 First Intergovernmental Conference (IGC) between EU and Serbia in Brussels = formeller Start der Beitrittsverhandlungen zwischen EU und Serbien (15 Jahre nach dem Kosovo-Krieg und NATO-Einsatz; sechs Jahre nach Abschluss des Assoziations- und Freihandelsabkommens); in Kapitel 35 „sonstige Fragen“ wird der Normalisierungsprozess mit Kosovo gelegt, das auch zu Beginn behandelt wird; parallel läuft das sogenannte Screening (bis vorauss. März 2015 in allen Kapiteln); a referendum on EU accession could be held in 2019; serbische Regierung peilt 2020 als Beitrittsjahr an. Öffnen der Verhandlungskapitel 23 (Judikative und Grundrechte) und 24 (Justiz, Freiheit und Sicherheit) gemäß des neuen Strategieansatzes der EU-Erweiterung (vgl. 12. Oktober 2011).
16. Januar 2014 Kosovo-Bericht: Plenum des Europaparlaments stimmt mit großer Mehrheit (mit 485 zu 94 Stimmen) dem vierten Kosovo-Bericht der Grünen Kosovo-Berichterstatterin Ulrike Lunacek zu. Darin sind Forderungen enthalten wie gänzliche Anerkennung Kosovos durch die 5 EU-Nichtanerkenner, Aufnahme in internationale Institutionen wie Europarat, Europol, Interpol sowie Visafreiheit.
15. Januar 2014 Ermordung des serbischen Politikers Dimitrije Janicijevic in Nordkosovo, Mitglied der serbischen Liberalen Partei und früherer Bürgermeisterkandidat für Mitrovica.
12. Januar 2014 Konstituierung der vier serbischen Gemeindeversammlungen in Nordkosovo zu einer Gemeinschaft der serbischen Gemeinden innerhalb der kosovarischen Jurisdiktion (Endgültige Konstituierung vorerst gescheitert); Entfernung serbischer Staatssymbole aus den Gemeindegebäuden.
11. Januar 2014 Erste gemeinsame Sitzung der Regierungen Albaniens und Kosovo im kosovarischen Prizren; Rekursion auf die „Liga von Prizren“ 1878; Rücktritt von Krstimir Pantic, bevor er das Bürgermeisteramt von Nord-Mitrovica antritt.
31. Dezember 2013 Verfügung des Innenministeriums Serbiens zur Entlassung aller serbischen Polizisten mit Wohnsitz in Kosovo; Entscheidung gemäß des April-Abkommens mit Prishtina; Voraussetzung für die geplante Bildung der Gemeinschaft der serbischen Gemeinden in Kosovo; Kosovos Regierung möchte die entlassenen Polizisten in die kosovarischen Strukturen integrieren, wozu das Amnestiegesetz des vergangenen Sommers genutzt werden soll.
20. Dezember 2013 Der Europäische Rat setzt den Start der EU-Beitrittsverhandlungen mit Serbien für den 21. Januar 2014 fest. Albanien wird hingegen der Status als offizieller Beitrittskandidat zum dritten Mal verwehrt (insbesondere durch die Niederlande und das Vereinigte Königreich).
17. Dezember 2013 Rat der Allgemeinen Angelegenheiten (RAA) beschließt den Verhandlungsrahmen für Serbiens EU-Beitritt und setzt den Verhandlungsbeginn der IGC auf Januar 2014 fest; Verhandlungsrahmenwerk fokussiert sich auf „the chapters on judiciary and fundamental rights, and on justice, freedom and security, as well as the issue of normalization of relations between Serbia and Kosovo“; Generell beschließt der RAA, dass “monitoring of the economic criteria needs to be seen in the context of the increased role of economic governance in the enlargement process” (Fortschrittsbericht Kosovo 2014, S. 24.).
1. Dezember 2013 Zweite Runde der Lokalwahlen (Bürgermeister-Stichwahl), wie im Brüsseler April-Abkommen vorgesehen: PDK erringt 10 Bürgermeisterposten, LDK 9, in Prishtina hat der Kandidat von Vetevendosje, Shpend Ahmeti, die Bürgermeisterwahl gewonnen. Die von Belgrad gesteuerte Bürgerinitiative “Die Serbische” hat 6 Bürgermeisterwahlen gewonnen (Nord-Mitrovica, fünf Gemeinden südlich von Mitrovica, in Leposavic, Zubin Potok und Zvecan hatte “Die Serbische” bereits am 3. November gewonnen); „Die Serbische“ hat somit 9 von 10 serbisch dominierten Gemeinden gewonnen und wird somit 9 Bürgermeister stellen.
Dezember 2013 Scheitern der Privatisierung der Post- und Telekommunikationsgesellschaft Kosovos (PTK) im Zusammenhang mit zahlreichen Korruptionsvorwürfen und wachsendem Widerstand verschiedener Oppositionsparteien und zivilgesellschaftlichen Gruppen.
Dezember 2013 Kosovo-Regierung beschließt einen Aktionsplan für den angestrebten Abschluss des SAA und definiert Prioritäten für den EU-Integrationsprozess.
Dezember 2013 Der Deutsche Bundestag stimmt dem Beginn der Beitrittsverhandlungen mit Serbien im Januar 2014 zu, da das Abkommen vom 19. April 2013 in seinen Grundzügen umgesetzt wurde; die Beziehungen Serbiens zu Kosovo sollen in Verhandlungskapitel 35 behandelt und sofort eröffnet werden, ebenso wie die Kapitel 24 und 24 (Rechtsstaatlichkeit, Sicherheit, Menschenrechte).
27. November 2013 Zweite Runde der SAA-Verhandlungen zwischen EU und Kosovo.
21. November 2013 bis Frühjahr 2014 „Euromaidan“ in der Ukraine: Beginn landesweiter, teilweise gewaltsamer Proteste, ausgelöst durch die Ankündigung der ukrainischen Regierung, das Assoziierungsabkommen mit der Europäischen Union nicht zu unterzeichnen und stattdessen eine Zollunion mit Russland, Weißrussland und Kasachstan zu errichten.
17. November 2013 OSCE unterstützt die Durchführung der Bürgermeisterstichwahlen in Kosovo.
5. November 2013 EU-Wahlbeobachter ziehen Resümee über Kommunalwahlen in Kosovo: „positiver Schritt in Richtung Demokratie für den Kosovo“.
3. November 2013 Kommunalwahlen in Kosovo über Bürgermeisterposten und Gemeinderäte in insgesamt 36 Gemeinden (die vier nordkosovarischen, serbisch dominierten Gemeinden plus die 6 südlichen serbischen Gemeinden sollten danach eine Association of Municipalities bilden); zum ersten Mal Kommunalwahlen auch im Nordkosovo sowie innerhalb des Kosovo-Gesetzesrahmen im Sinne des Ahtisaari-Plans; insgesamt sind es die vierten Lokalwahlen seit 1999 in Kosovo; Kommunalwahlen als Prüfstein für Normalisierung: Nordkosovo-Serben blockieren zum großen Teil die Wahlen. Kommunalwahlen stellen Punkt 12 des April-Abkommens dar: „Municipal elections shall be organised in the northern municipalities in 2013 with the facilitation of the OSCE, in accordance with Kosovo law and international standards“; Gesamt-Wahlbeteiligung in Gesamt-Kosovo beträgt ca. 30%; Kommunalwahlen wurden überschattet von Gewalt durch serbische Extremisten in Nord-Mitrovica, die drei Wahllokale angriffen und Wähler einschüchterten, weshalb eine Teilannulierung bzw. Wiederholung der Wahl in den drei Wahlbezirken Nord-Mitrovicas durchgeführt wird. Die Wahlbeteiligung in Nordkosovo ist sehr niedrig (ca. 10%), während die Wahlbeteiligung in den südlichen serbischen Enklaven gut ist (ca. 50%). D. h. Serben im Nordkosovo folgten eher den Boykottaufrufen der oppositionellen DSS anstatt den Empfehlungen der serbischen Regierung, zur Wahl zu gehen, zu befolgen.
November 2013 Kosovo wird Mitglied der Entwicklungsbank des Europarates (Council of Europe Development Bank, CEB).
November 2013 Wiederaufnahme der Beitrittsverhandlungen zwischen EU und Türkei nach mehr als drei Jahren Unterbrechung; Öffnen des 22. Verhandlungskapitels “Regionalpolitik und Koordination der strukturpolitischen Instrumente”.
28. Oktober 2013 Beginn der ersten Runde der Verhandlungen der EU mit Kosovo über ein Stabilisierungs- und Assoziierungsabkommen mit den Verhandlungsführern Joost Koorte (stellv. Direktor der GD Erweiterung) und Vlora Citaku (Ministerin für EU-Integration); vier Verhandlungsrunden anberaumt; Abschluss der Verhandlungen im Frühling 2014 anvisiert; erste umfassende vertragliche Beziehungen zwischen Kosovo und EU; gemäß dem Lissabon-Vertrag, der die EU erstmals als juristische Person definiert, müssen nicht alle 28 EU-Mitglieder das SAA ratifizieren, sondern nur die EU als Ganzes; somit wird ein etwaiges Veto eines EU-Staates, der Kosovo nicht anerkennt (Spanien, Griechenland, Zypern, Rumänien und die Slowakei), umgangen.
21. Oktober 2013 Erster „Stabilisation and Association Council“ zwischen EU und Serbien nach Inkrafttreten des SAA am 1. September 2013
16. Oktober 2013 Fortschrittsbericht der Kommission über Kosovo: „Well in enlargement, gaining momentum, keep up good work“ (Tweet von Stefan Füle); Kommission empfiehlt dem Europäischen Rat, Albanien den Status eines Beitrittskandidaten zu gewähren.
Anfang Oktober 2013 Kosovo-Regierung verweigert dem serbischen Premierminister Ivica Dačić die Einreise.
Oktober 2013 Flughafen von Prishtina eröffnet neues Terminal.
Oktober 2013 Kosovo unterzeichnet die Western Balkans Regional R&D Strategy for Innovation.
19. September 2013 In Nordkosovo wird in der Nähe von Zvecan ein litauischer EULEX-Polizist erschossen und ein tschechischer Soldat verletzt, das erste Todesopfer der EULEX-Mission. Täter vermutlich ein Serbe aus dem Nordkosovo mit dem Motiv der Destabilisierung und Verhinderung der Normalisierung.
15. September 2013 Kosovo’s transmission system operator (TSO) KOSTT und das serbische Gegenüber Elektromreza Srbije unterzeichnen ein Energieabkommen, das einen signifikanten Schritt in der Normalisierung der Energiebeziehungen zwischen Kosovo und Serbien darstellt.
8. September 2013 Meeting zwischen Belgrad und Prishtina im Rahmen des EU-Dialogs: Einigung erreicht über Fragen der Telekommunikation und Energie sowie über Überwachung der Kommunalwahlen im November durch die OSZE.
September 2013 Handelskrieg zwischen Kosovo und Mazedonien um Einfuhrzölle und Grenzübertrittsgebühren.
1. September 2013 Serbien erhält Status als assoziiertes Mitglied der EU, da SAA in Kraft tritt. Alle EU-Regierungen, das Bewerberland, das Europäische Parlament und der Europäische Rat müssen dem SAA zustimmen. Das SAA ist ein internationales Agreement zur Errichtung einer Freihandelszone und zur Harmonisierung der lokalen Gesetzgebungen mit der EU. Das SAA ist der erste Vertrag zwischen EU und Bewerber und ist vertragliche Basis für Übergangszeit bis zur Vollmitgliedschaft. Start des Screenings von 2 Verhandlungskapiteln mit Serbien; Screening aller Verhandlungskapitel läuft bis vorauss. März 2015.
September 2013 Entlassung von vier serbischen Bürgermeistern im Nordkosovo durch Belgrad, die die für den 3. November anvisierten Kommunalwahlen boykottieren wollen.
August 2013 Kosovo wird die International Bank Account Number (IBAN) zugeordnet.
9. Juli 2013 Sicherheitskräfte des Kosovo (Kosovo Security Force – KSF) werden als voll einsatzfähig hins. ihrer finalen operationalen Kapazität (final operational capability) durch die NATO anerkannt.
8. Juli 2013 13. Runde des Dialogs zwischen Pristina und Belgrad in Brüssel unter Lady Ashtons Leitung mit dem Thema Telekommunikation (u. a. Kosovo-Vorwahl (international calling/dialling code)) und Energie.
4. Juli 2013 Kosovo-Parlament lehnt Amnestie-Gesetz (Straffreiheit) für 69 Straftaten ab, welches Teil der Normalisierungs-Vereinbarungen mit Serbien ist und die Eingliederung der im Nordkosovo bestehenden serbischen Gerichte und Staatsanwaltschaft sowie der Polizei in die kosovarischen Institutionen ermöglichen soll.
4. Juli 2013 Autonomieerklärung der Serben im Nord-Kosovo: Serbische Abgeordnete aus den vier serbisch dominierten Gemeinden in Nord-Kosovo erklären sich als Reaktion auf das Normalisierungsabkommen für selbstständig, mit Hauptstadt Belgrad, indem sie eine „Assembly of the Autonomous Province of Kosovo“ mit Sitz in Zvecan konstituieren; Serbiens Premier Dačić widerspricht der Legitimität und Konformität des Schrittes mit der serbischen Verfassung.
1. Juli 2013 Der Europäische Stabilitätsmechanismus (ESM) übernimmt als zentrale Einrichtung die Aufgabe der finanziellen Unterstützung der Euro-Mitgliedstaaten und löst den bis dato aktiven EFSF ab.
1. Juli 2013 Kosovo und Albanien vereinbaren bilaterale militärische Kooperation (status of forces agreeement): bspw. Austausch von militärischen Material und Personal; dies wird als Provokation und Bedrohung von Serbien aufgenommen.
1. Juli 2013 Kosovo führt Visumpflicht für 87 Staaten ein.
1. Juli 2013 Beitritt Kroatiens zur EU; nach 13 Jahren nach Beginn des Stabilisierungs- und Assoziierungsprozesses (2000-2013); nach 6 Jahren offizieller Beitrittsverhandlungen (2005-2011); nach 2 Jahren der finalen Beitrittsphase (2011-2013); damit neue Außengrenzen für EU auf dem Westbalkan; gleichzeitig werden auch ca. eine Million Bosnier mit kroatischen Pass zu EU-Bürgern; Beginn der Phase der „Südosterweiterung“.
28. Juni 2013 Entscheidung des Europäischen Rats: Serbien wird die Beitrittsverhandlungen spätestens ab Januar 2014 eröffnen, abhängig von der Erfüllung der Konditionen, d. h. das Framework der Verhandlungen wird noch vom Rat bestätigt werden, sobald das Abkommen vom 19. April mit Prishtina erfüllt ist. Der Entwurf des Framework wurde am 2.7.13 von Stefan Füle an alle EU-Mitglieder geschickt. Der Screening-Prozess startet nach den Sommerferien 2013. Serbiens Beziehungen zu Kosovo werden nach Füle in das 35. Kapitel („other matters“) integriert und somit als Instrument zur Überwachung der Implementierung des April-Abkommens genutzt.
28. Juni 2013 Der Europäische Rat autorisiert die Eröffnung der Verhandlungen mit Kosovo über das Stabilisierungs- und Assoziierungsabkommen (SAA); zudem beschließt der Rat die Eröffnung der Beitrittsverhandlungen mit Serbien.
25. Juni 2013 Der Rat für Allgemeine Angelegenheiten (RAA) empfiehlt die Eröffnung der Verhandlungen mit Kosovo über das Stabilisierungs- und Assoziierungsabkommen (SAA), nachdem die Kommission im April 2013 festgestellt hat, dass Kosovo alle kurzfristigen Prioritäten (definiert in der Machbarkeitsstudie 2012) in den Bereichen Rechtsstaatlichkeit, öffentliche Verwaltung, Minderheitenschutz und Handel) erfüllt hat; SAA wird nur ein abgespecktes Abkommen sein, ohne Justiz/Inneres und ohne notwendige Ratifikation der nationalen Parlamente der EU-Staaten; SAA wird nur „community competences“ haben, mit denen die EU Kommission arbeiten wird; dennoch muss das SAA nach dem Lissabon-Vertrag nur von der EU als Ganzes, nicht von den einzelnen Staaten unterzeichnet werden, was einen Kompromiss mit den 5 Nicht-Anerkennern ermöglicht; SAA-Verhandlungen beginnen nach der Sommerpause 2013 und können bis zu 5 Jahre dauern; Kommission erwartet, dass im Sommer 2014 ein SAA-Vorschlag fertig sein könnte.
25. Juni 2013 Der Rat für Allgemeine Angelegenheiten (RAA) legt das Startdatum für Eröffnung der Beitrittsverhandlungen mit Serbien spätestens für Januar 2014 fest, aufgrund deutlicher Schritte in der Normalisierung mit Kosovo; jedoch wird die Einhaltung des Starttermin fest verknüpft sein mit der Umsetzung des Abkommens vom 19. April.
21. Juni 2013 10 Jahre Jubiläum nach dem entscheidenden EU-Gipfel in Thessaloniki (Bestätigung der europäischen Perspektive für alle Länder des Westbalkan).
18. Juni 2013 Veröffentlichung des 2013-Berichts von Freedom House mit vernichtendem Urteil für Kosovo: „Semi-consolidated Authoritarian Regime“.
17. Juni 2013 Die Verbindungsgesandten für die Serbien-Kosovo-Beziehungen (Serbia-Kosovo liaison officers), Dejan Pavićević & Lulzim Peci, nehmen ihre Arbeit auf.
7. Juni 2013 Die Europäische Investitionsbank (EIB) und Kosovo unterzeichnen ein Rahmenabkommen über zukünftige Aktivitäten der EIB in Kosovo; dazu zählt auch die Co-Finanzierung von Projekten anderer Geber und Fördergelder sowie die Unterstützung bei der Implementierung von Instrumenten wie von Western Balkans Investment Framework (WBIF) und Western Balkans Enterprise Development and Innovation Facility (WB EDIF).
Juni 2013 Scharfes Vorgehen der regierenden AKP in der Türkei gegenüber Massenprotesten unter Einsatz von Tränengas und Wasserwerfern; ausgehend von Protesten gegen den Umbau des Gezi-Parks in Istanbul verschärfen sich die Demonstrationen gegen die regierende AKP aus; starke diplomatische Spannungen zwischen Deutschland und Türkei.
Juni 2013 Parlament des Kosovo-Parlament billigt das Abkommen mit Serbien zur Normalisierung ungeachtet der schwerer Proteste durch albanische Nationalisten.
Juni 2013 Society for Worldwide Interbank Financial Telecommunication (SWIFT) ordnet einen Ländercode für Kosovos Zentralbank (CBRKXKPR) zu, der im Dezember 2013 in Kraft tritt und zur Identifikation von Finanzinstitutionen genutzt wird.
Mai 2013 Nach Wahlsieg der Mitte-Rechts-Koalition in Island stoppt die neue isländische Regierung die EU-Beitrittsverhandlungen; da der Integrationsstand des Landes mit der EU ausreichend sei: Island ist Mitglied des Schengen-Raumes, des Europäischen Wirtschaftsraumes, der Europäischen Freihandelsassoziation und der NATO.
29. Mai 2013 Absage des SEECP-Gipfels aufgrund von Boykottdrohungen Serbiens, Rumäniens und Bosniens bezüglich der Teilnahme der umstrittenen Republik Kosovo; Kroatien und Albanien hatten daraufhin ihre Teilnahmezusage zurückgezogen.
26. Mai 2013 Serbien stimmt Aktionsplan mit sechs Punkten zur Umsetzung des (statusneutralen) April-Abkommens zu (Massnahmen und Deadlines; sechs-monatige Umsetzungsfrist für Bildung einer Gemeinschaft der serbischen Gemeinden (eine Art Autonomie für die serbische Gemeinschaft im Nordkosovo); Zustimmung des serbischen Parlaments zum Abkommen mit Prishtina vom 19. April; in der Folge starke Proteste von Serben in Nordkosovo.
22. April 2013 Drei Tage nach dem April-Abkommens Kosovos mit Serbien schlägt die Kommission die Teilnahme Kosovos an 22 EU-Forschungsprogrammen vor, darunter das 50-Milliarden-Euro schwere 7. Forschungsrahmenprogramm (2007 – 2013) sowie das darauffolgende siebenjährige Horizon2020-Programm, Europas Satellitenprogramm GALILEO und das Erdbeobachtungsprogramm Copernicus. Kosovo kann als Teilnehmer der Forschungsprogramme vom Drittstaat zum assoziierten Land aufgewertet werden, sofern die EU-Staaten zustimmen.
21. April 2013 EU-Kommission empfiehlt den Abschluss des Stabilisierungs- und Assoziierungsabkommens (SAA) mit Kosovo; EU-Kommission empfiehlt Beitrittsverhandlungen mit Serbien, Entscheidung darüber durch den Rat Ende Juni 2013 erwartet.
19. April 2013 Historische Einigung (in der 10. Verhandlungsrunde) zwischen Serbien und Kosovo über die Normalisierung ihrer Beziehungen: (statusneutrales) “Erstes Abkommen über die Prinzipien über die Normalisierung der Beziehungen” (ohne Anerkennung Kosovos durch Serbien; enthält 15 Punkte); serbisch dominierte Gemeinden im Kosovo (6 im Norden, vier im Restkosovo) können eine Gemeinschaft (“Community/Association of Serb majority municipalities in Kosovo”) mit einem hohen Autonomiegrad bilden, die in den Bereichen der wirtschaftlichen Entwicklung, Bildung, Gesundheit, städtische und ländliche Planung Selbstverwaltungsrechte gewährt wird; zur Überwachung und Umsetzung des Abkommens soll ein trilaterales Komitee aus der EU, Kosovo und Serbien eingerichtet werden; durch das Abkommen erkennt Serbien nicht die Unabhängigkeit Kosovos an, jedoch die Jurisdiktion der Kosovo-Institutionen in den bestehenden Grenzen Kosovos, inklusive dem Norden Kosovos; für Serbien ist das April-Abkommen ein sogenanntes Ahtisaari-Plus-Abkommen; beide Seiten sichern zu, den Weg in europäische und internationale Organisationen nicht zu blockieren.
16. April 2013 Kommission veröffentlicht ihren Fortschrittsbericht für den Westbalkan: Serbien hofft auf Starttermin für Beitrittsverhandlungen im Juni 2013, Kosovo auf Starttermin für Beginn der SAA-Verhandlungen und Visa-Liberalisierung; neuer Ansatz der Erweiterungspolitik: Fokus von Beginn an auf die Verhandlungskapitel 23 und 24, d. h. Judikative und Grundrechte sowie Justiz, Freiheit und Sicherheit.
20. März 2013 Siebte Runde des EU-geführten Dialogs zwischen Kosovo und Serbien endet erfolglos; ähnlich wie in den Rambouillet-Verhandlungen sieht Serbien unerfüllbare Konditionen; dennoch gibt es Bewegung in den Verhandlungspositionen Serbiens bezüglich der Bildung einer serbischen Gemeinschaft in Kosovo unter der Jurisdiktion Prishtinas mit ausgeprägten Autonomiestatus.
16. März 2013 Guyana erkennt als 99. Staat die Republik Kosovo an.
28. Februar 2013 Regionale Kooperationsrat (RCC) beschließt die Änderung seines Statuts, um Kosovo die Teilnahme am RCC ab März 2013 als vollwertiges Mitglied zu ermöglichen.
19./20. Februar 2013 Fünfte, erfolglose Runde der EU-Vermittlung zwischen den beiden Premiers Thaçi und Dačić zur Normalisierung der Beziehungen: Die Umgestaltung der serbischen Parallelstrukturen (v. a. Sicherheits- und Polizeistrukturen) sowie Lösung für die Re-Integration der drei Gemeinden im Nordkosovo; Vertagung auf 4. März 2013.
Februar 2013 Überraschender Vorschlag des serbischen Präsidenten Nikolic: Bereitschaft zum Abbau der serbischen Parallelstrukturen im Nordkosovo zugunsten neuer serbischer Institutionen (“Gemeinschaft serbischer Gemeinden im Kosovo”), die sowohl mit der serbischen als auch kosovarischen Verfassung vereinbar sind, Beziehungen zu Belgrad und Prishtina pflegen, aber autonom von Serben geleitet werden; Motiv ist der Anreiz der Eröffnung der EU-Beitrittsverhandlungen im Juni 2013.
7. Februar 2013 Einen Tag nach den Gesprächen zwischen Kosovos Präsidentin Atifete Jahjaga und ihrem serbischen Amtskollegen Tomislav Nikolic in Brüssel, hat der auswärtige Ausschuss (AFET) des EU-Parlaments den (dritten) Kosovo-Bericht der EU-Abgeordneten Ulrike Lunacek (Grüne), der die Anerkennung Kosovos durch alle EU-Mitgliedsstaaten fordert und die Zukunft des unabhängigen Kosovo in der EU-Integration betont, mit deutlicher Mehrheit angenommen.
6. Februar 2013 Historisches Treffen unter EU-Vermittlung zum Austausch der Status-Positionen: Erstes Treffen der Präsidenten Kosovos (Jahjaga) und Serbiens (Nikolic) in Brüssel seit Kosovos Unabhängigkeitserklärung 2008; Genau 14 Jahre nach Beginn der Friedenskonferenz in Rambouillet, die scheiterte (Für die kosovarische Seite war die vorgeschlagene Krisenlösung annehmbar, für die serbische allerdings nicht.), den Kosovo-Krieg auslöste und zu den NATO-Luftangriffen gegen die damalige Bundesrepublik Jugoslawien Ende März 1999 führte; erster Schritt zur diplomatischen De-Facto-Anerkennung des unabhängigen Staates Kosovo durch Serbien?
Februar 2013 Serbien benennt seinen im EU-Vermittlungsdialog federführenden Chefunterhändler für das Kosovo, Dejan Pavicevic, zum ersten diplomatischen Vertreter in Pristina (Amt des Verbindungsoffiziers ohne diplomatischen Rang, d. h. ohne diplomatische Immunität oder Vollmachten) seit der einseitigen Unabhängigkeitserklärung der südserbischen Provinz im Februar 2008; Vorhaben zur Einrichtung von Verbindungsbüros in Prishtina und Belgrad sowie eines Diplomatenaustausches, der eine Vorläuferfunktion für einen Botschafteraustausch bedeutet.
17. Februar 2013 5-Jahres-Jubiläum der Unabhängigkeitserklärung Kosovos.
Februar 2013 Veröffentlichung des ersten Berichts über die Visaliberalisierung Kosovos durch die EU-Kommission.
20. Januar 2013 Serbische Sonderpolizisten reißen das umstrittene albanische Rebellendenkmal in der südserbischen Stadt Preševo ab; der serbische Premierminister Ivica Dačić bezeichnete das Denkmal als eine „Provokation für alle Serben, kein Staat würde so etwas dulden“; in den darauffolgenden Tagen gibt es im Kosovo Proteste und Zerstörungen serbischer Grabsteine.
Januar 2013 Vierte Runde der EU-Vermittlung zwischen dem kosovarischen und serbischen Premiers mit dem Ergebnis: Provisorisches Abkommen zwischen Serbien und Kosovo über die Zahlung von Steuern und Zöllen (Zollgebühren, Abgaben und Mehrwertsteuer) an den beiden gemeinsam verwalteten Grenzübergängen Jarinje und Brnjak; danach werden die Abgaben in einen von der EU errichteten Fonds fließen, der von Brüssel, Belgrad und Prishtina gemeinsam kontrolliert wird; das somit gesammelte Geld solle den vier serbischen Gemeinden in Nordkosovo zugutekommen.
Januar 2013 Resolution der serbischen Regierung (vom serbischen Parlament bestätigt) für Autonomie der 10% Serben im Kosovo (auch für serbische Exklaven wie Gracanica oder Strpce südlich des Flusses Ibar) und gegen Kosovos Unabhängigkeit als Grundlage für den Dialog mit Kosovo; der serbische Regierungschef Dačić hat gleichzeitig eingestanden, dass Serbiens Staatshoheit über Kosovo “praktisch inexistent” sei; Wortlaut der Resolution: „On one hand, it implicitly recognises that Serbia has no authority in Kosovo. But on the other hand, it says ethnic Serb enclaves should have an autonomous police force and courts, while Serbian Orthodox churches in Kosovo should have Vatican-type status.“
Januar 2013 Einreiseverbot für serbischen Staatspräsident Nikolic durch kosovarische Institutionen für die Feiern zum serbisch-orthodoxen Weihnachtsfest an diesem Montag im Kloster Gracanica.
10. Dezember 2012 Europäische Union erhält den Friedensnobelpreis für sechs Jahrzehnte erfolgreicher Aussöhnungs- und Friedenspolitik in Europa.
Dezember 2012 Positionspapier Serbiens für Autonomieregelung für die serbischen Gemeinden im Kosovo, d. h. für selbstständigen, demilitarisierten Quasi-Staat Nord-Kosovo – ähnlich der spanischen autonomen Gemeinschaft Katalonien (“Ahtisaari-Plus-Plan”) oder der zwei bosnischen Entitäten.
Mitte Dezember 2012 Beginn der integrierten Grenzverwaltung zwischen Serbien und Kosovo; die zwei Grenzübergänge Jarinje und Brnjak im Norden Kosovos werden von Serben und Kosovaren gemeinsam betrieben; Ende Dezember sollen zwei weitere folgen; Blockade der serbisch-kosovarischen Transitrouten durch serbische Kosovaren als Protest gegen das Grenzmanagement und anfallende Zollabgaben.
19. Oktober 2012 Beginn des High-Level-Dialogs zwischen den Premierministern Kosovos und Serbiens (Thaci und Dacic) unter Führung der HR/VP Catherine Ashton.
16. November 2012 Freisprüche in Den Haag für die mutmaßlichen kroatischen Kriegsverbrecher Gotovina, Markac und Haradinaj, die bei ihrer Rückkehr in Zagreb frenetisch gefeiert werden.
November 2012 Frühere Premierminister Kroatiens, Ivo Sanader, wird zu zehn Jahren Haft wegen Korruption verurteilt; er wurde in Österreich verhaftet und nach Kroatien überstellt; der Vorwurf lautet auf Annahme von Bestechungsgeldern von einer ungarischen Energiefirma und einer österreichischen Bank.
November 2012 Errichtung eines Denkmals in Preševo für 27 albanische Rebellen der UÇPMB (Befreiungsarmee von Presevo, Medvegja und Bujanovac), die in den Nachwehen des Kosovo-Krieges 2000/2001 gegen die serbische Staatsmacht kämpften und von Serben bei bürgerkriegsähnlichen Unruhen 2001 getötet worden waren; Grund des achtmonatigen Aufstandes war 2000/2001 der Versuch die überwiegend albanisch bevölkerten Städte/Gemeinden Preševo, Medveda und Bujanovac dem Kosovo anzuschließen; die serbische Regierung hatte angekündigt, die Stele aus rotem Marmor nach dem 17. Januar gewaltsam beseitigen zu wollen, sollten die Albaner das bis dahin nicht selbst getan haben.
November 2012 Bericht des Europäischen Rechnungshofes (European Court of Auditors; ECA) mit deutlicher Kritik an der EULEX-Mission Kosovo aufgrund der Diskrepanz zwischen finanziellen Aufwand und geringen positiven Ergebnissen im Bereich der Organisierten Kriminalität und Rechtsstaatlichkeit; Kritik an der Ineffektivität sowie der schlechten Ausbildung des Missions-Personals.
10. Oktober 2012 Positives Ergebnis der Machbarkeitsstudie der Kommission bzgl. des Stabilisierungs- und Assoziierungsabkommens (SAA) mit Kosovo: „Rechtlich gesehen kann die EU nach den Artikeln 217 und 218 AEUV ein Stabilisierungs- und Assoziierungsabkommen mit dem Kosovo schließen. Ein Stabilisierungs- und Assoziierungsabkommen zwischen dem Kosovo und der EU kann so abgeschlossen werden, dass die Standpunkte der Mitgliedstaaten zum Status des Kosovos geachtet werden.“ Kosovos derzeitiger Status im internationalen Recht ist keine Hürde für den Abschluss und und die Umsetzung eines SAA.
Oktober 2012 EU-Kommission stellt fest, dass 14 der 33 Verhandlungskapitel mit Island geöffnet sind, von denen 8 bereits vorläufig geschlossen sind.
Oktober 2012 Erstmaliges direktes Treffen der kosovarischen und serbischen Regierungschefs Thaçi und Dačić unter Leitung der EU-Außenbeauftragten Ashton seit Kosovos Unabhängigkeitserklärung 2008.
10. September 2012 Internationale Lenkungsgruppe (23 EU-Staaten, USA, Türkei) gewährt Kosovo die „vollständige“ Souveränität; Beendigung der internationalen Aufsicht, d. h. einer “beaufsichtigten” Unabhängigkeit, seit 2008 gemäß des Ahtisaari-Plans; Schließung des Büros des Internationalen Beauftragten (ICO); die Missionen KFOR und EULEX bleiben in Kosovo.
September 2012 Dialog zwischen Kosovo und Serbien unter EU-Aufsicht wechselt von der technischen Ebene auf die Ebene der Premierminister; Vorbild des Dialogs ist der Grundlagenvertrag, mit dem BRD und DDR 1972 den Austausch von ständigen Vertretern vereinbarten; kein Jahr später waren beide deutschen Staaten Vollmitglieder der UNO.
Juli 2012 In Belgrad kommt die Fortschrittspartei an die Regierung.
29. Juni 2012 Beginn der Beitrittsverhandlungen mit dem EU-Beitrittskandidaten Montenegro (Screening v. a. Rechtsstaatlichkeit); bis Oktober 2013 sind 2 Verhandlungskapitel abgeschlossen; Öffnen der Verhandlungskapitel 23 (Judikative und Grundrechte) und 24 (Justiz, Freiheit und Sicherheit) gemäß des neuen Strategieansatzes der EU “Fundamentals First” (vgl. 12. Oktober 2011).
Juni 2012 Zwei deutsche KFOR-Soldaten werden bei der Räumung einer Straßenblockade in Nordkosovo angeschossen und verletzt.
14. Juni 2012 Veröffentlichung einer Roadmap für Kosovos Visaliberalisierung durch die EU-Kommission, die alle notwendigen Reformen für das visa-freie Reisen in den Schengen-Raum auflistet.
30. Mai 2012 EU-Kommission beginnt den strukturierten Dialog über Rechtsstaatlichkeit mit Kosovo.
Mai 2012 EU und Türkei eröffnen eine “positive Agenda”, die Politikfelder umfasst, in denen die Kooperation verstärkt werden kann.
1. März 2012 Ernennung Serbiens zum offiziellen EU-Beitrittskandidaten (ursprüngliches Zieldatum Serbiens hierfür war Ende 2008), nachdem Deutschland sein Veto von Dezember 2011 aufgibt und trotz der Forderung Rumäniens, die ca. 45.000 in Serbien lebende Vlachen als rumänische Staatsbürger anzuerkennen sowie der Forderung Ungarns, die im 2. WK verlustgegangenen Eigentumsrechte der ungarischen Minderheit wiederherzustellen.
März 2012 Abschluss des sogenannten “Fußnoten-Abkommens”, um die Teilnahme Kosovos an regionalen Foren auf dem Balkan juristisch und politisch zu ermöglichen.
März 2012 Schaffung des National Council for European Integration in Kosovo als höchste politische Koordinierungsinstitution im Bereich der EU-Integration; Rat wird geführt von Präsidenten Kosovos und besteht aus Regierungsmitgliedern, Parlamentsabgeordneten, Richtern, Mitgliedern der Gemeinden, Zivilgesellschaft und akademischen Repräsentanten.
Februar 2012 Einigung zwischen Kosovo und Serbien über regionale Zusammenarbeit (Agreement on Regional Representation and Cooperation) und integrierte Grenzverwaltung („Integrated Border Management (IBM) agreement“).
Februar 2012 Beginn der Ausarbeitung einer Machbarkeitsstudie über die Möglichkeit eines Stabilisierungs- und Assoziierungsabkommens (SAA) mit Kosovo.
Februar 2012 International nicht anerkanntes Referendum der serbischen Bevölkerung in Nordkosovo spricht sich klar gegen eine Integration in die Republik Kosovo und für den Verbleib in der Republik Serbien aus.
Januar 2012 In Form des Europäischen Fiskalpakts („Treaty on Stability, Coordination and Governance in the Economic and Monetary Union“), der als völkerrechtlicher Vertrag außerhalb der bestehenden Unionsverträge umgesetzt wird, wird eine verstärkte finanzpolitische Kooperation und Koordination in der EU beschlossen. Dieser als Reaktion auf die Finanz- und Staatsverschuldungskrise beschlossene Schritt zur weiteren EU-Vertiefung wurde von 25 der 27 EU-Mitgliedern mitgetragen – mit Ausnahme von Großbritannien und Tschechien.
Januar 2012 Griechenland und Slowakei, beide haben Kosovo bis dato nicht als Staat anerkannt, akzeptieren fortan in Prishtina ausgestellte Reisepässe.
19. Januar 2012 Beginn der Visa-Dialogss zwischen der Europäischen Kommission und Kosovo über die anvisierte Visaliberalisierung für den Schengen-Raum.
Dezember 2011 Führer der bosnischen Muslime, der Kroaten und Serben vereinbaren die Bildung einer neuen Regierung nach einem 14-monatigen politischen Deadlock.
Dezember 2011 Kroatien unterzeichnet den EU-Beitrittsvertrag und hält fortan den “active observer status” innerhalb der europäischen Institutionen inne, der dem Land erlaubt, mit den Arbeitsmethoden und Entscheidungsprozessen vertraut zu werden.
Dezember 2011 Erklärung der Kommission, die Teilnahme Kosovos an EU-Förderprogrammen voranzutreiben vor dem Hintergrund der Statusproblematik, insbesondere für zivilgesellschaftliche Organisationen
Dezember 2011 Kosovo und Serbien erreichen unter Vermittlung der EU Einigung über die gemeinsame Grenzverwaltung, was die Serben in Nordkosovo ablehnen.
Dezember 2011 Deutschland legt im Alleingang sein Veto gegen Ernennung Serbiens zum Kandidatenstaat ein trotz Zustimmung der Kommission; Kanzlerin Merkel stellt Abbau der serbischen Parallel-Strukturen im Nordkosovo als conditio sine qua non für den Beginn der EU-Beitrittsverhandlungen mit Serbien auf; hartes Veto gegenüber der pro-europäischen Regierung in Belgrad.
November 2011 Serbien nimmt EU-Dialog mit Kosovo wieder auf, auch wenn die Serben in Nordkosovo alle unter EU-Vermittlung erzielten Vereinbarungen zwischen Belgrad und Prishtina ablehnen; in der Folge Zusammenstöße zwischen KFOR-Kräften und serbischen Demonstranten in Nordkosovo, bei denen Dutzende auf beiden Seiten verletzt werden, darunter zwei deutsche KFOR-Soldaten durch Schussverletzungen.
12. Oktober 2011 Einführung des neuen Strategieansatzes in der Erweiterungspolitik durch den Vorstoß der Europäischen Kommission und bekräftigt durch den Rat: “Fundamentals first!” Fokus auf “good governance”-Kriterien von Beginn der Beitrittsverhandlungen an (Rechtsstaatlichkeit, Kampf gegen OK und Korruption, unabhängige Justiz, effiziente öffentliche Verwaltung, Medienfreiheit, Stärkung der Zivilgesellschaft), d. h. frühes Öffnen der essenziellen Verhandlungskapitel 23 und 24.
Oktober 2011 Grundsteinlegung für die Eurasische Union (EaU) durch die Unterzeichnung des Abkommens über die Bildung einer Freihandelszone durch Russland, Armenien, Kasachstan, Kirgisistan, Moldawien, Tadschikistan, die Ukraine und Weißrussland. Die offizielle Gründung der EaU ist für 2015 anvisiert, die auf die bereits aktive Eurasische Wirtschaftsgemeinschaft aufbauen soll.
Oktober 2011 Räumung serbischer Barrikaden in Nordkosovo durch KFOR-Kräfte, die durch serbische Demonstranten zum großen Teil jedoch verhindert wird.
Ende September 2011 Serben im Nordkosovo blockieren permanent Straßen, woraufhin Belgrad den EU-Dialog mit Prishtina unterbricht.
September 2011 Beilegung des Zollstreits im EU-vermittelten Dialog zwischen Belgrad und Prishtina; Wiederaufnahme des Dialogs am 2.9.11 nach Einigung auf Zollstempel ohne Staatssymbolik der Republik Kosovo, die von der Mehrheit der Serben in Nordkosovo abgelehnt wird.
August 2011 EU und USA setzen eine Special Task Force unter Leitung des Sonderermittlers der EU-Rechtsstaatsmission EULEX, John Clint Williamson, ein, die die Vorwürfe (u. a. von Dick Marty des Europarats) bezüglich Hashim Thaçis Involvierung in die Organhandel-Verbrechen Ende der 1990er Jahre untersucht; die Ermittlungsergebnisse werden für Juni 2014 erwartet.
August 2011 Vermittlung des deutschen KFOR-Kommandeur Erhard Bühler an den kosovarisch-serbischen Grenzübergängen erzielt erste Erfolge; jedoch lehnt ein großer Teil der Serben in Nordkosovo eine Einigung über die Grenzverwaltung zwischen Belgrad und Prishtina ab.
27. Juli 2011 Grenzposten in Jarinje und Bernjak werden beschädigt und KFOR-Kräfte beschossen.
Juli 2011 Unruhen an nördlichen Kosovo-Grenzübergängen wegen Zollstempel-Streits; Ausbruch des Streits durch kosovarisches Embargo für serbische Waren; Reaktion auf die Blockade kosovarischer Waren durch Serbien aufgrund der Nichtanerkennung des Zollstempels Kosovos; Eskalation der Gewalt nach Verlegung von Polizeikräften der Republik Kosovo an zwei nördliche Grenzübergänge zu Serbien (Jarinje, Bernjak); Tötung eines albanischen Grenzpolizisten bei Ausschreitungen in Nordkosovo; großer Einsatz von KFOR-Kräften im Grenzbereich; Stopp des serbisch-kosovarischen Dialogs unter EU-Vermittlung.
Juli 2011 Verhaftung des letzten beschuldigten Kriegsverbrecher, den ehemaligen Führer der kroatischen Serben Goran Hadzic, im nördlichen Serbien und Auslieferung nach Den Haag.
26. Mai 2011 Festnahme des Kriegsverbrechers Ratko Mladić in Serbien; Auslieferung an das Kriegsverbrechertribunal in Den Haag am 31. Mai 2011.
15. April 2011 Verurteilung der kroatischen Generäle Gotovina und Markac zu 24 und 18 Jahren Haft in Den Haag aufgrund von Kriegsverbrechen gegenüber Serben im Jahr 1995; Welle der Empörung in Kroatien über das Urteil.
April 2011 Volkszählung in Kosovo: Einwohnerzahl: ca. 1,74 Millionen (ohne die vier Gemeinden nördlich des Ibar), davon (nach aktuellen Schätzungen der OSZE) circa 91 Prozent Albaner, 4 Prozent Serben, 5 Prozent übrige Minderheiten (Türken, Bosniaken, Goraner, Roma, Ashkali und sogenannte Ägypter)
März 2011 Unterzeichnung des Euro-Plus-Pakts der Euro-Mitglieder (und -Anwärter), der eine Liste politischer Reformen zur Verbesserung der fiskalen Stärke und Wettbewerbsfähigkeit der Länder umfasst.
8. März 2011 Beginn des (technischen) Dialogs zwischen Serbien und Kosovo zur Normalisierung der Beziehungen unter EU-Vermittlung Catherine Ashton nach UNO-Resolution im September 2010; Themenbereiche: regionale Zusammenarbeit, Freizügigkeit, Handel und Rechtsstaatlichkeit; EU-moderierter Dialog mandatiert durch UN-Sicherheitsrat; Kosovos Präsident Pacolli tritt zurück aufgrund des Urteils des Verfassungsgerichts, dass das notwendige Quorum bei seiner Wahl im Parlament nicht erreicht war. Stattdessen wählt das Parlament im April die frühere Polizeibeamtin Atifete Jahjaga als Präsidentin.
Februar 2011 Wahl des kosovarisch-schweizerischen Unternehmers Behgjet Pacolli nach der dritten Wahlrunde und enger Abstimmungsergebnisse im Parlament; Hashim Thaçi wird als Ministerpräsident wiedergewählt.
17. Dezember 2010 Ernennung Montenegros zum offiziellen EU-Beitrittskandidaten.
15. Dezember 2010 Alle Westbalkanstaaten (Albanien und Bosnien-Herzegowina, außer Kosovo) verfügen nun über Visaliberalisierung mit der EU (Serbien, Mazedonien, Montenegro bereits Dezember 2009), mit biometrischen Reisepässen können die Bürger visafrei in den Schengen-Raum für einen Zeitraum von 90 Tagen einreisen; alle Westbalkanstaaten haben zu diesem Zeitpunkt ein SAA abgeschlossen (außer Kosovo).
Dezember 2010 Europarat veröffentlicht einen Bericht Sonderberichterstatters des Europarats, des früheren Tessiner Ständerats Dick Marty, der die Beteiligung der UÇK, geführt von Hashim Thaçi, im Organhandel und an anderen schweren Verbrechen (Entführung, Ermordung, Folter) während und nach dem Kosovokrieg 1999 auflistet.
12. Dezember 2010 Erste kosovarische Parlamentswahlen nach der Unabhängigkeitserklärung; Regierungschef Hashim Thaçi (PDK) gewinnt die Wahl.
Oktober 2010 Übergangspräsident Jakup Krasniqi beruft vorzeitige Neuwahlen für Februar 2011 ein; LDK unter Fatmir Sejdiu verlässt die Regierungskoalition.
September 2010 Kosovos Präsident Fatmir Sejdiu tritt zurück, nachdem das Verfassungsgericht urteilte, dass er die Verfassung verletzte, indem er Parteimitglied während der Ausübung seines Staatsamtes blieb.
September 2010 Annahme einer Resolution durch die UN-Vollversammlung für den Beginn des Dialogs zwischen Kosovo und Serbien unter EU-Aufsicht; Resolution eingebracht durch Serbien und unterstützt durch alle EU-Staaten; Resolution berücksichtigt, erstens, das Gutachten des IGH über die Vereinbarkeit der unilateralen Unabhängigkeitserklärung Kosovos mit dem internationalen Recht, und begrüßt, zweitens, die Bereitschaft der EU, den Dialogprozess zwischen Belgrad und Prishtina zu unterstützen.
27. Juli 2010 Aufnahme der EU-Beitrittsverhandlungen mit Island.
6. Juli 2010 Erstes Meeting des SAP-Dialogs der EU mit Kosovo; SAPD ersetzt den bis dato gültigen STM.
Juli 2010 Haager Kriegsverbrechertribunal beruft neues Gerichtsverfahren wegen Kriegsverbrechen gegen den früheren Premierminister Kosovos, Ramush Haradinaj, und zwei weitere UÇK-Mitglieder an, da vorherige Verfahren durch Zeugeneinschüchterung beschädigt wurden.
22. Juli 2010 Gutachten (advisory opinion) des Internationalen Gerichtshof (IGH – Hauptrechtsprechungsorgan der Vereinten Nationen): Kein Verstoß der kosovarischen Unabhängigkeitserklärung von 2008 gegen das Völkerrecht sowie die Resolution 1244/99 (bzw. die territoriale Integrität Serbiens); IGH-Gutachten nimmt jedoch nicht Stellung zur Frage der Legitimität der staatlichen Abspaltung Kosovos von Serbien; Frage, ob das Völkerrecht auch das Sezessionsrecht zulässt, bleibt also unbeantwortet.
8. Juli 2010 Resolution des Europäischen Parlaments zur Beschleunigung des Assoziierungsprozesses im Kosovo mit der Begründung, dass die Perspektive des EU-Beitritts starke Anreize für notwendige Reformen generiere.
17. Juni 2010 Island wird zum offiziellen EU-Beitrittskandidaten ernannt.
7. Juni 2010 Einführung des EFSF (Europäische Finanzstabilisierungsfazilität) als provisorischer vorläufiger Stabilisierungsmechanismus in Höhe von 750 Milliarden Euro; Zuständigkeit für neue Kreditfazilitäten und die Finanzierung von Programmen; ESFS ist bis zum 1. Juli 2013 in Kraft und wird vom ESM abgelöst.
Juni 2010 Verabschiedung der Strategie „Europa 2020“, ein auf zehn Jahre angelegtes Wirtschaftsprogramm, durch den Europäischen Rat; Nachfolgeprogramm der Lissabon-Strategie von 2000 bis 2010; Einführung des „Europäischen Semester für die Koordinierung der Wirtschaftspolitik“ 2011 im Rahmen der Europa 2020-Strategie.
Mai 2010 Serben halten Kommunalwahlen in zwei Gemeinden in Nordkosovo ab, woraufhin gewaltsame Proteste in Mitrovica ausbrechen.
12. April 2010 Kosovo-Ministerium für Transport und Kommunikation und das amerikanische Bauunternehmen Bechtel unterzeichnen den (äußerst umstrittenen, weil sehr teuren) Vertrag über den Bau der 103 Kilometer-langen Morine-Merdar-Autobahn (Nr. 7), die von der albanischen Grenze bis nördlich von Prishtina führt.
April 2010 Einrichtung des kosovarischen Ministeriums für Europäische Integration als Nachfolger der 2006 geschaffenen Agentur für Europäische Integration (Agency for European Integration, AEI).
Januar 2010 Beginn des Dialogs zwischen EU und Kosovo über den SAA-Prozess.
22. Dezember 2009 Serbien reicht den Antrag auf EU-Mitgliedschaft ein.
19. Dezember 2009 Aufhebung der Schengen-Visumpflicht für die Einreise von Bürgern aus Mazedonien, Montenegro und Serbien in den Schengenraum.
7. Dezember 2009 Serbien erzielt Übergangsabkommen zur wirtschaftlichen Zusammenarbeit mit der EU.
1. Dezember 2009 Lissaboner Vertrag: vierter Reformvertrag seit Schaffung des Europäischen Wirtschaftsraums (EEA); Inkrafttreten des Vertrags von Lissabon als „Verfassungsvertrag light“ nach dem Scheitern der Verfassungsreferenden 2005 in FR und NL; vertragliche Verankerung der Rechtspersönlichkeit der Union mit der Fähigkeit des Abschlusses internationaler Abkommen und des Beitritts zu internationalen Organisationen, d. h. Handeln und Auftritt der Union als Einheit und damit Umwandlung der dreisäuligen „Tempelkonstruktion“: „Die Union tritt an die Stelle der Europäischen Gemeinschaft, deren Rechtsnachfolgerin sie ist.“ (Art. 1 EUV); Vertrag beinhaltet institutionelles Rahmenwerk zur Aufnahme weiterer Staaten; Grundrechtecharta ist nicht Bestandteil des Vertrags, in Artikel 6 wird diese jedoch für alle EU-Mitglieder, abgesehen von Großbritannien und Polen für bindend erklärt; Festlegung der politischen und institutionellen Architektur des Staatenverbunds im „Vertrag über die Europäische Union“ (EUV) sowie im „Vertrag über die Arbeitsweise der Europäischen Union“ (AEUV; ehemals Vertrag zur Gründung der Europäischen Gemeinschaft), wobei beide rechtlich gleichrangig sind; Einführung des Doppelhuts des Hohen Außenbeauftragten und Vize-Präsidenten der Kommission, unterstützt durch den Europäischen Auswärtigen Dienst (EEAS); Etablierung der permanenten strukturierten Zusammenarbeit im militärischen, verteidigungspolitischen Bereich.
15. November 2009 Erste selbstständig durchgeführte Kommunalwahlen in Kosovo (boykottiert durch serbische Kosovaren, insbesondere in Nordkosovo).
14. Oktober 2009 Europäische Kommission veröffentlicht das Dokument „Communication from the commission to the European parliament and the council: Kosovo – Fulfilling its European Perspective“.
2. Oktober 2009 Positives Referendum Irlands zum abgeänderten Lissabonner Vertrag.
29. Juni 2009 Beginn der Mitgliedschaft Kosovos im Internationalen Währungsfonds (IWF) und in der Weltbankgruppe – trotz des ungeklärten völkerrechtlichen Status.
15. November 2009 Kommunalwahlen in Kosovo (die ersten seit der Unabhängigkeitserklärung 2008); Boykott durch die Kosovo-Serben in den vier Gemeinden Nordkosovos; stattdessen Durchführung lokaler Parallelwahlen durch Belgrad im Norden Kosovos.
14. Oktober 2009 Mitteilung der Kommission „Kosovo – Verwirklichung der europäischen Perspektive“: Vorschläge für Initiativen zur Visaliberalisierung und für den Stabilisierungs- und Assoziierungsprozess-Dialogs (SAPD), Empfehlung zur Verlängerung der für Kosovo geltenden Handelspräferenzregelung mit der EU, Vorschlag zum Abschluss eines gemeinsamen Handelsabkommens sowie für Kosovos Teilnahme an EU-Programmen.
Oktober 2009 Kosovo und Mazedonien legen Grenzstreitigkeiten durch einen Staatsvertrag bei.
Oktober 2009 Beginn des Stabilisierungs- und Assoziierungsprozess-Dialogs (SAPD) zwischen EU und Kosovo.
September 2009 Slowenien hebt sein Veto für die kroatischen EU-Beitrittsverhandlungen auf, nachdem Grenzstreitigkeiten mit Kroatien gelöst wurde.
August 2009 Zusammenstöße in Mitrovica zwischen Kosovo-Albanern und -Serben.
Juli 2009 Kommission legt umfangreichen Vorschlag für EU-Visapolitik (Liberalisierung) gegenüber den Westbalkanländern vor.
30. Juni 2009 Das deutsche Bundesverfassungsgericht bestätigt die grundsätzliche Vereinbarkeit des Lissabonner Vertrags mit dem deutschen Grundgesetz, fordert jedoch Änderungen am deutschen Begleitgesetz.
25. Juni 2009 Slowenien blockiert zum zweiten Mal mittels eines Vetos die Eröffnung eines Verhandlungskapitels mit Kroatien aufgrund des Grenzstreits um Meereszugang.
16. Juli 2009 Island reicht den EU-Beitrittsantrag ein; Island ist seit 1994 Mitglied des EWR und nimmt seit 2001 am Schengener Raum teil.
7. Mai 2009 Gründungsgipfel der Östlichen Partnerschaft im Rahmen der Europäischen Nachbarschaftspolitik (ENP); Zielstellung: Heranführung der sechs osteuropäischen Länder Armenien, Aserbaidschan, Georgien, Moldawien, Ukraine und Weißrussland an die EU über ökonomische Integrationsschritte (vertiefte Freihandelsabkommen) ohne explizite EU-Beitrittsperspektive; Initiative ausgehend vom polnischen Außenminister Radosław Sikorski mit Unterstützung Schwedens; Vorstellung am 26. Mai 2008 in Brüssel vor dem Rat für Allgemeine Angelegenheiten und Außenbeziehungen (RAA); Beschluss im Dezember 2008 auf dem Europäischen Rat.
6. April 2009 Erreichung der vollen Einsatzfähigkeit der EULEX-Mission in Kosovo.
1. April 2009 Das Stabilisierungs- und Assoziierungsabkommen (SAA) zwischen EU und Albanien tritt in Kraft; Albanien reicht sogleich den EU-Beitrittsantrag ein.
April 2009 Serbiens Präsident Boris Tadic besucht Kosovo; zeitgleicher Ablauf der Deadline zur Einreichung von Argumenten bezüglich des Gutachtens des Internationalen Gerichtshofes (IGH) über die Unabhängigkeitserklärung Kosovos.
Februar 2009 UN-Kriegsverbrechertribunal in Den Haag spricht den früheren serbischen Präsidenten Milan Milutinovic von Vorwürfen frei, er habe eine Terrorkampagne gegen Kosovo-Albaner in den 1990er Jahren angeordnet.
Januar 2009 Neue multiethnische Kosovo Security Force (KSF) unter Aufsicht der NATO gegründet.
31. Dezember 2008 Ende des Mandats der Europäischen Agentur für den Wiederaufbau (EAR) der EU, das im Jahr 2000 begann und Operationsbasen sich in Belgrad (Serbien), Podgorica (Montenegro), Priština (Kosovo) und Skopje (Mazedonien) unterhielt.
19. Dezember 2008 Slowenien blockiert mittels eines Vetos die Eröffnung von 10 Verhandlungskapiteln mit Kroatien aufgrund des Grenzstreits um einen Meereszugang.
15. Dezember 2008 Montenegro reicht den EU-Beitrittsantrag ein.
9. Dezember 2008 Operativer Start der EULEX-Mission in Kosovo, welche die Bereiche Polizei, Justiz und Zoll von der NU-Mission UNMIK übernimmt.
8. Dezember 2008 Beschluss im Europäischen Rat zum Start der Östlichen Partnerschaft (zum Teil auch Ost-Partnerschaft genannt) im Rahmen der Europäischen Nachbarschaftspolitik (ENP) mit der Zielstellung der Heranführung der sechs osteuropäischen Staaten Armenien, Aserbaidschan, Georgien, Moldawien, Ukraine und Weißrussland an die EU; Initiative für Einführung der ÖP aus Polen und Schweden; Vorstellung am 26. Mai 2008 vor dem Rat für Allgemeine Angelegenheiten und Außenbeziehungen (RAA); Gründungsgipfel am 7. Mai 2009 in Prag, Tschechien.
26. November 2008 Zustimmung des UN-Sicherheitsrats (als Presidential Statement) zum Sechs-Punkte-Plan für Kosovo des UN-Generalsekretärs Ban Ki-Moon.
Oktober 2008 Serbien unterzeichnet das Stabilisierungs- und Assoziierungsabkommen (SAA) mit der EU, das jedoch erst im Juni 2010 in Kraft tritt.
Oktober 2008 Anerkennung Kosovos durch Mazedonien nach Entspannung im bilateralen Grenzstreit.
Oktober 2008 UN-Vollversammlung stimmt für die Durchführung eines Gutachtens über die Rechtmäßigkeit der kosovarischen Unabhängigkeitserklärung 2008 durch den Internationalen Gerichtshof.
15. September 2008 Zusammenbruch der US-amerikanischen Investmentbank Lehman Brothers mit Hauptsitz in New York; Ausbruch der weltweiten Finanz- und Wirtschaftskrise.
20. August 2008 Eingeständnis der Vereinten Nationen für die Notwendigkeit einer Neuordnung der internationalen Präsenz im Kosovo ein; UN nimmt Einsatz einer Rechtsstaatlichkeitsmission der EU im Rahmen der GSVP zur Kenntnis.
Juli/August 2008 Kaukasuskrieg um die Regionen Südossetien und Abchasien zwischen Georgien und Russland; Moskau nutzt den völkerrechtlichen Präzedenzfall Kosovo als Legitimations- und Rechtfertigungsgrundlage für sein Vorgehen in Georgien und für die Verletzung der georgischen territorialen Integrität.
Juli 2008 Geberkonferenz für Kosovo in Brüssel auf Initiative der Europäischen Kommission, auf der ca. 1,2 Mrd. Euro zugesagt wurden, davon mehr als 500 Mio. Euro aus dem Haushalt der EU.
Juli 2008 Erstmaliger Gebrauch der EU von Sanktionen gegenüber Bulgarien als neues EU-Mitglied in Form von Sperrung verschiedener Finanzhilfen in dreistelliger Millionenhöhe; EU-Beitritt Bulgariens und Rumäniens wird zunehmend als verfrüht eingeschätzt, wodurch der gesamte Erweiterungsprozess an Dynamik verliert.
21. Juli 2008 Festnahme des vom IstGHJ seit 1996 gesuchten und ehemaligen Präsidenten der Republika Srpska Radovan Karadzic; Auslieferung am 30. Juli 2008 an das Kriegsverbrechertribunal in Den Haag.
13. Juli 2008 Gründung der Union für das Mittelmeer bzw. Union für den Mittelmeerraum zwischen den EU-Staaten, den Anrainerstaaten des Mittelmeers sowie Mauretanien und Jordanien; Anknüpfen der Union für das Mittelmeer an den seit 1995 bestehenden Barcelona-Prozess; Operativer Beginn im März 2010.
Juli 2008 Beginn der einvernehmlichen Demarkation der Grenze zwischen Kosovo und Mazedonien.
26. Juni 2008 Bericht von Elmar Brok für das Europäische Parlament zur EU-Erweiterungspolitik, der fordert, „dass die Erweiterungsstrategie mit differenzierten außenpolitischen Vertragsmodellen einhergehen sollte und dass diese Vertragsmodelle als wechselseitig durchlässig konzentrische Kreise konzipiert werden könnten, wobei Länder unter strengen, aber eindeutig formulierten internen und externen Bedingungen Gelegenheit hätte, von einem Status in einen anderen überzuwechseln, falls sie dies wünschen und auch die mit dem entsprechenden Modell verbundenen Kriterien erfüllen“ (S. 7) und somit die konzeptionelle und rechtliche Diskrepanz zwischen Erweiterungsstrategie und Nachbarschaftspolitik überwindet.
20. Juni 2008 Der Europäische Rat in Brüssel bekräftigt die Bereitschaft der EU, die wirtschaftliche und politische Entwicklung des Kosovo mit einer klaren europäischen Perspektive zu unterstützen, schließt jedoch einen zukünftigen Gruppenbeitritt aus, in dem die Beitrittskandidaten allein entsprechend ihrer individuellen Fortschritte bewertet würden (“Regatta-Prinzip”).
15. Juni 2008 Inkrafttreten der Verfassung Kosovos, nach 9 Jahren UN-Protektorat; Serben in Nordkosovo berufen eigenständiges Parlament in Mitrovica aus.
12. Juni 2008 Irland stimmt in einem Referendum mit Nein zum revidierten Vertrag von Lissabon.
Juni 2008 Gewaltsame Unruhen bei den Parlamentswahlen in Mazedonien; nachfolgender Boykott des Parlaments durch oppositionelle, albanische Parteien; Hoffnungen Mazedoniens auf Eröffnung der EU-Beitrittsverhandlungen zerschlagen sich.
Juni 2008 Unterzeichnung des Stabilisierungs- und Assoziierungsabkommen (SAA) zwischen Bosnien-Herzegowina und EU.
Juni 2008 Ende der Tätigkeit der vierten UNMIK-Säule in Kosovo unter Leitung der EU.
26. Mai 2008 Vorstellung der Östlichen Partnerschaft (anfangs auch Ost-Partnerschaft genannt) im Rahmen der Europäischen Nachbarschaftspolitik (ENP) vor dem Rat für Allgemeine Angelegenheiten und Außenbeziehungen (RAA) auf Initiative Polens und Schwedens; Zielstellung: Heranführung der sechs osteuropäischen Staaten Armenien, Aserbaidschan, Georgien, Moldawien, Ukraine und Weißrussland an die EU; Beschluss der ÖP auf dem Europäischen Rat im Dezember 2008; Gründungsgipfel am 7. Mai 2009 in Prag, Tschechien.
11. Mai 2008 Unterzeichnung des Stabilisierungs- und Assoziierungsabkommen (SAA) zwischen EU und Serbien.
April 2008 Kosovos Parlament nimmt neue Verfassung an, die am 15. Juni 2008 in Kraft tritt.
5. März 2008 Mitteilung der Kommission „Westlicher Balkan: Stärkung der europäischen Perspektive“: Betonung des Instruments der Visaliberalisierung für den Westbalkan.
März 2008 Unruhen im serbisch dominierten Nordkosovo; Kosovarische Agentur für Europäische Integration erstellt Plan zur Europäischen Integration Kosovos, der im April 2008 von der kosovarischen Regierung angenommen wird.
März 2008 Serbische Gegner der kosovarischen Unabhängigkeit besetzen ein UN-geleitetes Gericht in Mitrovica; mehr als 100 Personen werden bei Auseinandersetzungen mit UN- und NATO-Kräften verletzt; ein UN-Polizist wird getötet.
Ende Februar 2008 Beschluss des PIC (Peace Implementation Council), dass der Hohe Repräsentant (HR) in Bosnien auf unbestimmte Zeit vor Ort bleibt; der HR ist seit 1995 im Land mit exekutiven und legislativen Vollmachen („Bonn Powers“).
28. Februar 2008 Einrichtung der Internationalen Lenkungsgruppe (ISG): Ernennung von Peter Feith zum Internationalen Zivilen Repräsentanten (ICR) im Kosovo, Vorsitz des International Civilian Office (ICO), bestehend bis September 2012.
27. Februar 2008 Überführung des Stabilitätspakts für Südosteuropa in den Regionalen Kooperationsrat (RCC).
18. Februar 2008 Verabschiedung der überarbeiteten Europäischen Partnerschaft mit Serbien durch den Europäischen Rat.
18. Februar 2008 Der Europäische Rat nimmt die Unabhängigkeitserklärung Kosovos zur Kenntnis und bringt die Überzeugung der EU zum AusdrUÇK, dass Kosovo einen Sonderfall (sui generis) darstellt; im Falle Kosovo beauftragt der Rat die Kommission zur Anwendung gemeinschaftlicher Instrumente zur Förderung der ökonomischen und politischen Entwicklung in Kosovo.
17. Februar 2008 Unilaterale Unabhängigkeitserklärung der Republik Kosovo.
4. Februar 2008 Beschluss des Rats zur Entsendung des EUSR KOSOVO sowie der EULEX KOSOVO; Zielstellung: vollständige Übernahme der UNMIK-Zuständigkeiten („Rekonfigurierung“), jedoch gescheitert aufgrund Russlands Blockade im UNSC (Resultat: „Rekonfusion“).
Januar 2008 Beginn des Dialogs der Kommission mit Serbien über die Erstellung eines Fahrplans (Roadmap mit Benchmarks) zur Visaliberalisierung; im Februar 2008 stoßen Mazedonien und Montenegro dazu, im März Albanien und im Mai Bosnien-Herzegowina; Ziel: Beförderung zwischengesellschaftlicher Kontakte.
21. Dezember 2007 Erweiterung des Schengen-Raums um Estland, Polen, Tschechien, Ungarn, Lettland, Malta, Litauen, Slowakei und Slowenien.
19. Dezember 2007 Geschlossene Debatte im UN-Sicherheitsrat über den Troika-Bericht bezüglich des Statuskonflikts zwischen Serbien und Kosovo endet ergebnislos; kein Last-Minute-Durchbruch in der Statusfrage Kosovos; EU und USA bekräftigen die Überzeugung, dass nach zwei Jahren anhaltenden Diskussionen weitere Verhandlungen zwischen Belgrad und Prishtina unter UN-Vermittlung ohne Aussicht auf Erfolg seien und es an der Zeit wäre, zu handeln.
14. Dezember 2007 Zustimmung des Europäischen Rats zur (statusneutralen) EU-Mission im Kosovo, die die UNMIK-Mission ersetzen soll („Rekonfigurierung“).
13. Dezember 2007 Demonstration von tausenden (kosovo-serbischen) Teilnehmern in Nord-Mitrovica gegen die anvisierte Unabhängigkeit Kosovos.
13. Dezember 2007 Unterzeichnung des „Vertrags von Lissabon zur Änderung des Vertrags über die Europäische Union und des Vertrags zur Gründung der Europäischen Gemeinschaft“; Lissabon-Vertrag bildet als Reformvertrag einen klassischen Änderungsvertrag in der konstitutionellen Entwicklung der Europäischen Union.
12. Dezember 2007 Unterzeichnung der Charta der Grundrechte der Europäischen Union im Europäischen Parlament in Straßburg.
10. Dezember 2007 Demonstration von tausenden (kosovo-albanischen) Teilnehmern in Prishtina für die Unabhängigkeit Kosovos.
7. Dezember 2007 Vorstellung des Troika-Abschlussberichts gegenüber dem UN-Generalsekretär; Abschluss der viermonatigen Troika-Verhandlungen (darunter sechs direkte Face-To-Face-Gespräche); Zusammenfassung der Vorschläge (überwachte Unabhängigkeit, statusneutraler Staatsvertrag, erweiterte Autonomie in Form einer Konföderation, Gebietstausch Nordkosovo/Preševo-Tal) und endgültiges Scheitern der Verhandlungen zwischen Belgrad und Prishtina über Lösung des Konflikts um die Souveränität Kosovos; Bericht betont die EU-Integration als essentielle Rolle zur Stabilisierung der Region; Beginn der Vorbereitung in Prishtina für die unilaterale Unabhängigkeitserklärung der Republik Kosovo.
3. Dezember 2007 Zehnte (indirekte), finale Troika-Verhandlungsrunde zwischen Serbien und Kosovo in Belgrad und Prishtina.
26. – 28. November 2007 Neunte (direkte), finale und ebenfalls erfolglose Troika-Verhandlungsrunde zwischen Serbien und Kosovo in Baden, nahe Wien (sechste direkte Verhandlungsrunde).
20. November 2007 Achte (direkte) Troika-Verhandlungsrunde zwischen Serbien und Kosovo in Brüssel (fünfte direkte Verhandlungsrunde); Serbien schlägt wiederholt die Idee einer “essential autonomy” in Form einer Konföderation, vergleichbar mit der weitgehenden Autonomie Hong Kongs von China oder Ålands von Finnland vor, in der Belgrad “nur” über die Außen- und Verteidigungspolitik, Grenzkontrolle und den Schutz des serbischen Erbes die Kontrolle in Kosovo ausüben würde; Belgrad prägt seine präferierte Formel für die Statuslösung Kosovos “more than autonomy, but less than independence”; Prishtina insistiert weiterhin auf uneingeschränkter Unabhängigkeit und Eigenstaatlichkeit und schlägt die Unterzeichnung eines “Freundschaftsvertrags” zwischen Kosovo und Serbien vor, in dem die gegenseitige Souveränität anerkennt wird; Der Vorschlag des Kontaktgruppenmitglieds Wolfgang Ischinger eines statusneutralen Grundlagenvertrags (analog zum Vertrag zwischen BRD-DDR 1972), der die Arbeitsbeziehungen beider Staaten ohne gegenseitige Anerkennung der Souveränität ermöglicht, wird sowohl von Belgrad als auch Prishtina abgelehnt.
17. November 2007 Dritte kosovarische Parlamentswahlen; Wahlsieg der PDK unter Hashim Thaçi mit 34,3 % der Stimmen.
6. November 2007 Strategiepapier zur Erweiterung der Kommission: Vorschlag für Übertragung der Verantwortung des Stabilitätspakts an den 1996 initiierten SEECP durch die Schaffung des Regionalen Kooperationsrates (RCC).
5. November 2007 Siebte (direkte) Troika-Verhandlungsrunde zwischen Serbien und Kosovo in Wien (vierte direkte Verhandlungsrunde).
22. Oktober 2007 Sechste (direkte) Troika-Verhandlungsrunde zwischen Serbien und Kosovo in Wien.
18./19. Oktober 2007 Auf einem informellen EU-Gipfel in Lissabon einigen sich die EU-Staaten auf den Vertragstext des Reformvertrags.
14. Oktober 2007 Fünfte (direkte) Troika-Verhandlungsrunde zwischen Serbien und Kosovo in Brüssel, Belgien.
Oktober 2007 Unterzeichnung des SAA zwischen Montenegro und EU.
28. September 2007 Vierte (erstmals direkte) Troika-Verhandlungsrunde zwischen Belgrad und Prishtina in New York, USA.
27. September 2007 High-Level-Meeting der Kontaktgruppe mit dem UN-Generalsekretär, dem NATO-Generalsekretär und dem EU-Außenbeauftragten im UNO-Gebäude in New York, USA, hinsichtlich der Statuslösung Kosovos auf Basis des Statements der Kontaktgruppe vom November 2005 und der UN-Resolution 1244/99.
18./19. September 2007 Dritte (indirekte) Troika-Verhandlungsrunde in London, Großbritannien, mit Belgrad und Prishtina.
7. September 2007 Treffen der EU-Außenminister in Portugal mit dem (erfolglosen) Versuch, eine einheitliche europäische Position in der Kosovo-Frage zu erlangen; Zypern, Griechenland, Rumänien, Slowakei und Spanien lehnen die Unabhängigkeit der Provinz weiterhin ab, insbesondere die unilaterale, nicht durch eine UN-Resolution gedeckte Unabhängigkeitserklärung Kosovos findet keinen Konsens innerhalb der EU.
30. August 2007 Zweite (indirekte) Troika-Verhandlungsrunde in Wien, Österreich; Idee des Gebietstausches zwischen Serbien und Kosovo als Konfliktlösung kommt in Umlauf, wird aber umgehend durch Vertreter der EU ausgeschlossen.
10. – 12. August 2007 Erste (indirekte) Troika-Verhandlungsrunde in Belgrad, Serbien, und Prishtina, Kosovo.
9. August 2007 Erstes Treffen der Troika auf Initiative der Balkankontaktgruppe; Troika trifft die Kontaktgruppe in London, Großbritannien.
1. August 2007 Beginn der neuen Verhandlungsrunde (unter Vermittlung der Troika) zur Lösung des serbisch-kosovarischen Statuskonflikts durch den UN-Generalsekretär; Verhandlungsabschluss bis Dezember 2007 vorgesehen.
27. Juli 2007 Zusammenbruch der IKB Deutschen Industriebank AG mit Sitz in Düsseldorf; Vorbote der einsetzenden globalen Finanzkrise.
25. Juli 2007 Treffen der Kontaktgruppe in Wien stimmt dem EU-Vorschlag zur Bildung einer Troika, die die finalen Verhandlungen zwischen Belgrad und Gespräche leitet, zu.
24. Juli 2007 Außerordentliche Sitzung serbischen Parlaments beschließt eine Resolution mit 217 zu 12 Stimmen bei 3 Enthaltungen, die Kosovo als serbisches Territorium bekräftigt und für eine Unabhängigkeit der Provinz “unforeseeable consequences” für die Stabilität des Westbalkan sieht.
23. Juli 2007 Beratung der EU-Außenminister über eine gemeinsame Haltung zum Ahtisaari-Plan endet erfolglos; Beschluss zur Einrichtung einer Troika (aus EU, USA und Russland), die die Gespräche zwischen Belgrad und Gespräche leitet.
20. Juli 2007 Aufgabe der geplanten UN-Resolution zur Statuslösung Kosovos aufgrund der Ablehnung zahlreicher Resolutionsentwürfe durch die russische UN-Delegation; endgültiges Scheitern des Ahtisaari-Plans aufgrund von Russlands Vetoblockade im UN-Sicherheitsrat nach vier Monaten der Debatten im UN-Sicherheitsrat; Vereinbarung zu weiteren, ergebnisoffenen Verhandlungen (auf Initiative Frankreichs hin) über die Kosovo-Frage in der Kontaktgruppe (bzw. der Troika-Runde) und zwischen Belgrad und Prishtina.
1./2. Juli 2007 Treffen von George W. Bush und Wladimir W. Putin in Kennebunkport, USA; Kosovo-Frage wird nicht in der gemeinsamen Pressekonferenz erwähnt.
21./22. Juni 2007 Einigung des Europäischen Rates in Brüssel auf ein Mandat für einen Grundlagenvertrag der Europäischen Union, der weitgehend die Inhalte der abgelehnten Europäischen Verfassung enthält.
15. Juni 2007 Prishtina und Belgrad werden darüber informiert, dass weitere Verhandlungen über den Kosovo-Status notwendig sind, um eine Resolution im UN-Sicherheitsrat zu erreichen.
13. Juni 2007 Wiederaufnahme der EU-Verhandlungen mit Serbien über das SAA, die 2005 begonnen wurden, nachdem Serbien die vollständige Kooperation mit dem Kriegsverbrechertribunal in Den Haag garantiert.
10. Juni 2007 Besuch des US-Präsidenten George W. Bush in Albanien; Bekräftigung des Willens US-Regierung für ein unabhängiges Kosovo.
6. – 8. Juni 2007 G8-Gipfel in Heiligendamm, Deutschland; Kosovo-Frage nur ein Randthema neben bestimmenden Themen wie Klimawandel, Entwicklung, internationalen Handel, Terrorismus, Iran, Darfur, Libanon, Afghanistan, Nordkorea, etc; Russland bekräftigt seine Ablehnung des Ahtisaari-Plans ohne Serbiens Zustimmung; Aufschub der Lösung der Kosovo-Frage im UN-Sicherheitsrat deutet sich an; Initiative Frankreichs, weitere Verhandlungen zwischen Belgrad und Prishtina durchzuführen.
23. Mai 2007 Ein Belgrader Sondergericht für Organisierte Verbrechen verurteilt 12 Männer für die Ermordung des serbischen Ministerpräsidenten Zoran Djindjic am 12. März 2003.
15. Mai 2007 Erfolgreiche Bildung einer pro-demokratischen und -europäischen serbischen Regierungskoalition aus den vier Parteien Demokratische Partei (DS), Demokratische Partei Serbiens (DSS), G17+ und Neues Serbien (NS) unter Premierminister Vojislav Koštunica; EU kündigt Visa-Erleichterungen gegenüber Serbien an.
14./15. Mai 2007 (Erfolgloser) Besuch von Condoleezza Rice, Außenministerin der Vereinigten Staaten, in Moskau zur Lösung des Statuskonflikts und zur Besprechung weiterer russisch-amerikanischer Konfliktbereiche wie dem US-amerikanischen Abwehrschild in Osteuropa und der stetigen Annäherung zwischen NATO und den ehemaligen Sowjetrepubliken Ukraine und Georgien.
11. Mai 2007 Deutsch-amerikanischer Resolutionsentwurf über Statuslösung durch eine “überwachte Unabhängigkeit” Kosovos gemäß des Ahtisaari-Plans wird im UN-Sicherheitsrat präsentiert, der sogleich durch Russland abgewiesen wird mit dem Hinweis, bei einer Abstimmung im UN-Sicherheitsrat das Vetorecht zu nutzen.
10. Mai 2007 Öffentliche Sitzung des UN-Sicherheitsrats über den Abschlussbericht der Fact Finding Mission to Kosovo mit dem Ziel, eine Resolution über die Kosovo-Frage zu erarbeiten.
3. Mai 2007 Treffen der Kontaktgruppe in London hinsichtlich der Fact Finding Mission to Kosovo.
2. Mai 2007 Sitzung des UN-Sicherheitsrats über das Thema Kosovo; Präsentation des Berichts der Fact Finding Mission to Kosovo durch den Missions-Vorsitzenden und belgischen UN-Botschafter Johan Verbeke.
24. – 29. April 2007 “Fact Finding Mission to Kosovo” der 15 Botschafter des UN-Sicherheitsrats in Brüssel, Belgrad, Prishtina und Wien (mit Martti Ahtisaari) bezüglich der Statusfrage Kosovos.
5. April 2007 Versammlung Kosovos stimmt für den Ahtisaari-Plan mit 100 Stimmen zu eins bei 19 Enthaltungen (kosovo-serbische Mitglieder).
3. April 2007 Erste offizielle (geschlossene) Debatte des UN-Sicherheitsrats über den Ahtisaari-Plan.
28. März 2007 Treffen der Kontaktgruppe bezüglich der Ahtisaari-Vorschläge.
26. März 2007 Öffentliche Präsentation der Statusvorschläge von UN-Generalsekretär Ban Ki-Moon vor dem UN-Sicherheitsrat; Ahtisaaris Empfehlung für Kosovos finalen Status sieht eine “überwachte Unabhängigkeit” Kosovos und keine erweiterte Autonomie der Provinz innerhalb der Republik Serbien vor; starke Vorbehalte bei einigen UN-Sicherheitsratsmitgliedern bzgl. einer aufgezwungenen Staatlichkeit Kosovos ohne Einwilligung Serbiens; Russlands Vorschlag zur Bildung einer “Fact Finding Mission to Kosovo” wird akzeptiert.
25. März 2007 „Berliner Erklärung“ der deutschen Ratspräsidentschaft auf informellen EU-Gipfel zum 50. Jahrestag der Römischen Verträge, die von 27 EU-Staatschefs unterzeichnet wird; Ziel ist die Ausarbeitung eines EU-Reformvertrags, der die inhaltliche Substanz des Verfassungsvertrags ohne konstitutionelle Elemente enthält; Bewirken einer konstitutionellen Konsolidierung durch die Berliner Erklärung und leichten Beschleunigung des Erweiterungsprozesses in Folge des „Erneuerten Erweiterungskonsenses“.
19. März 2007 Geschlossene Sitzung des UN-Sicherheitsrats über das Thema Kosovo anlässlich des aktuellen UNMIK-Berichts.
15. März 2007 Präsentation der Statusvorschläge gegenüber Ban Ki-moon, dem Generalsekretär der Vereinten Nationen, einschließlich einer Empfehlung für Kosovos finalen Status.
10. März 2007 Finales “High-Level-Summit-Meeting” zwischen Belgrad und Prishtina in Wien endet (nach 16 Monaten unter Ahtisaari-Vermittlung) ohne Einigung zwischen Belgrad und Prishtina: “I regret to say that at the end of the day, there was now will on the part of the parties to move away from their positions… No amount of additional negotiations will change that… It is my firm conclusion that the potential of negotiations is exhausted.” (Ahtisaari)
6. März 2007 EU-Erweiterungskommissar Olli Rehn deutet an, dass Serbien den EU-Kandidatenstatus bereits 2008 erhalten könne; Anreiz für Serbien, eine Statuslösung am 10. März 2007 zu erreichen.
27. Februar 2007 Zweite Phase der technischen Diskussionen in Wien; bis zum finalen Meeting am 2. März 2007.
21. Februar 2007 Erste Phase der technischen Diskussionen über den Ahtisaari-Plan in Wien.
15. Februar 2007 Russlands Präsident Putin betont in einem Brief an Serbiens Präsident Tadic Russlands Unterstützung für Serbiens “legitimate demands”, die konform mit dem Völkerrecht sind.
9./10. Februar 2007 Steigende Spannungen in Kosovo; 10.000 Kosovo-Serben protestieren im nördlichen Teil Mitrovicas gegen den Ahtisaari-Plan; in Prishtina fordert ein Demonstrationszug von Vetevendosje die sofortige und unbeschränkte Unabhängigkeit Kosovos; Polizei und UNMIK setzen Tränengas und Gummigeschosse ein, wodurch zwei Personen zu Tode kommen, zwei weitere schwer verletzt, über 70 leicht verletzt werden.
2. Februar 2007 Präsentation des 58-seitigen Ahtisaari-Plans („Comprehensive Proposal“) des UN-Sondergesandten Martti Ahtisaari für den zukünftigen Status Kosovos (Strukturen, Institutionen und Funktionen) in Form einer “überwachten Unabhängigkeit” gegenüber Belgrad und Prishtina; keine genaue Festlegung auf den finalen Status Kosovos bzgl. Staatlichkeit und Souveränität; Ablehnung durch Belgrad, Begrüßung durch Prishtina.
26. Januar 2007 Präsentation der Statusvorschläge Ahtisaaris („Comprehensive Proposal“) einer „überwachten Unabhängigkeit“ Kosovos gegenüber der Kontaktgruppe in Wien; tiefe Differenzen in der Statusfrage zwischen Russland und EU/USA werden offensichtlich.
21. Januar 2007 Parlamentswahlen in Serbien; Wahlsieger ist die Serbische Radikale Partei von Vojislav Šešelj, die mit 29 % die meisten Sitze im Parlament erringt.
1. Januar 2007 Serbiens Premierminister Kostunica feiert unter bewaffneten Schutz das Neujahr in Kosovo zusammen mit Kosovo-Serben.
1. Januar 2007 Erweiterung des Mitteleuropäischen Freihandelsabkommens (CEFTA) um die Staaten des westlichen Balkans.
1. Januar 2007 Zweite Osterweiterung: Bulgarien und Rumänien treten der EU bei; weiter steigende EU-Erweiterungsmüdigkeit aufgrund des als verfrüht wahrgenommenen Beitritts der beiden Staaten; Slowenien wird als erstes osteuropäisches Land Mitglied der Eurozone.
ab Januar 2007 Bündelung der finanziellen Hilfen für alle Länder mit Beitrittsperspektive im Instrument für Heranführungshilfe (Instrument for Pre-Accession – IPA), das verschiedene EU-Programme und -Finanzierungsinstrumente zur Heranführung von Beitrittskandidaten oder potenziellen Beitrittskandidaten ersetzt: PHARE, PHARE CBC, ISPA, SAPARD, CARDS und das Finanzierungsinstrument für die Türkei; IPA umfasst folgende fünf Bereiche:
Institutionenaufbau und Demokratisierung, Grenzüberschreitende Zusammenarbeit (mit den EU-Mitgliedstaaten und anderen IPA-Ländern), Regionale Entwicklung (Transportwesen, Umwelt und wirtschaftliche Entwicklung), Humanressourcen (Stärkung des Humankapitals und Kampf gegen Diskriminierung), Entwicklung des ländlichen Raums; Einteilung der im Rahmen des IPA geförderten Länder in zwei Kategorien: Förderung eines Kandidatenstaates durch IPA in allen fünf Komponenten des IPA; Förderung eines potenziellen Beitrittskandidaten in den ersten beiden Komponenten.
13. Dezember 2006 Debatte im UN-Sicherheitsrat über den Statuskonflikt zwischen Kosovo und Serbien (Quartalsbericht der UNMIK).
Dezember 2006 Beschluss des Europäischen Rates über die „Grundlage für einen erneuerten Konsens zur Erweiterung“: neue Balance zwischen Fortsetzung der Erweiterung und innerer Konsolidierung („Politik der drei K“; „erneuerter Erweiterungskonsens“; “Synchronisierung von Erweiterung und Vertiefung”), d. h. de facto, dass nunmehr die Vertiefung Vorrang hat gegenüber künftigen Erweiterungen, die EU-Konditionalität (d. h. die Kopenhagener Kriterien) weiter an Bedeutung gewinnt und der Erweiterungsprozess stark verlangsamt wird; Folge der gescheiterten Verfassungsreferenden 2005 in FR und NL.
Dezember 2006 Türkei erfüllt die letzte verbliebene Kondition, indem es die Zollunion mit EU auf alle neuen EU-Mitgliedsstaaten, inklusive Zypern, erweitert; jedoch wird die neue Zollunion nicht ratifiziert, weshalb die türkischen See- und Flughäfen für zypriotischen Verkehr versperrt bleiben; als Folge friert die EU die Beitrittsverhandlungen in acht Politikbereichen ein.
Dezember 2006 Erweiterung der CEFTA um Albanien, Bosnien-Herzegowina, Montenegro, Moldawien, Serbien und Kosovo.
28. November 2006 Demonstrationen in Prishtina von 3.000 bis 5.000 Unterstützern der Bewegung Vetevendosje, die z. T. gewaltsam gegen die Verschiebung der Statuslösung und die weitere Präsenz der Internationalen Gemeinschaft in Kosovo demonstrieren.
10. November 2006 Serbisches Parlament nimmt offiziell die neue Verfassung an; Ausrufen der vorgezogenen Parlamentswahlen für den 21. Januar 2007; in der Folge werden weitere Statusgespräche bis nach den serbischen Parlamentswahlen durch die Kontaktgruppe verschoben.
8. November 2006 Strategiepapier zur Erweiterung der Kommission für die Jahre 2006/2007 mit dem zusätzlichen „Sonderbericht über die Fähigkeit der Union zur Integration neuer Mitglieder“; Fokus auf den zu diesem Zeitpunkt gültigen Nizza-Vertrag, der nur für 27 Mitglieder EU-Handlungsfähigkeit sicherstellt und auf die im Falle der Türkei beabsichtigten Übergangsfristen, Ausnahme- und Sonderregeln sowie unbefristeter Schutzklauseln bei Aufnahme weiterer EU-Mitglieder.
28./29. Oktober 2006 Referendum in Serbien bestätigt die neue serbische Verfassung (und damit den serbischen Anspruch auf Kosovo als integralen Teil Serbiens) mit einer Zustimmung von 97 % der Stimmen, jedoch nur mit einer geringen Wahlbeteiligung von 55 %.
21. Oktober 2006 Treffen der Kontaktgruppe zur Statusfrage Kosovo; Ahtisaari deutet an, dass sein Entwurf zur Lösung des Statuskonflikts eine Form von “conditional independence” für Kosovo darstellen wird.
30. September 2006 Serbisches Parlament verabschiedet neue Verfassung aufgrund der Loslösung Montenegros vom Staatenbund; Kosovo wird als integraler Bestandteil Serbiens betont: “… the Province of Kosovo and Metohija is an integral part of the territory of Serbia, that it has the status of a substantial autonomy within the sovereign state of Serbia and that from such status of the Province of Kosovo and Metohija follow constitutional obligations of all state bodies to uphold and protect the state interests of Serbia in Kosovo and Metohija in all internal and foreign political relations …” (Präambel der Verfassung Serbiens).
22. September 2006 Geschlossene Sitzung des UN-Sicherheitsrats über das Thema Kosovo.
20. September 2006 High-Level-Meeting der Kontaktgruppe zur Kosovo-Statusfrage; die Kontaktgruppe autorisiert aufgrund fehlender Erfolgsaussichten für eine einvernehmliche Verhandlungslösung zwischen Belgrad und Prishtina den UN-Sondergesandten Ahtisaari, einen umfassenden Entwurf für die Statuslösung auszuarbeiten.
15. September 2006 Zehnte Runde der (direkten) Statusverhandlungen zwischen Serbien und Kosovo unter der Moderation des UN-Sondergesandten Martti Ahtisaari in Wien, achtes Treffen mit dem Verhandlungsthema “Dezentralisierung”.
13. September 2006 Sitzung des UN-Sicherheitsrats über den aktuellen Quartalsbericht der UNMIK in Kosovo. Russland stellt den Vergleich zwischen dem Fall Kosovo und Südossetien/Abchasien her und betont die Notwendigkeit einer universellen, einvernehmlichen Lösung der Kosovo-Frage, da diese ein Präzedenzfall für ähnlich gelagerte Statuskonflikte darstelle; China scheint Russland zu stützen.
7./8. September 2006 Neunte Runde der (direkten) Statusverhandlungen zwischen Serbien und Kosovo unter der Moderation des UN-Sondergesandten Martti Ahtisaari in Wien, siebtes Treffen mit dem Verhandlungsthema “Dezentralisierung”. Dritte Runde der Verhandlungen zwischen Serbien und Kosovo in Wien mit dem Verhandlungsthema “religiöses Erbe”. Zweite Runde der Verhandlungen zwischen Serbien und Kosovo in Wien über die Gemeinderechte; erstes Treffen bezüglich Minderheitenrechte.
1. September 2006 Weiteres Treffen der Kontaktgruppe hinsichtlich der Kosovofrage; Bestätigung zur Unterstützung von Ahtisaaris Vorgehen.
7./ 8. August 2006 Achte Runde der (direkten) Statusverhandlungen zwischen Serbien und Kosovo unter der Moderation des UN-Sondergesandten Martti Ahtisaari in Wien; sechstes Treffen zum Verhandlungsthema Dezentralisierung; erstes Treffen bezüglich der Gemeinderechte.
24. Juli 2006 “High-Level-Meeting” in Wien zwischen Belgrad (Tadic, Kostunica) und Prishtina (Ceku, Sejdiu) für konkrete Gespräche über die Lösung der Statusfrage Kosovos, das ohne Durchbruch endet; erste direkte Gespräche zwischen serbischen und kosovo-albanischen Führungspersönlichkeiten seit 1999.
18./19. Juli 2006 Siebte Runde der Statusverhandlungen zwischen Serbien und Kosovo unter der Moderation des UN-Sondergesandten Martti Ahtisaari in Wien, fünftes Treffen bezüglich des Verhandlungsthemas Dezentralisierung. zweites Treffen hinsichtlich des Verhandlungsthemas “religiöses Erbe”.
13. Juli 2006 Geschlossene Sitzung des UN-Sicherheitsrats über den Ahtisaari-Fortschrittsbericht über die Statusverhandlungen um Kosovo.
Juli 2006 Bericht „The Future EU Role and Contribution in Kosovo“ von Javier Solana und Olli Rehn; Festlegung der künftigen Struktur des EU-Engagements in Kosovo.
30. Juni 2006 Treffen der Kontaktgruppe in Brüssel mit Blick auf die wachsenden Spannungen in Nordkosovo.
28. Juni 2006 Serbiens Premierminister Kostunica betont auf einer Gedenkveranstaltung zur Schlacht auf dem Amselfeld 1389, dass “Kosovo has been and will always remain part of Serbia” und die Serben niemals die Unabhängigkeit seiner Provinz anerkennen werden.
20. Juni 2006 Sitzung des UN-Sicherheitsrats bezüglich des aktuellen Quartalsberichts über Kosovo.
5. Juni 2006 Serbisches Parlament erklärt die Unabhängigkeit Serbiens vom Staatenbund mit Montenegro und damit die Auflösung der Bundesrepublik Jugoslawiens; damit wird Kosovo völkerrechtlich zum konstitutiven Element Serbiens als Rechtsnachfolger Jugoslawiens; die Abspaltung Montenegros von Rest-Jugoslawien kann als neue Dynamisierung für Kosovos Unabhängigkeitserklärung in 2008 betrachtet werden.
3. Juni 2006 Montenegrinisches Parlament erklärt die Unabhängigkeit Montenegros vom Staatenbund mit Serbien.
Juni 2006 EU und Albanien schließen das Stabilisierungs- und Assoziierungsabkommen (SAA) ab, das als wichtigen Schritt in Richtung EU-Mitgliedschaft bewertet werden kann.
31. Mai 2006 Sechste Runde der Statusverhandlungen zwischen Serbien und Kosovo in Wien, erstes Treffen über ökonomische und finanzielle Themenpunkte.
23. Mai 2006 Fünfte Runde der Statusverhandlungen zwischen Serbien und Kosovo in Wien, erstes Treffen mit dem Verhandlungsthema “religiöses Erbe”.
21. Mai 2006 Referendum in Montenegro über die Frage der Unabhängigkeit der Republik Montenegro vom Staatenbund Serbien und Montenegro, das knapp die erforderlichen 55% der Stimmen für die Unabhängigkeit Montenegros erreicht.
4./5. Mai 2006 Vierte Runde der Statusverhandlungen zwischen Serbien und Kosovo unter der Moderation des UN-Sondergesandten Martti Ahtisaari in Wien; Verhandlungsthema: Dezentralisierung.
3. Mai 2006 EU unterbricht die dritte Runde der Verhandlungen über das Stabilisierungs- und Assoziierungsabkommen (SAA) mit Serbien und Montenegro für ein Jahr aufgrund der mangelhaften Reformen im Bereich der Rechtsstaatlichkeit und Zusammenarbeit mit dem Haager Kriegsverbrechertribunal.
3. April 2006 Dritte Runde der Statusverhandlungen zwischen Serbien und Kosovo unter der Moderation des UN-Sondergesandten Martti Ahtisaari in Wien; Verhandlungsthema: Dezentralisierung.
April 2006 Beginn der Tätigkeit des EU-Planungsteams (EUPT) zur Vorbereitung der EULEX-Mission in Kosovo.
22. März 2006 Mazedonien stellt den EU-Beitrittsantrag.
17. März 2006 Zweite Runde der Statusverhandlungen zwischen Serbien und Kosovo unter der Moderation des UN-Sondergesandten Martti Ahtisaari in Wien; Verhandlungsthema: Dezentralisierung.
16. März 2006 Bericht von Elmar Brok im Europäischen Parlament über das Kommissionspapier zur Erweiterung hinsichtlich der Aufnahmekapazität und geographischen Grenzen der EU („Brok-Bericht“): Thematisierung eines „dritten Wegs“ der EU gegenüber beitrittswilligen Staaten und Verlangsamung des Erweiterungsprozesses.
11. März 2006 Tod von Slobodan Milosevic in seiner Zelle der United Nations Detention Unit, der Haftanstalt des UN-Kriegsverbrechertribunals in Den Haag, Niederlande.
10. März 2006 Agim Ceku wird als Ministerpräsident Kosovos bestätigt.
1. März 2006 Ministerpräsident Bajram Kosumi tritt aufgrund heftiger Kritik aus der eigenen Partei zurück; Nachfolger wird der frühere UÇK-Kommandeur Agim Ceku, der in Serbien unter dem Verdacht steht, als damaliger Offizier in der kroatischen Armee Mitte der 1990er Jahre Kriegsverbrechen begangen zu haben.
20./21. Februar 2006 Erste Runde der Statusverhandlungen zwischen Serbien und Kosovo unter der Moderation des UN-Sondergesandten Martti Ahtisaari in Wien, Österreich; Verhandlungsthema Dezentralisierung; insgesamt 8 Treffen; letztes Treffen am 15. September 2006; die erste Runde sollte ursprünglich am 25. Januar 2006 stattfinden, wurde jedoch aufgrund des Todes von Ibrahim Rugova verschoben; Ahtisaari stellt gegenüber dem Serbischen Präsidenten Tadic im ersten Meeting klar, dass der Prozess in Richtung Unabhängigkeit Kosovos steuert; Russland betont die zentralen Forderungen, dass die finale Statuslösung für beide Seiten akzeptabel sein muss und dass es keinen Zeitdruck im Statusprozess geben darf.
14. Februar 2006 Debatte im UN-Sicherheitsrat über den Statuskonflikt zwischen Kosovo und Serbien.
10. Februar 2006 Wahl von Fatmir Sejdiu zum Präsidenten Kosovos.
31. Januar 2006 Statement der Kontaktgruppe über die Statusgespräche zwischen Kosovo und Serbien (8-Punkte-Plan auf Basis der UN-Resolution 1244/99); Betonung, dass jede Statuslösung Kosovos für die Menschen in Kosovo akzeptabel sein müssen, wird auch von Russland mitgetragen.
30. Januar 2006 Russlands Präsident Putin betont, dass die “decision on Kosovo status should be applicable to other areas” (Interfax); Begründung Putins: “This is extremely important for the former Soviet Union because not all conflicts here have been settled. We cannot take a road on which some rules will apply in one case and others in another. One should remember that solutions should be universal.” Vergleiche hierzu die russische Krim-Annexion 2014 und deren Legitimation durch Moskau.
27. Januar 2006 Konzeptpapier der EU-Kommission „Der westliche Balkan auf dem Weg in die EU: Konsolidierung der Stabilität und Steigerung des Wohlstands“ (anlässlich einer informellen Tagung der EU-Außenminister in Salzburg am 10./11.3.2006) mit den Forderungen nach Ausbau der Handelsbeziehungen und Gemeinschaftsprogrammen, Visaliberalisierung, etc.
21. Januar 2006 Tod des (provisorischen) Präsidenten Kosovos Ibrahim Rugova in Prishtina durch Lungenkrebs; Nachfolger wird Fatmir Sejdiu.
2006 Die Kosovo-Institutionen schaffen die Agentur für Europäische Integration (Agency for European Integration, AEI) als Nachfolger des Büros für Europäische Integrationsprozesse (Office for European Integration Processes, OEIP).
Ende Dezember 2005 Der französische Präsident Jaques Chirac teilt dem serbischen Präsidenten Boris Tadic mit, dass kein Weg an Kosovos Unabhängigkeit vorbei ginge.
23. Dezember 2005 Kosovo ratifiziert den Vertrag über die Energiegemeinschaft Südosteuropas (Energy Community of South East Europe, ECSEE) und ist somit als EU-Drittstaat eine sog. Contracting Party der Energiegemeinschaft.
15./16. Dezember 2005 Konkretisierung der europäischen Perspektive der Westbalkan-Länder in Europäischen Rat in Brüssel; offizielle Verleihung des Kandidatenstatus für Mazedonien.
7. Dezember 2005 Festnahme des kroatischen Kriegsverbrechers Ante Gotovina auf den kanarischen Inseln.
6. Dezember 2005 Beschluss des Rates, dass Mazedonien zum offiziellen EU-Beitrittskandidaten ernannt wird.
9. November 2005 Veröffentlichung des ersten Strategiepapiers zur EU-Erweiterung mit Zusammenfassungen der einzelnen Fortschrittsberichte (3 Grundprinzipien der Erweiterungspolitik: „Konsolidierung, Konditionalität und Kommunikation“), zudem Veröffentlichung des ersten Fortschrittsberichts für Kosovo.
10. November 2005 Ernennung des früheren Präsidenten Finnlands, Martti Athisaari, als UN-Sondergesandten für die Statusgespräche im Kosovo mit Sitz in Wien durch den UN-Generalsekretär Kofi Annan.
2. November 2005 Formulierung der fundamentalen Leitprinzipien für die Statusgespräche zwischen Kosovo und Serbien durch die Kontaktgruppe (Großbritannien, Frankreich, Deutschland, Italien, Russland, USA); Dabei wird ausgeschlossen, dass Kosovo (1) wieder zum identischen Status von vor 1999 zurückkehrt, (2) geteilt wird und (3) mit einem anderen Staat vereint wird.
23. Oktober 2005 UN-Sicherheitsrat bestätigt den zweiten Eide-Bericht und autorisiert den UN-Generalsekretär, den Prozess zur Lösung der Statusfrage Kosovos einzuleiten.
7. Oktober 2005 Veröffentlichung des zweiten Eide-Berichts (Eide Review) über den Kosovo im UN-Sicherheitsrat: Empfehlung zur Klärung der Statusfrage Kosovos; Betonung der wichtigen Rolle der EU-Integration zur Stabilisierung der Region.
3. Oktober 2005 Beschluss des Europäischen Rates für den Beginn der EU-Beitrittsverhandlungen mit der Türkei sowie mit Kroatien.
1. Oktober 2005 Beschluss des UN-Sicherheitsrats zur Aufnahme von Statusverhandlungen zwischen Serbien und Kosovo nach Erfüllung der prioritären Standards im Kosovo gemäß des Eide-Berichts von 2004; Martti Ahtisaari wird zum UN-Sondergesandten durch UN-Generalsekretär Kofi Annan ernannt.
1. Oktober 2005 Beginn der Verhandlungen über das Stabilisierungs- und Assoziierungsabkommen (SAA) zwischen EU und Serbien.
Oktober 2005 Rat gibt grünes Licht für Aufnahme der Beitrittsverhandlungen mit Kroatien; kroatisches Beitrittszieldatum war zu diesem Zeitpunkt das Jahr 2009; jedoch unrealistisch aufgrund bis dato ungelöster Grenzstreitigkeiten mit Slowenien.
Oktober 2005 Initiative „Plan D für Demokratie, Dialog und Diskussion“ der Europäischen Kommission im Hinblick auf die gescheiterten Verfassungsreferenden in Frankreich und den Niederlanden.
Juli 2005 Türkei erweitert die Zollunion mit der EU um die neuen, 2004 beigetretenen EU-Mitgliedsstaaten, ratifiziert diese jedoch nicht, wodurch der zypriotische Verkehr in türkischen See- und Flughäfen weiterhin blockiert ist.
Juli 2005 Zeitgleiche Detonationen in Prishtina in der Nähe von Gebäuden der UNO, OSZE und des Kosovo-Parlaments; keine Verletzten.
16./17. Juni 2005 Europäischer Rat in Brüssel: Bekräftigung des Willens zur Umsetzung der Agenda von Thessaloniki mit der Aussage, dass die Zukunft des Westbalkans in der EU liegt; der Rat nimmt eine Erklärung über Kosovo an (Annex III); die Zusammenarbeit mit dem Kriegsverbrechertribunal in Den Haag wird als spezifische EU-Kondition betont: „full and restricted cooperation by countries in the region with the ICTY remains an essential requirement for continuing their progress towards the EU“ (S. 43).
3. Juni 2005 Einsetzung von Kai Ede zur Überprüfung der Situation in Kosovo.
1. Juni 2005 Gescheitertes Referendum zum EU-Verfassungsvertrag in den Niederlanden; Beginn der „Zeit der Reflexion“ sowie der „Denkpause“ im Europäischen Rat (einsetzende Reflexionsphase bis 2007) sowie einsetzendes Ende des permissiven Erweiterungskonsenses, das im „Erneuerten Erweiterungskonsens“ 2006 zum AusdrUÇK kommt; stetig steigende EU-Erweiterungsmüdigkeit in den EU-Mitgliedsstaaten.
29. Mai 2005 Gescheitertes Referendum zum EU-Verfassungsvertrag in Frankreich.
27. Mai 2005 Unterzeichnung des Prümer Vertrags; zwischenstaatliches Abkommen zwischen elf EU-Mitgliedstaaten und Norwegen zur Verbesserung der grenzüberschreitenden Kooperation und des Informationsaustausches; Zielstellung: Verhinderung und Verfolgung von Straftaten.
25. April 2005 Unterzeichnung der EU-Beitrittsverträge mit Bulgarien und Rumänien.
1. April 2005 Die Kommission verabschiedet die Mitteilung „Eine europäische Zukunft für das Kosovo“ (“A European Future for Kosovo”).
16. März 2005 EU verschiebt die Eröffnung der Beitrittsverhandlungen mit Kroatien für sieben Monate (bis Oktober 2005) aufgrund mangelnder Kooperation mit Den Haag im Falle Ante Gotovinas.
März 2005 Kosovos Premierminister Ramush Haradinaj muss aufgrund der Anklage wegen Kriegsverbrechen des Haager Kriegsverbrechertribunals zurücktreten; in der Folge kommt es zu Bombenanschlägen auf UNMIK-Gebäude; sein Nachfolger ist Bajram Kosumi.
Februar 2005 Französisches Parlament verabschiedet sogenannte „Türkei-Klausel“; die Verfassungsänderung besagt, dass nach dem EU-Beitritt Kroatiens die Ratifizierung eines neuen EU-Beitritts durch ein Referendum der Franzosen angenommen werden muss (mit Blick auf den möglichen Beitritt der Türkei).
Februar 2005 Serbiens Präsident Boris Tadic besucht Kosovo und verspricht, die Rechte der Kosovo-Serben zu verteidigen.
26. Dezember 2004 Schwerer Tsunami in der Pazifikregion, ausgelöst durch das “Sumatra-Andamanen-Beben”.
17. Dezember 2004 Abschluss der EU-Beitrittsverhandlungen mit Rumänien.
Dezember 2004 Parlament Kosovos wählt Ibrahim Rugova erneut zum Präsidenten und den früheren UÇK-Kommandeur Ramush Haradinaj zum Premierminister; LDK und AAK formieren eine Regierungskoalition in Kosovo.
November 2004 Olli Rehn wird EU-Erweiterungskommissar im Kabinett von José Manuel Barroso.
29. Oktober 2004 Unterzeichnung des vom Europäischen Konvent erarbeiteten Vertrags über eine Verfassung für Europa (VVE) durch 25 EU-Staaten in Rom, der jedoch dann durch Referenden in Frankreich und den Niederlanden abgelehnt wird.
1. Oktober 2004 Der Europäische Rat gibt grünes Licht für die Verhandlungen über ein Stabilisierungs- und Assoziierungsabkommen (SAA) mit Serbien, die am 1. Oktober 2005 beginnen.
Oktober 2004 LDK des kosovarischen Präsidenten Ibrahim Rugova gewinnt die von den Kosovo-Serben boykottierten Wahlen in Kosovo und erreichen 47 der 120 Sitze im Parlament Kosovos.
1. September 2004 Einrichtung des Verbindungsbüros der Europäischen Kommission in Prishtina, Kosovo (ECLO).
1. August 2004 Einrichtung des Büros für Europäische Integration beim kosovarischen Ministerpräsidenten.
1. August 2004 Beginn der UN-Strategie „Standards and Status“; erster Bericht des UN-Sonderbeauftragten Kai Eide mit der Empfehlung, prioritäre Standards zu definieren und die Statusfrage trotz der nicht erfüllten Standards zeitnah anzugehen; Priorität liegt auf der Dezentralisierung und der Übertragung politischer Kompetenzen an die kosovarische Selbstverwaltung.
15. Juni 2004 Abschluss der EU-Beitrittsverhandlungen mit Bulgarien.
18. Juni 2004 Kroatien erhält als erstes Westbalkan-Land den Beitrittskandidatenstatus auf dem Europäischen Rat in Brüssel verliehen.
11. Juni 2004 Rücktritt des SRSG Harri Holkeri nach schwerer Kritik am Krisenmanagement der UNMIK während der Unruhen im März 2004.
Juni 2004 Beginn der Europäischen Partnerschaft mit Kosovo.
1. Mai 2004 Erste Osterweiterung: EU-Beitritt von 10 Staaten, darunter Slowenien als erste ehemalige Teilrepublik Jugoslawiens sowie Zypern, das seinen Territorialkonflikt mit Nord-Zypern und der Türkei bis dato nicht beilegen konnte.
22. März 2004 Mazedonien beantragt offiziell die EU-Mitgliedschaft.
17./18. März
2004
Schwere Unruhen, Ausschreitungen und Gewalt in Kosovo durch geschätzt 50.000 albanische Kosovaren gegenüber der serbischen Minderheit und Angehörigen anderer Minderheiten; erheblicher Rückschlag für UNMIK-Mission; Ende der UN-Strategie „Standards vor Status“; Beginn der Ahtisaari-Verhandlungen über den Status Kosovos und eine „bedingte Unabhängigkeit“; Strategiewandel der westlichen Staatengemeinschaft hinsichtlich Kosovos völkerrechtlichen Status: Status quo kann nicht länger beibehalten werden; es muss eine Statuslösung gefunden werden, um nachhaltige Sicherheit und Stabilität zu erreichen; es kommt nach entsprechenden Medienberichten in Serbien zu Übergriffen auf Albaner, muslimische Bosniaken und Roma.
13. Dezember 2003 Scheitern der Verhandlungen in Brüssel über die Europäische Verfassung.
10. Dezember 2003 Offizielle Präsentation der UN-Strategie „Standards before Status” von 8 Schlüsselbereichen, in denen substanzielle Fortschritte erzielt werden müssen, bevor die Frage des finalen Status Kosovos verhandelt werden kann.
Oktober 2003 Erste direkte Gespräche zwischen serbischen und albanischen Führungspersönlichkeiten seit 1999.
21. Juni 2003 Bestätigung der europäischen Perspektive für alle Länder des Westbalkan auf dem EU-Westbalkan-Gipfel in Thessaloniki („The future of the Balkans is within the European Union“) in Form der “Agenda von Thessaloniki”; Bestätigung des Stabilisierungs- und Assoziierungsprozesses als zentrales Rahmenwerk der EU-Erweiterungspolitik bzw. als Pre-Accession-Strategy auf dem Westbalkan: Kombination von finanzieller Hilfe mit EU-Mitgliedschafts-Konditionalität; Einführung der gemeinschaftlichen Instrumente der Europäischen Partnerschaft und der Fortschrittsberichte für den Westbalkan (verstärktes Monitoring und Scrutiny); Intensivierung der EU-Westbalkan-Beziehungen.
16. April 2003 Beitrittsverträge mit 10 neuen EU-Staaten werden unterzeichnet.
31. März 2003 Beginn der Operation Concordia in Mazedonien zur Überwachung des Rahmenabkommens von Ohrid, der ersten gemeinsamen militärischen Operation im Rahmen der Europäischen Sicherheits- und Verteidigungspolitik der EU.
12. März 2003 Ermordung des serbischen Ministerpräsidenten Zoran Djindjic in Belgrad, Serbien.
11. März 2003 Errichtung der Europäischen Nachbarschaftspolitik (ENP): Mitteilung der Kommission an den Rat und das EP über Kernanliegen der Europäischen Nachbarschaftspolitik und deren Abgrenzung von der EU-Erweiterungspolitik, d. h. ENP als Alternativangebot zur Erweiterung durch Teilnahme am EU-Integrationsprozess ohne Aussicht auf (mittelfristige) EU-Mitgliedschaft.
März 2003 Erstes Meeting des Stabilisation Tracking Mechanism (STM) zwischen EU und Kosovo (unter UNMIK-Führung) mit dem Ziel eines STM-Abkommens.
21. Februar 2003 Kroatien reicht den EU-Beitrittsantrag ein.
1. Februar 2003 Inkrafttreten des Vertrags von Nizza.
4. Februar 2003 Auflösung der „Bundesrepublik Jugoslawien“ durch serbischen Parlamentsbeschluss und Gründung der „Staatenunion Serbien-Montenegro“ durch Beschluss des serbischen, montenegrinischen und des jugoslawischen Bundesparlaments; damit wird Kosovo völkerrechtlich zum konstitutiven Element (autonome Provinz innerhalb Serbiens) dieses Staatenbundes (als Rechtsnachfolger des jugoslawischen Gesamtstaates).
2003 Die Kosovo-Institutionen richten ein Büro für europäische Integrationsprozesse (Office for European Integration Processes, OEIP) beim Premierminister Kosovo ein, das sich den Verpflichtungen des SAP widmet; das Büro ist ein Vorgänger des 2010 errichteten Ministeriums für Europäische Integration.
12./13. Dezember 2002 Europäischer Rat von Kopenhagen; historischer Meilenstein im Erweiterungsprozess, da formeller Abschluss der Beitrittsverhandlungen mit den 10 Kandidatenländern Ostmitteleuropas; Rat bestätigt die Kopenhagener Kriterien von 1993 als Beitrittsbedingungen und bekräftigt die europäische Perspektive für die Westbalkanländer im Rahmen des Stabilisierungs- und Assoziierungsprozesses: „the European Council recalls the criteria defined at the Copenhagen European Council in June 1993 and reaffirms the European perspective of the countries for the Western Balkans in the Stabilisation and Association Process“ (S. 23, Schlussfolgerungen des Rates).
6. November 2002 Einrichtung des SAP-Tracking Mechanism (STM) für das Kosovo (Begleitmechanismus; spezifisches Instrumentarium zum Stabilisierungs- und Assoziierungsabkommen) durch die Europäische Kommission.
26. Oktober 2002 Zweite Kommunalwahlen in Kosovo mit niedriger Wahlbeteiligung (ca. 54%); Teil-Wahlboykott der serbischen Bevölkerung in Kosovo.
24./25. Oktober 2002 Europäischer Rat in Brüssel bestätigt Fortschrittsberichte der Kommission, die 10 der 12 EU-Beitrittskandidaten die Beitrittsreife zusprechen; Klärung der EU-15 von noch offenen Finanzierungsfragen der Erweiterung im Bereich der Landwirtschaft.
9. Oktober 2002 Strategiepapier zur Erweiterung und individuelle Fortschrittsberichte der Kommission orientieren sich eng an den Kopenhagener Kriterien.
August 2002 Anstoß zur EU-Politik der „Neuen Nachbarschaft“ durch das Strategiepapier „Wider Europe“ von Javier Solana und Chris Patten.
21./22. Juni 2002 Europäischer Rat von Sevilla: Fokus auf Fragen der Immigration und der künftigen Arbeitsweise der Ministerräte; bis dato wurden mit den Kandidatenländern 83 Verhandlungskapitel vorläufig abgeschlossen; Bekräftigung des Zieles, die Verhandlungen im Jahr 2002 abzuschließen und die Beitrittsverträge im Frühjahr 2003 zu unterzeichnen.
Juni 2002 Gründung der Kosovo Trust Agency zur Privatisierung volkseigener Betriebe und treuhänderischen Verwahrung der Verkaufserlöse bis zur Klärung der Eigentumsfragen in Kosovo.
April 2002 Entwicklung der UN-Strategie „Standards before Status“ in Kosovo.
28. Februar 2002 Erste Sitzung des “Konvents zur Zukunft der Europäischen Union” über die künftige Gestaltung und Verfassung Europas nach Beschluss des Europäische Rats von Laeken im Dezember 2001; offizielle Eröffnung am 1. März 2003; am 10. Juli 2003 legt der Konvent dem Europäischen Rat einen Verfassungsentwurf für Europa vor.
14. März 2002 „Belgrader Abkommen“ unter Vermittlung der EU (federführend Javier Solana) zur Gründung des Staatenbundes Serbien-Montenegro und damit der Auflösung der Föderativen Sozialistischen Republik Jugoslawien; im Januar und Februar 2003 hatten die Parlamente Serbiens, Montenegros und Gesamt-Jugoslawiens der Verfassung des Staatenbundes Serbien-Montenegro zugestimmt; nach 3 Jahren, d. h. Anfang 2006, haben beide Staaten das in der Verfassung festgeschriebene Recht, den Staatenbund durch einen entsprechenden parlamentarischen Beschluss aufzulösen.
Februar 2002 Ibrahim Rugova wird vom kosovarischen Parlament zum Präsidenten Kosovos gewählt; Bajram Rexhepi wird Premierminister Kosovos.
1. Januar 2002 Einführung des Euro-Bargelds in zwölf Mitgliedstaaten der europäischen Währungsunion.
Dezember 2001 Rat von Laeken: Bekräftigung des Ziels des Beitritts der ostmitteleuropäischen Kandidatenstaaten im Frühjahr 2004; Abschluss der Beitrittsverhandlungen für Ende 2002 anvisiert.
17. November 2001 Erste Parlamentswahlen in Kosovo mit dem Wahlsieger LDK; Ibrahim Rugova wird zum Präsidenten Kosovos gewählt; Parlament hat 120 Sitze, 100 werden nach Verhältniswahlrecht vergeben, 10 für Serben und 10 für die anderen Minderheiten reserviert.
29. Oktober 2001 Unterzeichnung des Stabilisierungs- und Assoziierungsabkommens (SAA) mit Kroatien, das jedoch erst am 1. Februar 2005 in Kraft tritt (aufgrund der unzureichenden Zusammenarbeit Kroatiens mit Den Haag).
11. September 2001 “9/11”: Mehrere, koordinierte Terroranschläge mittels vier entführter Passagiermaschinen treffen wichtige zivile und militärische Gebäude in den USA; in der Folge wandert der außenpolitische Fokus der USA vom Balkan auf den Nahen und Mittleren Osten.
13. August 2001 „Ohrider Rahmenabkommen“ in Mazedonien unter Vermittlung der EU (u. a. Javier Solana) und NATO zur Normalisierung der zwischenethnischen Beziehungen mit weitreichenden Zugeständnissen der slawisch-mazedonischen Bevölkerungsmehrheit an die albanische Minderheit (u. a. im Bereich der kommunalen Selbstverwaltung).
28. Juni 2001 Auslieferung von Slobodan Milosevic an den IstGHJ Den Haag im Auftrag des serbischen Ministerpräsidenten Zoran Djindjic.
Juni 2001 Europäischer Rat von Göteborg: Festlegung des Beitrittsdatums auf 2004 für die Erweiterung der EU um die 10 mittel- und osteuropäischen Beitrittskandidaten; klares Bekenntnis der EU zur anvisierten EU-Erweiterung im Lichte des irischen Referendums; Bestätigung der EU-Strategie, dass jedes Kandidatenland durch eigene Reformfortschritte sein Beitrittstempo bestimmen kann.
Ende Mai 2001 NATO gestattet die Rückkehr serbischer Militär- und Polizeikräfte in der Grenzregion zwischen Kosovo und dem südlichen Serbien gemäß der UN-Sicherheitsratsresolution 1190; formelle Auflösung der albanischen Guerilla-Organisation UCPMB.
Mitte Mai 2001 Beschluss des „Verfassungsrahmens für die provisorische Selbstverwaltung des Kosovo“ (constitutional framework for Kosovo) durch den damaligen SRSG Hans Haekkerup; “Reserved Powers” für den SRSG in den Bereichen der Innen-, Außen- und Verteidigungspolitik, Schaffung der Voraussetzungen für die ersten Parlamentswahlen im November 2001.
April 2001 Einrichtung der Institutionen der provisorischen Selbstverwaltung (PISG) Kosovos.
26. Februar 2001 Unterzeichnung des Vertrags von Nizza zur Änderung des Vertrags über die Europäische Union und des Vertrags zur Gründung der Europäischen Gemeinschaft; dritter Reformvertrag seit der EEA; Erweiterung der „Verstärkten Zusammenarbeit“ auf die Gemeinsame Sicherheitspolitik (nicht Verteidigung).
Februar 2001 Schwere Unruhen in Mazedonien; Versorgung der albanischen Guerilla aus dem Kosovo; Folge: „Rahmenabkommen von Ohrid zur Gleichstellung der Albaner“ im August 2001; ebenso eskalierender Konflikt in Südserbien zwischen albanischen Guerilla und serbischen Sicherheitskräften.
ab Januar 2001 Gefechte zwischen UÇK-Kämpfern und mazedonischen Sicherheitskräften in West- und Nordostmazedonien sowie zwischen UÇK-Verbänden und serbischen Sicherheitskräften im serbischen Preševo-Tal.
Januar 2001 Zoran Djindjic wird neuer Ministerpräsident Serbiens; neue Zeitrechnung für Beziehungen zwischen Serbien und EU.
Dezember 2000 Rat von Nizza: Fokus auf die institutionelle Reform der EU (als conditio sine qua non für die bevorstehende Osterweiterung) im Bereich der Mehrheitsbeschlüsse, der Stimmgewichtung in Rat und Parlament und des Kommissionsprofils; Festlegung des weiteren Beitrittsfahrplans (Verhandlungskalender); Abschluss der Beitrittsverhandlungen mit den meisten Kandidatenstaaten in 2002 anvisiert; Bekräftigung des Erweiterungswillens der EU (in Abhängigkeit zu den Kopenhagener Kriterien).
24. November 2000 Ratsgipfel von Zagreb: Einleitung des Stabilisierungs- und Assoziierungsprozess (SAP) für die fünf Länder Südosteuropas; Rat bekräftigt die europäische Perspektive der Länder, die im SAP teilnehmen, und deren Status als potenzielle EU-Beitrittskandidaten gemäß der Schlussfolgerungen des Rates von Feira.
28. Oktober 2000 Durchführung der ersten Kommunalwahlen in Kosovo (außer im Norden Kosovos) nach dem Abzug der serbischen Sicherheitskräfte, die die Grundlage für die kommunale Selbstveraltung Kosovos darstellen.
5. Oktober 2000 Sturz des jugoslawischen Staatspräsidenten Slobodan Milosevic in Serbien; politischer Umbruch in Belgrad aufgrund gefälschter Ergebnisse der Präsidentschaftswahl; Inbrandsetzung des serbischen Staatsradios und -fernsehens; Stürmung des föderalen Parlaments; neuer serbischer Präsident wird Vojislav Kostunica.
28. September 2000 Negatives Referendum der dänischen Bevölkerung über den Beitritt Dänemarks in die dritte Stufe der Wirtschafts- und Währungsunion, d. h. die Einführung des Euro, mit 53,1 % der Wählerstimmen.
24. September 2000 Serbische Präsidentschaftswahlen; Einleitung des Ende der Ära Milosevic, Wahlsieg des Demokraten Kostunica.
18. September 2000 Einführung der autonomen Handelspräferenzen für die Westbalkan-Länder mit der Verordnung (EG) Nr. 2007/2000: Einführung des besonderen, unbeschränkt zollfreien Marktzugangs für fast alle Waren aus Albanien, Bosnien-Herzegowina, Kroatien, Kosovo, Mazedonien, Montenegro und Serbien; Verlängerung der Präferenzregelung im Jahr 2005; Auslaufen der Regelung zum zum 31. Dezember 2010; weitere Verlängerung bis zum 31. Januar 2015 durch den Rat nach Vorschlag der Kommission.
Juni 2000 Festlegung der europäischen Perspektive für alle Länder des Westbalkan (inklusive Kosovo) durch den Europäischen Rat in Feira (Santa Maria de Feira, Portugal): „All the countries concerned are potential candidates for EU membership.“; Strategiewandel der EU hinsichtlich des Westbalkans hin zu einer intensivierten, proaktiveren Politik (zusammen mit dem Stabilitätspakt von 1999); Bekäftigung des Europäischen Rates, „that its objective remains the fullest possible integration of the countries of the region into the political and economic mainstream of Europe… All the countries concerned are potential candidates for EU membership.“
Januar – März 2000 Gefechte im südserbischen Preševo-Tal zwischen Kämpfern der UÇK und serbischen Sicherheitskräften.
Februar 2000 Beginn der Tätigkeit der Europäischen Agentur für Wiederaufbau in Kosovo.
10./11. Dezember 1999 Europäischer Rat von Helsinki: Beschluss zur EU-Erweiterung um 12 Staaten, d. h. auch Aufnahme von Beitrittsverhandlungen mit den übrigen Beitrittskandidaten (zweite Kandidatengruppe) Rumänien, Bulgarien, Slowakei, Lettland, Litauen und Malta ab Februar 2000; Konzipierung einer Beitrittpartnerschaft für die Türkei; grundlegende Veränderung der bestehenden Erweiterungsstrategie: Betonung des Prinzips, dass individuelle Reformfortschritte das jeweilige Beitrittstempo des Kandidaten bestimmt (und somit die Länder aus der zweiten Beitrittsgruppe in die erste vorstoßen können); zu Beginn der Beitrittsverhandlungen werden vor allem die “leichten”, weniger schwierigen Verhandlungskapitel eröffnet und verhandelt; Abrücken der EU vom Prinzip, dass vor Beginn der Beitrittsverhandlungen alle drei Kopenhagener Kriterien erfüllt sein müssen; stattdessen wird dies erst vor Abschluss der Beitrittsverhandlungen erwartet; zusätzliche Einführung des Kriterium der „guten Nachbarschaft“ und regionalen Kooperation in die Liste der Konditionen (auch im Lichte des Kosovo-Krieges); Grundidee der EU dabei: kein Import von bilateralen Konflikten in die Union.
Dezember 1999 Tod des kroatischen Präsidenten Franjo Tudjman.
Dezember 1999 Türkei wird offizieller EU-Beitrittskandidat; in Dezember 1964 trat ein Assoziierungsabkommen in Kraft (am 12. September 1963 unterzeichnet) mit dem Ziel der Schaffung einer Zollunion und einer Beitrittsperspektive; im April 1987 stellte die Türkei ihren Beitrittsantrag; am 1. Januar 1996 trat die bis dato erste Zollunion der EU mit einem Drittstaat in Kraft.
November 1999 Beginn von Anschlägen der albanischen Guerilla-Organisation UCPMB gegen serbische Einrichtungen in der demilitarisierten Grenzregion zwischen Südserbien und Kosovo.
13. Oktober 1999 Kommission empfiehlt in einem “Composite Paper on the Commission Reports”, „to stress the absolute priority of the Copenhagen political criteria before beginning and continuing the accession negotiations with any candidate country“ (S. 30).
September 1999 Einführung der D-Mark (vormalig als Zweitwährung etabliert) als offizielle Fremdwährung im inneren Zahlungsverkehr Kosovos durch die UN-Verwaltung ; später (Januar 2002) Übernahme des Euro („Eurorisierung“) als offizielles Zahlungsmittel (Kosovo = passiver Euro-Nutzer), Kosovo jedoch kein Mitglied der Währungsunion (u. a. keine Währungsemission möglich); in den serbischen Enklaven Kosovos kann auch in serbischen Dinar gezahlt werden.
31. Juli 1999 Operativer Start des Stabilitätspakts für Südosteuropa in Sarajevo, Bosnien-Herzegowina.
Juli/August 1999 Operativer Start der UNO-Protektoratsverwaltung (United Nations Interim Administration Mission in Kosovo (UNMIK); Rückkehr eines Großteils der geflüchteten und vertriebenen Kosovo-Albaner nach Kosovo; vielerorts Racheakte durch Kosovo-Albaner gegen serbische und andere Minderheiten; ca. 100.000 serbisch- und roma-stämmige Kosovaren fliehen oder werden vertrieben.
20. Juni 1999 Beendigung der NATO-Operation „Allied Force“ nach vollständigen Abzug der serbischen Truppen aus dem Kosovo; Beginn der Entwaffnung UÇK.
12. Juni 1999 Beginn des KFOR-Einsatzes in Kosovo; Eintreffen von ca. 40.000 KFOR-Soldaten in Kosovo.
11./12. Juni 1999 200 Soldaten der Russischen Föderation rücken mit mehreren gepanzerten Fahrzeugen von Bosnien-Herzegowina aus (russisches SFOR-Kontingent aus Ugljevik, Republik Srpska) in Kosovo ein und besetzen den Flughafen Slatina bei Prishtina; nur durch massiven DrUÇK der NATO geben die russischen Soldaten den Flughafen frei. Der britische KFOR-Oberbefehlshaber General Michael Jackson lehnt zuvor einen Einsatzbefehl des NATO-Oberbefehlshabers in Europa, US-General Wesley Clark, gegen die russischen Truppen mit dem Satz ab: „I’m not going to start World War III for you.“
10. Juni 1999 Gründung des Stabilitätspakts für Südosteuropa, basierend auf dem „Fischer-Plan“ des deutschen Außenministers Joschka Fischer auf dem Petersberger Gipfel im April 1999; Grundidee: Konflikte zwischen den Nachbarstaaten durch Kooperation und gutnachbarschaftliche Beziehungen lösen; Verknüpfung von Sicherheits- und Erweiterungspolitik.
10. Juni 1999 UN-Resolution 1244/99 des UN-Sicherheitsrates auf Grundlage des „Fischer-Plans“: Mandat für die Umsetzung des “militärisch-technischen Abkommens” sowie des von Martti Ahtisaari vermittelten “Friedensplan” für Kosovo’; die serbische Provinz Kosovo wird unter internationale Verwaltung gestellt; Entsendung der Übergangsverwaltungsmission der Vereinten Nationen für Kosovo (UNMIK) als zivile Übergangsverwaltung der UN (Übernahme der vierten Säule durch die EU: wirtschaftlicher Wiederaufbau und Entwicklung); KFOR als multinationale Friedenstruppe; Installierung einer lokalen provisorischen Selbstverwaltung (PISG); UN-Strategie „Standards vor Status“; Aussetzung der NATO-Luftangriffe gegen die BR Jugoslawien.
9. Juni 1999 Unterzeichnung des militärisch-technischen Abkommens von Kumanovo durch den General Svetozar Marjanović der jugoslawischen Armee, dem Polizeigeneral Obrad Stevanović und dem britischen General Mike Jackson auf dem Militärflugplatz in der Nähe von Kumanovo, Mazedonien, über den geordneten Rückzug der serbischen Militärverbände aus Kosovo sowie die Stationierung der von der NATO geführten Friedenstruppe “Kosovo-Force” (KFOR); Beendigung der luftwaffenbasierten Operation Allied Force (vom 24. März bis 10. Juni 1999) gegen die Bundesrepublik Jugoslawien im “Kosovokrieg”.
5. Juni 1999 Beginn der Verhandlungen zwischen NATO und serbischen Sicherheitskräften in Mazedonien über den Abzug der serbischen Truppen aus Kosovo.
3./4. Juni 1999 EU-Gipfel in Köln: Begründung des EU-Engagements auf dem Westbalkan; Bekräftigung der Schlussfolgerungen des Rates von Luxemburg 1997, „that decisions on the opening of further negotiations can only be taken on the basis of the criteria established by the Copenhagen European Council“ im Jahre 1993; Beschluss zur Etablierung angemessener institutioneller und militärischer Infrastrukturen für die Europäische Sicherheits- und Verteidigungspolitik; Berücksichtigung der Grundsätze der St. Malo-Erklärung vom 4. Dezember 1998; das Politische Sicherheitskomitee wird zum Herzstück der institutionellen Struktur der ESVP.
3. Juni 1999 Annahme des internationalen Friedensplans für Kosovo (Fischer-Plan vom 14. April 1999) durch die jugoslawische Regierung und das serbische Parlament nach Verhandlungen zwischen dem jugoslawischen Präsidenten Slobodan Milosevic und dem finnischen Präsidenten Martti Ahtisaari.
27. Mai 1999 Bekanntgabe des Haager Kriegsverbrechertribunals über die Anklage gegen Slobodan Milosevic und vier weitere hohe serbische Führungspersönlichkeiten.
7. Mai 1999 Amerikanische Luftwaffe trifft im Rahmen der Luftschläge gegen die serbische Armee die chinesische Botschaft in Belgrad und tötet zwei Mitarbeiter.
6. Mai 1999 G8-Treffen in Bonn; Einigung zwischen Russland und der westlichen Staatengemeinschaft auf die Einrichtung einer militärischen und zivilen Sicherheitspräsenz in Kosovo mit den Vereinten Nationen als Schlüsselrolle.
1. Mai 1999 Inkrafttreten des Vertrags von Amsterdam; Änderung des Art. 49 des Vertrags über die Europäische Union: „Jeder europäische Staat, der die Grundsätze des Artikel 6(1) einhält, kann die Mitgliedschaft zur Europäische Union beantragen.“ Kopenhagener Kriterien werden zum Verfassungsprinzip im EU-Vertrag; Beginn der flexiblen, differenzierten Integration innerhalb der EU mittels des Instruments der „Verstärkten Zusammenarbeit“ (Art. 20 TEU), bspw. im Bereich des Patentrechts; Einführung der „konstruktiven Enthaltsamkeit“ in der Gemeinsamen Außen- und Sicherheitspolitik; Amsterdam-Vertrag ist der zweite Reformvertrag seit der EEA.
1. Mai 1999 EU schlägt den Stabilisierungs- und Assoziierungsprozess (SAP) für die fünf Staaten Südosteuropas als „a new type of association agreement“ vor: EU-Unterstützung bei der Etablierung von Demokratie, Rechtsstaatlichkeit, ökonomische Entwicklung und regionale Kooperation sowie erstmalige Erklärung der Perspektive zur vollen Integration in die europäischen Strukturen.
April bis Mai 1999 Massaker in den Ortschaften Cuska, Zahac, Pavljan und Ljubenic im Westen Kosovos durch die serbische, paramilitärische Miliz „Schakale“, in denen mehr als 120 kosovo-albanische Zivilisten ermordet werden; weiträumige Vertreibungen von Kosovo-Albanern durch serbische Sicherheitskräfte.
April 1999 Hashim Thaçi, Führer der UÇK, droht den “Verrätern” Ibrahim Rugova und Bujar Bukoshi mit “Bestrafung”.
14. April 1999 Petersberger Gipfel: auf Initiative des deutschen Außenministers Joschka Fischer wird der Stabilitätspakt für Südosteuropa mit aktiver Unterstützung der EU und unter deutscher Ratspräsidentschaft gegründet; Grundelemente des “Fischer-Plans”: Ende der Gewalt, Rückzug der serbischen Truppen aus Kosovo, Entsendung einer internationalen Friedenstruppe, Wiederherstellung des kosovarischen Autonomiestatus, jedoch innerhalb der serbischen Souveränität.
24. März 1999 Beginn der Operation „Allied Force“ der NATO in Kosovo gegen die Bundesrepublik Jugoslawien ohne UN-Sicherheitsratsbeschluss und Einverständnis Russlands bis Juni 1999 (78 Tage); Einsatzbefehl einen Tag zuvor durch NATO-Generalsekretär Javier Solana erteilt; endgültiges Scheitern der international geführten Friedensverhandlungen.
22. März 1999 Letzte Vermittlung des US-Unterhändlers Richard C. Holbrooke mit Belgrad bleibt erfolglos.
20. März 1999 Ausreise der letzten OSZE-Beobachter aus Kosovo.
6. bis 23. Februar und 15. bis 19. März 1999 Konferenz von Rambouillet: Ablehnung des von der NATO ausgearbeiteten Entwurfs eines Friedensvertrages zwischen der Bundesrepublik Jugoslawien und der politisch-militärischen Führung der Kosovo-Albaner durch die jugoslawische Führung; Inhalt des Entwurfs: weitgehende Autonomie des Kosovo innerhalb der Bundesrepublik Jugoslawien sowie Stationierung einer internationalen Friedenstruppe; Ablehnung des Friedensvertrags führt zum militärischen Eingreifen der NATO in den Kosovo-Konflikt; Wolfgang Petritsch war für die EU als Chefunterhändler an den Verhandlungen beteiligt.
31. Januar 1999 Ergebnislose Gespräche des NATO-Generalsekretärs Javier Solana in Belgrad, Serbien.
15. Januar 1999 Massaker im kosovarischen Dorf Raçak: Tötung von 45 Kosovo-Albanern durch serbische Sicherheitskräfte; Signal für internationale Gemeinschaft zum Eingreifen und Verstärkung des Drohpotentials gegenüber Serbiens.
1. Januar 1999 Inkrafttreten der dritten Stufe der Wirtschafts- und Währungsunion mit elf EU-Staaten.
11./12. Dezember 1998 Europäischer Rat in Wien: Entscheidung, vorerst die Beitrittsverhandlungen mit der zweiten Kandidatengruppe (Rumänien, Bulgarien, Slowakei, Lettland, Litauen und Malta) nicht zu eröffnen.
Dezember 1998 Großangelegte Offensive serbischer Polizei, Militärs und Paramilitärs in der kosovarischen Region Podujevo/Podujeva mit dem Ziel, die UÇK endgültig auszuschalten.
4. Dezember 1998 Unterzeichnung der britisch-französischen “Erklärung zur Europäischen Verteidigung” im französischen Saint-Malo zur schrittweisen Verstärkung der institutionellen und militärischen europäischen Infrastruktur, basierend auf intergouvernementalen Entscheidungsmechanismen im Rahmen des Europäischen Rats und des Ministerrats der “Allgemeinen Angelegenheiten”. Ziel ist die außen- und sicherheitspolitische Stärkung der Rolle der EU in internationalen Krisen vor dem Hintergrund des Kosovo-Krieges sowie die verteidigungs- und sicherheitspolitische Unabhängigkeit von den USA und der NATO in der Krisenbewältigung; Saint-Malo-Inititative gilt als die Grundlage für die Bildung der ESVP; Katalysator für die Gründung der ESVP bildeten die gewaltsamen Konflikte im ehemaligen Jugoslawien.
Oktober 1998 Wolfgang Petritsch wird zum EU-Sonderbeauftragten für Kosovo ernannt.
24. Oktober 1998 Annahme der UN-Sicherheitsratsresolution 1203; Unterstützung des Holbrooke-Milosevic-Abkommens.
13. Oktober 1998 Holbrooke-Milosevic-Abkommen; vorerst Einverständnis von Slobodan Milosevic zu einem Waffenstillstand in Kosovo; einer OSZE-Verifikations-Mission und einer NATO-Luftüberwachung des Teilabzugs serbischer Sicherheitskräfte und der Rückkehr von Flüchtlingen.
12. Oktober 1998 Erteilung der “Activation Order”; Bereitschaft der NATO für eine Luftoperation gegen die Bundesrepublik Jugoslawien gegeben.
4. Oktober 1998 Erklärung des jugoslawischen Verteidigungsrates, das “Land mit allen Mitteln gegen NATO-Angriffe zu verteidigen”.
25. September 1998 Beschluss der NATO zur “Activation Warning” und stellt ein Ultimatum für Präsident Milosevic auf, die Operationen gegen die Kosovo-Albaner zu stoppen.
23. September 1998 Annahme der UN-Sicherheitsratsresolution 1199; Forderung nach sofortigen Waffenstillstand zwischen den Serbien und den Kosovo-Albanern; Drohung von ‘weiteren Maßnahmen’ gegenüber der serbischen Führung; Intensivierung der internationalen Debatte über die völkerrechtliche Legitimierung einer militärischen Intervention in den Kosovo-Konflikt.
Mitte September 1998 In Folge der Kampfhandlungen großer Anstieg der Flüchtlingswelle auf über 265.000 kosovo-albanische Flüchtlinge (davon ca. 170.000 Binnen-Flüchtlinge); weitgehende militärische Zerschlagung der UÇK zu diesem Zeitpunkt.
Juli/August 1998 Offensive der serbischen Truppen in der Stadt Orahovac/Rahovec; anschließend Rückeroberung des UÇK-Kernraumes um Malisevo durch serbische Sicherheitskräfte.
15. Juni 1998 Durchführung von NATO-Luftmanövern (“Determined Falcon”) in Mazedonien und Albanien.
8. Juni 1998 Beschluss der EU zum Einfrieren der jugoslawischen Auslandsguthaben; USA schließen sich zwei Tage später den EU-Sanktionen an.
Juni 1998 Offensive der UÇK im Zentralkosovo; Vertreibungen von Kosovo-Serben aus der Region.
Mai 1998 Besetzung der Stadt Deçan im westlichen Kosovo durch serbische Sicherheitskräfte und Vertreibung der albanischen Bevölkerung.
23. April 1998 In einem Referendum in Serbien sprechen sich 94,7 % der Wähler sprechen gegen eine internationale Friedensvermittlung im Kosovo-Krieg aus.
31. März 1998 Offizielle Eröffnung der Beitrittsverhandlungen der EU mit Polen, Ungarn, Estland, Tschechien, Slowenien und Zypern.
31. März 1998 Annahme der UN-Sicherheitsratsresolution 1160; Verantwortung für militärische Eskalation und schwere Menschenrechtsverletzungen wird den serbischen Sicherheitskräfte und der UÇK gleichermaßen zugeschrieben; Verhängung eines Waffenembargos über die Bundesrepublik Jugoslawien; Aufruf zum Dialog zwischen den Konfliktparteien.
22. März 1998 Sieg von Ibrahim Rugovas LDK bei den Parlaments- und Präsidentschaftswahlen Kosovos; jedoch erweitert die UÇK zunehmend ihren Einfluss.
16. März 1998 Beschluss des Rates über Hilfe für die beitrittswilligen Staaten im Rahmen der Heranführungsstrategie, insbesondere über die Gründung von Beitrittspartnerschaften, als wichtiges Instrument im Erweiterungsprozess (Verordnung Nr. 622/98 des Rates); konditionale Koppelung von finanzieller Hilfe für Beitrittskandidaten an die Erfüllung der Kopenhagener Kriterien; Beitrittspartnerschaften beziehen sich auf die Kopenhagener Kriterien.
5. – 7. März 1998 Großangelegte Operation der serbischen Sicherheitskräfte im kosovarischen Ort Donji Prekaz in der Drenica-Region; Tod des UÇK-Kommandanten Adem Jashari sowie zahlreicher Familienmitglieder; Beginn des Jashari-Kults in Kosovo; Rückeroberung der “Befreiten Region Drenica” durch serbische Truppen.
Ende Februar bis Anfang März 1998 Großoffensive der serbischen Sonderpolizei in Drenica, Tötung von etwa 80, größtenteils zivilen, Kosovo-Albanern; Beginn der Vermittlung der Balkan-Kontaktgruppe im Kosovo-Konflikt; kontinuierliche Intensivierung des Kosovo-Krieges.
12./13. Dezember 1997 Europäischer Rat von Luxemburg: Beschluss zum Beginn des Verhandlungsprozesses zum 30. März 1998; Aufteilung der Kandidatenländer in zwei Gruppen; Beschluss zur Neugestaltung der Funktionsweise der EU-Institutionen noch vor dem Beitritt der Kandidatenstaaten; Beschluss zur Optimierung der EU-Institutionen auf eine EU-27 (Umsetzung auf dem Rat von Nizza); Beschluss zur Erstellung jährlicher Fortschrittsberichte über Kandidatenstaaten; Betonung der politischen Kriterien: „Die Einhaltung der politischen Kriterien von Kopenhagen stellt eine unabdingbare Voraussetzung für die Eröffnung von Beitrittsverhandlungen dar.“; zudem: Beschluss zur Einführung der EU-Beitrittspartnerschaften.
November 1997 Beginn des Kosovo-Krieges; Einrichtung einer internationalen Kosovo-Kontaktgruppe (USA, Russland, Frankreich, Großbritannien, Deutschland, Italien) auf Initiative Deutschlands und Frankreichs.
2. Oktober 1997 Unterzeichnung des Vertrags von Amsterdam; Inkrafttreten am 1. Mai 1999; Etablierung eines Hohen Repräsentanten für die Gemeinsame Außen- und Sicherheitspolitik (GASP); mit dem Amsterdamer Vertrag wird der Stabilitäts- und Wachstumspakt geltendes EU-Recht.
16. Juli 1997 „Agenda 2000“: Verabschiedung von rund 20 legislativen Maßnahmen für eine „stärkere und erweiterte Union“; Ziel: Vorbereitung des Staatenverbundes auf die anstehende Osterweiterung mittels eines strikten Finanzrahmens; Empfehlung der Kommission zur Eröffnung der Beitrittsverhandlungen mit Tschechien, Estland, Ungarn, Polen, Slowenien und Zypern („5 plus 1-Formel). Bereitstellung von Hilfen für die Beitrittskandidaten, um die Kopenhagener Kriterien zu erfüllen.
16./17. Juni 1997 Beschluss der Staats- und Regierungschefs der Europäischen Union über den Vertrag von Amsterdam, der am 2. Oktober 1997 unterzeichnet wird und am 1. Mai 1999 in Kraft tritt.
1997 Ausbruch von gewaltsamen Unruhen in Kosovo nach für die albanischen Kosovaren unbefriedigenden Friedensschluss von Dayton („Die Vergessenen von Dayton“); verstärkte Konflikte zwischen der „kosovarischen Befreiungsarmee“ UÇK und serbischen Sicherheitskräften.
1997 Start der „South East European Cooperation Initiative (SECI)“: Initiative für Südosteuropäische Kooperationsinitiative durch USA; Folge von Dayton; Fokus auf wirtschaftliche Projekte.
13. Dezember 1996 Royaumont-Prozess: Initiative durch die französische EU-Präsidentschaft auf dem Royaumont-Gipfel zur Weiterführung des Friedensprozesses von Dayton; Fokus des Prozesses auf die Bereiche Zivilgesellschaft, Kultur und Menschenrechte mit dem Ziel der Stabilität und gute Nachbarschaft im südöstlichen Europa; Einfließen des Royaumont-Prozesses 1999 in den Stabilitätspakt für Südosteuropa.
10. Juni 1996 Beitrittsantrag Sloweniens zur EU; Unterzeichnung des Assoziierungs-Abkommens mit Slowenien.
Juni 1996 Initiierung des Südosteuropäischen Kooperationsprozesses (SEECP) im Westlichen Balkan auf der „Conference on Good Neighbourliness, Stability, Security and Co-operation in South Eastern Europe (CSEE)” (Erklärung von Sofia); seit 27. Februar 2008 überführt in den Regionalen Kooperationsrat (RCC); Versuch der Westbalkan-Staaten, die zwischenstaatliche Kooperation zu intensivieren.
Frühjahr 1996 Gründung der UÇK (“Die Befreiungsarmee des Kosovo”); erste Anschläge auf serbische Polizeistationen; zunehmende Eskalation des Konflikts zwischen der UÇK und serbischen Sicherheitskräften.
17. Januar 1996 Tschechien stellt den EU-Beitrittsantrag.
1. Januar 1996 Einführung der Europäischen Zollunion zwischen der EU und der Türkei; zum ersten Mal errichtet die EU eine Zollunion mit einem Drittstaat der EU.
15./16. Dezember 1995 Europäischer Rat in Madrid: Erweiterung der Kopenhagener Kriterien um die Kondition, dass die Kandidatenländer die EU-Gesetzgebung und -Praktiken nicht nur implementieren, sondern auch effektiv umsetzen müssen: „Expansion of administrative structures for effective adoption of the acquis.“; verstärktes Monitoring der Kandidatenländer durch die Kommission beschlossen.
14. Dezember 1995 Bulgarien stellt den EU-Beitrittsantrag.
14. Dezember 1995 Abkommen von Dayton: Beendigung des seit 1992 andauernden Krieges in Bosnien-Herzegowina; Unterzeichnung des Dayton-Vertrages am 14. Dezember 1995 in Paris; Paraphierung des Vertrages unter Vermittlung und Leitung der USA mit Beteiligung der EU am 21. November 1995 in der Wright-Patterson Air Force Base bei Dayton (Ohio); Unterzeichner des Dayton-Vertrages: serbische Präsident Slobodan Milošević, kroatische Präsident Franjo Tuđman, bosnisch-herzegowinische Präsident Alija Izetbegović; Versuch des kosovarischen Präsidenten Ibrahim Rugova, das Kosovo-Problem zu thematisieren und die internationale Gemeinschaft zum Eingreifen in den zunehmenden Kosovo-Konflikt zu bewegen, jedoch erfolglos, das Kosovo-Thema wurde außen vor gelassen; in der Folge gründete sich die UÇK; zunehmende Radikalisierung des kosovo-albanischen Widerstands gegen den serbischen Staat.
8. Dezember 1995 Litauen stellt den EU-Beitrittsantrag.
24. November 1995 Estland stellt den EU-Beitrittsantrag.
15. – 20. November 1995 Unterzeichnung des Europa-Mittelmeer-Assoziationsabkommens mit Marokko, des EU-Assoziierungsabkommens mit Israel sowie des EU-Kooperationsabkommen mit Nepal.
13. Oktober 1995 Lettland stellt den EU-Beitrittsantrag.
August 1995 Rückeroberung der von serbischen Sicherheitskräften seit Ende 1991 besetzten Gebiete in Kroatien (“Republik Serbische Krajina”) durch die kroatische Armee in der Operation Oluja (kroat. Blitz).
Juli 1995 Massaker von Srebrenica: Massive Kriegsverbrechen während des Bosnienkriegs; UN-Gerichte stufen diese gemäß der UN-Konvention über die Verhütung und Bestrafung des Völkermordes als Völkermord ein; Tötung von ca. 8000 Bosniaken, nahezu ausschließlich Männer und Jungen zwischen 13 und 78 Jahren; Ausübung des Massakers unter der Führung von Ratko Mladić, Oberbefehlshaber der Armee der Republika Srpska (Vojska Republike Srpske, VRS), der Polizei und serbischen Paramilitärs, ungeachtet der Anwesenheit von UNO-Blauhelmsoldaten.
26./27. Juni 1995 Beschluss der Europäischen Union zur Schaffung einer neuen Partnerschaft Europa-Mittelmeer.
27. Juni 1995 Slowakei stellt den EU-Beitrittsantrag.
22. Juni 1995 Rumänien stellt EU-Beitrittsantrag.
12. Juni 1995 Unterzeichnung der Europa-Abkommen mit Estland, Lettland und Litauen.
1. Februar 1995 Inkrafttreten der Assoziationsabkommen mit Bulgarien, Rumänien, der Slowakei und Tschechien.
1. Januar 1995 EFTA-Erweiterung der EU um die ehemals neutralen bzw. blockfreien europäischen Staaten Österreich, Finnland und Schweden, die sich nun aus 15 Mitglieder zusammensetzt.
Dezember 1994 Europäischer Rat in Essen: Offizieller Beschluss zum Start des Programms der „Pre-Accession Strategy“ als für den künftigen Beitritt vorbereitende Strategie um „the lasting peace and stability of the European continent and neighbouring regions“ sicherzustellen.
27./28. November 1994 Die Norweger lehnen in einem Referendum den Beitritt zur Europäischen Union ab; die Beitrittsverhandlungen waren vollständig abgeschlossen; 1972 hatte Norwegen zum ersten Mal den EU-Beitritt aufgrund einer negativen Volksabstimmung nicht vollzogen.
14. – 24. Juni 1994 Unterzeichnung des Partnerschafts- und Kooperationsabkommens zwischen der EU und der Ukraine sowie Russland.
5. April 1994 Polen stellt den EU-Beitrittsantrag.
31. März 1994 Ungarn stellt den EU-Beitrittsantrag.
1. Januar 1994 Inkrafttreten des Europäischen Wirtschaftsraums (EWG), des vertieften Freihandelsgebiets zwischen der Europäischen Union (EU) und der Europäischen Freihandelsassoziation (EFTA).
1994 Einsetzende NTO-Luftschläge gegen serbische Sicherheitskräfte in Bosnien-Herzegowina; Gründung der kroatisch-muslimischen „Föderation Bosnien-Herzegowina“.
1. November 1993 Inkrafttreten des Vertrags von Maastricht; somit Gründung der Europäischen Union durch den „Treaty on European Union“ (TEU).
4. Oktober 1993 Unterzeichnung der Europa-Abkommen der EG mit Tschechien und der Slowakei.
30. Juli 1993 Genfer Konferenz (ICFY): Zustimmung des bosnischen Präsidenten Izetbegovic zu den drei Entitäten Bosnien-Herzegowinas (Dreiteilung Bosniens).
21. – 23. Juni 1993 Europäischer Rat von Kopenhagen: Einführung der Kopenhagener Kriterien zur Vorbereitung des historischen Umbruchs in den Staaten Mittel- und Osteuropas und deren Heranführung an die Union (Osterweiterung); systematischeres und institutionalisiertes Regel-Set, dessen graduelle Konstitutionalisierung in einer strikteren Anwendung resultierte; Kriterien wurden auf dem Madrider Ratsgipfel 1995 noch weiter ausdifferenziert; Kopenhagener Kriterien als Bekenntnis zur Osterweiterung der EG.
18. Mai 1993 Positives (zweites) Referendum in Dänemark über den Maastrichter Vertrag mit 56,8 % der Stimmen, das das Inkrafttreten des Maastrichter Vertrags am 1. November 1993 ermöglicht.
7./8. April 1993 Mazedonien wird unter dem vorläufigen Namen “ehemalige jugoslawische Republik Mazedonien” als UN-Mitglied anerkannt.
5. April 1993 Unterzeichnung eines Handels- und Kooperationsabkommens sowie Verkehrsabkommens zwischen der EG und Slowenien.
8. März 1993 Unterzeichnung des Europaabkommens sowie des Interimabkommens über Handel zwischen der EG und Bulgarien.
1. Februar 1993 Unterzeichnung des Europa-Abkommens mit Rumänien.
1993 Ausbruch des “Zweiten Krieges” zwischen Kroaten und Muslimen in Bosnien-Herzegowina; Errichtung von UNO-Schutzzonen in Bosnien-Herzegowina; Schaffung des Internationalen Strafgerichtshof für das Ehemalige Jugoslawien in Den Haag.
1. Januar 1993 Auflösung der Tschechoslowakei und Gründung der beiden daraus hervorgehenden Staaten Tschechien und Slowakei.
1. Januar 1993 Inkrafttreten des Europäischen Binnenmarkts („Single market“), d. h. des EG-Wirtschaftsraums ohne Binnengrenzen (vier Grundfreiheiten des Personen-, Waren-, Dienstleistungs- und Kapitalverkehrs).
21. Dezember 1992 Unterzeichnung des Mitteleuropäischen Freihandelsabkommen (Central European Free Trade Area – CEFTA) durch Polen, Tschechoslowakei und Ungarn; Inkrafttreten im März 1993; die Freihandelszone CEFTA ist neben der EFTA und dem EWR ein zentrales Wirtschaftsabkommen in Europa.
6. Dezember 1992 Die Schweizer lehnen in einem Referendum den Beitritt zur EWR ab.
Juli 1992 Ibrahim Rugova wird zum Präsidenten der selbstproklamierten Republik Kosovo gewählt; Entsendung einer KSZE-Mission zur Beobachtung der Situation und politischen Lösung des Kosovo-Konflikts.
25. Juni 1992 Gründung der Schwarzmeer-Wirtschaftskooperation (Black Sea Economic Cooperation – BSEC) auf Initiative der Türkei; seit 1999 Status einer internationalen Organisation sowie Gründung der Schwarzmeerbank für Handel und Entwicklung in Thessaloniki, Griechenland.
26./27. Juni 1992 Europäischer Rat in Lissabon: Aufstellung der Kriterien für die grundsätzliche Berechtigung zur EU-Mitgliedschaft: Europäische Identität, demokratischer Status, Respekt für Menschenrechte.
2. Juni 1992 Ablehnung des Maastrichter Vertrags durch die dänische Bevölkerung mit 50,7 % der Stimmen in einem Referendum.
24. Mai 1992 Die Präsidenten- und Parlamentswahlen in Kosovo, organisiert von Kosovo-Albanern, werden von der kosovo-serbischen Bevölkerung größtenteils boykottiert.
11. Mai 1992 Unterzeichnung von Kooperations- und Handelsabkommen zwischen EG und Albanien (Inkrafttreten am 1. Dezember 1992), Estland (am 1. März 1993), Lettland und Litauen (jeweils am 1. Februar 1993).
11. Mai 1992 Auferlegung von wirtschaftlichen Sanktionen der EG gegenüber Serbien.
2. Mai 1992 Abkommen über Europäischen Wirtschaftsraums (EWR) als vertiefte Freihandelszone zwischen EG und EFTA (außer der Schweiz); EFTA-Staaten befürchteten nach der EEA große wirtschaftliche Nachteile.
27. April 1992 Gründung der „Bundesrepublik Jugoslawien“ aus Serbien und Montenegro.
17. April 1992 Internationale Anerkennung Bosnien-Herzegowinas; Beginn des Bosnienkriegs, der bis 1995 und der Unterzeichnung des Daytoner Abkommens andauert.
2. März 1992 Unabhängigkeitserklärung Bosnien-Herzegowinas unter dem Namen Republik Bosnien und Herzegowina (Republika Bosna i Hercegovina); Austreten aus der jugoslawischen Föderation; nahezu identische Grenzziehung wie das österreichisch-ungarische Okkupationsgebiet Bosnien und Herzegowina (Berliner Kongress 1878).
7. Februar 1992 Maastrichter Vertrag: Unterzeichnung des Vertrag über die Europäische Union in Maastricht. Vorschriften für künftige gemeinsame Währung, Außen- und Sicherheitspolitik sowie engere Zusammenarbeit in den Bereichen Justiz und Inneres. Die „Europäische Gemeinschaft” wird offiziell zur „Europäischen Union”. Erster Reformvertrag seit der EEA. Bildung einer drei-säuligen Struktur. Formelle Schaffung der Wirtschafts- und Währungsunion (EMU). Einführung des Mitentscheidungsverfahren (Kodezisionsverfahren) bei marktbezogenen Angelegenheiten. Gemeinsame Außen- und Sicherheitspolitik (GASP) bildet die die zweite Säule der Europäischen Union und ersetzt damit die Europäische Politische Zusammenarbeit. Dänemark wird ein Opt-out bzgl. der GASP eingeräumt. Justiz und Inneres bildet die dritte, intergouvernemental strukturierte Säule.
15. Januar 1992 Anerkennung der sich für unabhängig erklärten Republiken Jugoslawiens durch die EG, was am 16.12.1991 beschlossen wurde. Bedingungen: Demokratie, Rechtsstaatlichkeit, Minderheitenschutz, Menschenrechte).
9. Januar 1992 Proklamation der Srpska Republika Bosna i Hercegovina durch die serbische Volksvertretung in Bosnien; am 28. Februar Konstitution als Teilstaat der Bundesrepublik Jugoslawien.
23. Dezember 1991 Unilaterale Anerkennung Sloweniens und Kroatiens durch die deutsche Bundesregierung im Alleingang.
16. Dezember 1991 Unterzeichnung der (ersten) Assoziierungsabkommen (Europa-Abkommen) und Interimsabkommen mit Polen, Ungarn und der Tschechoslowakei.
9./10. Dezember 1991 Einigung auf Vertrag über Europäische Union auf dem Gipfel des Europäischen Rates in Maastricht; Unterzeichnung des Vertrags am 7. Februar 1992 in Maastricht.
8. Dezember 1991 Gründung der Gemeinschaft Unabhängiger Staaten (GUS) durch Russland, Weißrussland und der Ukraine.
2. Dezember 1991 EG stellt Handelsbeziehungen und Finanzhilfen zu den jugoslawischen Republiken (außer Serbien und Montenegro) wieder her, die am 8. November über das gesamte Jugoslawien erlassen wurden.
19. November 1991 Unabhängigkeitserklärung Mazedoniens.
10. Oktober 1991 Referendum in Kosovo, das von den Kosovo-Serben boykottiert wird, geht zugunsten der Unabhängigkeit der Republik Kosovo aus, das aber nur von Albanien anerkannt wird.
3. September 1991 Der ehemalige Außenminister Großbritanniens und NATO-Generalsekretär, Lord Carrington, wird zum EG-Sonderbeauftragten für Jugoslawien ernannt, der die am 7. September beginnende Friedenskonferenz in Den Haag leitet.
September 1991 Proklamation der Unabhängigkeit der „Republik Kosova“ (außerhalb des jugoslawischen Staatsverbands) durch Ibrahim Rugova; keine internationale Anerkennung bis auf Albanien, das Kosovo seither als unabhängigen Staat betrachtet; die kosovo-albanische Mehrheit unterstützt die Politik des gewaltlosen Widerstands von Ibrahim Rugova.
18. Juli 1991 Rückzug der jugoslawischen Armee aus Slowenien nach 10 Kriegstagen, de-facto-Anerkennung der Unabhängigkeit Slowenien.
7. Juli 1991 Brioni-Deklaration: Abkommen unter Vermittlung der EG zur friedlichen Lösung des Jugoslawien-Konflikts; dreimonatiges Moratorium der Unabhängigkeitserklärungen Kroatiens und Sloweniens bis zum 7. Oktober 1991; faktische Beendigung des slowenischen Unabhängigkeitskrieges nach 10 Tagen.
25. Juni 1991 Beginn des Jugoslawischen Nachfolgekrieges 1991-1995: Slowenien und Kroatien erklären sich für unabhängig von der SFRJ; einsetzende Kämpfe in Kroatien und Slowenien; kroatisch-serbischer Krieg dauert 4 Jahre (1995); zentrale Fragen zur Sezession: (1) völkerrechtswidrige Verletzung der territorialen Integrität versus völkerrechtskonforme Selbstbestimmung; (2) zwischenstaatliche oder administrative Republikgrenzen; (3) internationaler oder innerstaatlicher Konflikt.
19. Mai 1991 Referendum über die Unabhängigkeit Kroatiens erzielt eine Zustimmung über 93,2 % der Wahlbeteiligten.
Mai 1991 Kommissionspräsident der EG, Jaques Delors, bietet den Republiken Jugoslawiens ein Assoziierungsabkommen und finanzielle Hilfe in Höhe von 4 Milliarden US-Dollar an, wenn eine friedliche Lösung gefunden wird und die territoriale Integrität Jugoslawiens gewahrt bleibt.
20./21. Februar 1991 Resolutionen des slowenischen und kroatischen Parlaments für die Unabhängigkeit von der jugoslawischen Föderation.
1991 Ibrahim Rugovas kosovarische Schattenregierung richtet ihr Hauptquartier in Bonn, Deutschland, ein.
Dezember 1990 Jugoslawische Regierung unter Ministerpräsident Ante Markovic beruft zum letzten Mal in der Geschichte Jugoslawiens die Republikführungen zusammen; die Reformbemühungen scheitern.
3. Oktober 1990 Beitritt der Deutschen Demokratischen Republik zum Geltungsbereich des Grundgesetz (nach Art. 23) der Bundesrepublik Deutschland durch Inkrafttreten des Staatsvertrags zwischen der BRD und DDR.
12. September 1990 Unterzeichnung des 2+4-Vertrages durch die vier Siegermächte und die zwei deutschen Staaten.
7. September 1990 Ibrahim Rugovas kosovoarische Schattenregierung legt eine Verfassung für eine unabhängige, souveräne “Republik Kosova” innerhalb des jugoslawischen Gesamtstaates vor, die die kosovo-albanischen Abgeordneten des kosovarischen Parlaments bestätigen.
31. August 1990 Unterzeichnung des Einigungsvertrages der beiden deutschen Staaten (2. Staatsvertrag).
16. Juli 1990 Malta stellt den EU-Beitrittsantrag.
13. Juli 1990 Absetzung der kosovarischen Regierung durch Belgrad, Auflösung des kosovarischen Parlaments und Einsetzung einer serbischen Sonderverwaltung für Kosovo; Ausrufung der Selbstständigkeit Kosovos durch das Provinzparlament Kosovos.
3. Juli 1990 Zypern stellt den EU-Beitrittsantrag.
2. Juli 1990 Slowenisches, kroatisches und kosovarisches Parlament verabschieden ihre Souveränitätserklärungen; Proklamation der Unabhängigkeit durch das kosovarische Parlament, jedoch noch innerhalb der jugoslawischen Staatsverbands.
15. Juni 1990 Unterzeichnung des Dubliner Übereinkommens (DÜ) als völkerrechtlichen Vertrages über die Bestimmung des zuständigen Staates für die Prüfung eines in einem Mitgliedstaat der Europäischen Gemeinschaft sowie weiteren europäischen Staaten gestellten Asylantrages; Inkrafttreten am 1. September 1997.
April 1990 Europäischer Rat bestätigt, dass ein Assoziierungsabkommen mit Jugoslawien abgeschlossen werden könnte, wenn bestimmte politische und ökonomische Bedingungen in Jugoslawien erfüllt werden; starker Anreiz zur Stabilisierung der staatlichen Integrität Jugoslawiens durch den Rat.
Januar 1990 Slowenien fordert auf dem XIV. Parteitag des Bundes der Kommunisten Jugoslawiens die Wiederherstellung der kosovarischen Autonomie und die Achtung der Menschenrechte, die Milosevic verweigert.
Dezember 1989 Gründung der „Demokratischen Liga Kosovos“ (LDK) durch den Schriftsteller Ibrahim Rugova.
9. November 1989 Fall der Berliner Mauer.
24. August 1989 Machtwechsel in Polen: Tadeuz Mazowiecki wird der erste nicht-kommunistische Ministerpräsident Polens (sowie in ganz Mitteleuropa).
13. Juni 1989 Verabschiedung einer gemeinsamen Erklärung von Michail Gorbatschow und Helmut Kohl mit der Botschaft, dass alle Völker das Recht hätten, „ihr Schicksal frei zu bestimmen“.
Mai 1989 bis März 1990 „Friedliche Revolution“ („Wende“) in der Deutschen Demokratischen Republik (DDR).
8. Mai 1989 Slobodan Milosevic wird zum serbischen Präsident gewählt; zunehmende wirtschaftliche und inner-jugoslawische Spannungen mit der Folge von institutionellen Stillstand.
28. März 1989 Faktische Aufhebung des Autonomiestatus Kosovos im 600. Jahr der Amselfeldschlacht: Das serbische Parlament hebt die seit 1974 verfassungsrechtlich bestehende weitgehende Autonomie der Provinz Kosovo (und Vojvodina) auf; Kosovo wird von nationalistischen Serben als „europäische Türkei“ betrachtet: Milosevic propagiert in Form seiner „Antibürokratischen Revolution“ die Rezentralisierung Jugoslawiens und die Abschaffung der Autonomien der Provinzen innerhalb Serbiens; gewaltloser Widerstand und Boykott der albanisch-stämmigen Bevölkerung Kosovos gegen die verstärkte Repressionspolitik der serbischen Regierung.
23. März 1989 Kosovarische Parlament stimmt unter enormen DrUÇK der serbischen Polizei und Geheimdienstes neuen Zusätzen in der kosovarischen und serbischen Verfassung zu, die einer faktischen Aufhebung des kosovarischen Autonomiestatus gleichkommt.
27. Februar 1989 Solidarkundgebung in der slowenischen Hauptstadt Ljubljana für die streikenden Minenarbeiter in Trepca, Kosovo.
Februar 1989 Hungerstreik von 23.000 Minenarbeitern in Trepča, Kosovo, als Protest für die Bewahrung der kosovarischen Autonomie in Jugoslawien.
17. November 1988 Rücktritt der kosovo-albanischen Parteiführung des Bundes der Kommunisten Kosovos unter Führung von Azem Vllasis aufgrund von erheblichen serbischen DrUÇKs.
Herbst 1988 Einrücken der serbischen Sonderpolizei in Kosovo; Verstärkung der serbischen Repressionsmaßnahmen gegenüber der kosovo-albanischen Bevölkerung.
November 1988 Protestmarsch der kosovo-albanischen Minenarbeiter von Trepca nach Prishtina als Protest gegen die geplante Abschaffung der Autonomie Kosovos innerhalb Jugoslawiens; Anwachsen des Protestes auf über 250.000 Teilnehmer.
Juni 1988 Gegenseitige Anerkennung in Form einer gemeinsamen Erklärung zwischen der EG und dem Rat für gegenseitige Wirtschaftshilfe (Council for Mutual Economic Assistance – COMECON/RGW), einer internationalen Wirtschaftsorganisation unter Führung der Sowjetunion; in der Folge schließt die EG in den zwei nächsten Jahren bilaterale Abkommen im Bereich Handel und wirtschaftliche Kooperation mit Ungarn, Polen, Tschechoslowakei, Ukraine, Bulgarien und Rumänien ab.
Januar 1988 Zahlreiche Mitglieder des Europäischen Parlaments fordern die Aufnahme Jugoslawiens in die European Economic Community (EEC).
19. Oktober 1987 Erster Börsencrash nach dem Zweiten Weltkrieg (“Schwarzer Montag”).
September 1987 Slobodan Milosevic übernimmt den Vorsitz des serbischen Bund der Kommunisten; Beginn der ökonomischen Marginalisierung und politischen Unterdrückung Kosovos.
1. Juli 1987 Inkrafttreten der Einheitlichen Europäischen Akte („Single European Act“); erste bedeutende Vertragsänderung des EWG-Vertrags; Wiederbelebung des europäischen Projektes („relance europeene“) nach einer Phase der Stagnation zwischen den 1960er und den frühen 1980er Jahren („Eurosklerose“); Prozess der europäischen Integration findet zurück in die Spur; weitere Vertiefung des Binnenmarkts (vier Freiheiten) und Institutionalisierung der EG, auch im Bereich der Sicherheits- und Verteidigungspolitik (EPZ).
24./25. April 1987 Teilnahme des künftigen Präsidenten Slobodan Milosevic an einer serbisch-nationalistischen Parteiveranstaltung in Kosovo polje/Fushe Kosove in Kosovo, die gegen die angebliche Schikane durch die albanische Mehrheitsbevölkerung demonstriert, in der er den Satz sagt: “Keiner soll es wagen, euch zu schlagen.”; in der Folge steigt Milosevics Reputation in Serbien immens an.
14. April 1987 Türkei reicht den Beitrittsantrag zur EG ein.
September 1986 Veröffentlichung des “Memorandum einer Gruppe von Akademiemitgliedern der Serbischen Akademie der Wissenschaften und Künste über aktuelle gesellschaftliche Fragen in unserem Land” als Abkehr von Titos Kosovo-Politik und der Neuausrichtung hin zu einer national-serbischen Politik im Kosovo mit der Folge von verstärkten Repressionen gegenüber den Kosovo-Albanern.
1986 Zweite Süderweiterung der EG um Spanien und Portugal.
15. Juni 1985 Unterzeichnung des Schengener Abkommens zwischen Belgien, Frankreich, Niederlande, Luxemburg und der Bundesrepublik Deutschland (Abschaffung aller Personenkontrollen an den Binnengrenzen der Vertragsunterzeichner).
12. Juni 1985 Unterzeichnung der EG-Beitrittsverträge mit Portugal und Spanien; Inkrafttreten am 1. Januar 1986; Portugal und Spanien sind die EG-Mitglieder Nummer 11 und 12.
1981 Erste Süderweiterung der EG um Griechenland.
Ab 11. März 1981 Gewaltsame, teilweise aus Albanien gelenkte Unruhen in Kosovo aufgrund der Forderung nach völliger Gleichberechtigung und Beendigung der „kolonialen Situation“; Slogan: „Kosova Republika!“; Forderung einer unabhängigen albanischen Republik innerhalb Jugoslawiens unter Einbezug Kosovos, Westmazedoniens und Südserbiens sowie ggf. spätere Vereinigung mit Albanien; Inbrandsetzung des serbischen Patriarchats von Peç; zeitweise Verhängung des Kriegsrechts; in der Folge politische „Säuberungen“ innerhalb des Bundes der Kommunisten in Kosovo; Ausschluss von über 1.000 albanisch-nationalistischer Mitglieder; Beginn der politischen Krise in Kosovo für mehr als ein Vierteljahrhundert und in Gesamt-Jugoslawien bis in die 1990er Jahre hinein.
4. Mai 1980 Tod von Jugoslawiens Staatsführers Josip Broz Tito; Einführung der kollektiven Staatsführung; zunehmende wirtschaftliche und politische Probleme in Jugoslawien.
25. Februar 1980 Unterzeichnung eines Kooperationsabkommen zwischen der EG und Jugoslawien; am 2. April 1980 Unterzeichnung eines Handels- und Kooperationsabkommens.
28. Mai 1979 Unterzeichnung des Beitrittsvertrag mit Griechenland; Inkrafttreten am 1. Januar 1981; Griechenland ist das zehnte EG-Mitglied.
13. März 1979 Einführung des Europäischen Währungssystems (EWS), gültig bis zum 31. Dezember 1998.
22. November 1978 Klarstellung des Artikels 237(1) EWG durch die Kommission im Rechtsstreit zwischen Mattheus und Doego; Kriterien für den Beitritt zur Europäischen Gemeinschaft sind Demokratie, Schutz von Menschenrechten und geographische Zugehörigkeit zu Europa.
7./8. April 1978 Europäischer Rat in Kopenhagen: „Erklärung zur Demokratie“ bekräftigt die parlamentarische Demokratie und die Einhaltung der Menschenrechte als wesentliche Komponenten für die Zugehörigkeit zur Europäischen Gemeinschaft; Erklärung ist Vorläufer der Kopenhagener Kriterien von 1993.
28. Juli 1977 Spanien reicht den Beitrittsantrag zur EG ein.
5. April 1977 Gemeinsame Erklärung über die fundamentalen Grundrechte durch die Präsidenten des Europäischen Parlaments, der Kommission und des Rats.
3. Mai 1977 Abschluss eines Kooperationsabkommens der EG mit Libanon; Inkrafttreten am 1. November 1978.
28. März 1977 Portugal stellt den Antrag für den Beitritt zur EG.
18. Januar 1977 Unterzeichnung von Kooperationsabkommen der EG mit Ägypten, Jordanien und Syrien ab; Inkrafttreten am 1. November 1978.
25. – 27. April 1976 Unterzeichnung von Kooperationsabkommen der EG mit Tunesien, Algerien und Marokko; Inkrafttreten am 1. Januar 1978.
1. August 1975 Unterzeichnung der KSZE-Schlussakte von Helsinki; Vorläufer der Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE).
12. Juni 1975 Griechenland stellt den Antrag zum Beitritt zur EG.
20. Juli 1974 Türkische Militäreinheiten besetzen den Norden der Insel Zypern; später vom Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte als völkerrechtswidrig beurteilt.
21. Februar 1974 Inkrafttreten der neuen (vierten) jugoslawischen Bundesverfassung, die bis zum Ende der SFRJ gültig bleibt: weitere Dezentralisierung, Föderalisierung und damit Stärkung der Republiken und autonomen Provinzen; Jugoslawien wird zur „Föderation mit einigen konföderativen Merkmalen“ (Calic 2010: 259); Tito wird als „Präsident auf Lebenszeit“ bestätigt; verfassungsrechtliche Gewährung von weitgehender Autonomie für die Provinzen Kosovo und Vojvodina und gleichberechtigte Repräsentation in den jugoslawischen Staatsinstitutionen (Kosovo als „Quasi-Republik“ und Föderationssubjekt); de facto-Gleichstellung der Provinzen mit den Republiken hinsichtlich Kompetenzen, Struktur der Organe und Entscheidungsverfahren; Kosovo erhält somit eigene Hoheit über Gesetzgebung und Budget; Folge: zunehmende Dominanz der Kosovo-Albaner in Staat, Partei und Verwaltung Kosovos; Albanisch wird zweite Unterrichts- und Amtssprache; verstärkte Förderung der albanischen Kultur; Folge: zunehmende Auswanderung von Serben aus Kosovo; entscheidender Politikwechsel Titos in der Kosovo-Frage hin zu (1) einer weitgehenden politischen Autonomie Kosovos von Serbien und (2) einer umfassenden Modernisierung Kosovos durch Bundessubventionen; jedoch wird der Sozialistischen Autonomen Provinz Kosovo der Republikstatus weiterhin vorenthalten (und damit das Sezessionsrecht der Republiken), wohingegen Serbien die innere Föderalisierung ihrer Republik zunehmend ablehnt; Folge: Sowohl Serben und Albaner lehnen die jugoslawische Verfassung von 1974 zunehmend ab; Titos Ziel der langfristigen Entschärfung der Kosovo-Frage wird nicht erreicht; Jugoslawien wird nur durch Titos Klammer zusammengehalten.
1973 Veröffentlichung des serbisch-albanischen Bandes “Kosovo einst und jetzt” (Kosovo nekad i danas), der eine Zukunftsperspektive “Kosovo im Jahr 2000” enthält.
1973 Norderweiterung der EG um Großbritannien, Irland und Dänemark.
1973 Vereinbarung zwischen EG und Jugoslawien, die ein gemeinsames Komitee beinhaltet.
10. April 1972 Einführung des Europäischen Wechselkursverbunds („Currency Snake“, Währungsschlange).
22. Januar 1972 Unterzeichnung der Beitrittsverträge mit Großbritannien, Dänemark, Irland und Norwegen; Inkrafttreten der Verträge am 1. Januar 1973 mit Ausnahme Norwegens, das sich nach einem Referendum gegen den Beitritt ausspricht.
1972 Tito entmachtet die Parteiführung in Belgrad; weitgehende politische „Säuberungen“ in der kommunistischen Partei Jugoslawiens.
Frühjahr 1971 Niederschlagung des „Kroatischen Frühlings“ in der jugoslawischen Teilrepublik Kroatien; Entmachtung der kroatischen Parteiführung in Zagreb durch Tito; Änderung der jugoslawischen Verfassung hin zu einer weiteren Föderalisierung Jugoslawiens mit dem Ziel, die Frage der Selbstständigkeit der Republiken zu entschärfen; Besuch von Staatschef der Sowjetunion, Leonid Breschnew, in Belgrad.
27. Oktober 1970 Präsentation des Davignon-Berichtes (auch Luxemburger Bericht) der sechs Außenminister der sechs Mitgliedsstaaten als Grundlage für die Bildung der Europäischen Politischen Zusammenarbeit (EPZ); Etablierung der EPZ als frühe Form der informellen, intergouvernementalen, außerhalb des EG-Rechtsrahmens stattfindenden Koordinierung des außenpolitischen Politikfeld der EG-Mitglieder; EPZ mündet 1993 in der Gemeinsamen Außen- und Sicherheitspolitik (GASP) der EU.
1970 – 1973 Unterzeichnung der Ostverträge; faktische Anerkennung des Status quo in Europa durch die Bundesrepublik Deutschland und Regelung ihrer bilateralen Beziehung mit der Sowjetunion.
1./2. Dezember 1969 Europäischer Rat in Den Haag: Zielstellungen sind Vollendung des Binnenmarktes, Vertiefung der Integration und Erweiterung der EG; Beschluss zur beschleunigten europäischen Integration, zur graduellen Einführung der Wirtschafts- und Währungsunion (WWU) bis 1980 und zur verstärkten politischen Zusammenarbeit zwischen den Mitgliedsstaaten; Beratung über die Beitrittsanträge von UK, Dänemark, Irland und Norwegen; Anwendung des Acquis-Kriteriums.
4. März 1969 Die EG schließt ein Assoziierungsabkommen mit Tunesien und Marokko.
1969 Gründung der zweisprachigen (albanischen und serbischen) Universität in Prishtina, Kosovo.
21. August 1968 Niederschlagung des „Prager Frühlings“ in der Tschechoslowakei durch Truppen des Warschauer Paktes unter Führung der Sowjetunion.
Oktober/November 1968 Gewaltsame Unruhen in Kosovo und Westmazedonien aufgrund der Nichtaufwertung der autonomen Region Kosovo zur Republik; Niederschlagung des Aufstands durch Tito; zum Teil auch Forderung nach Vereinigung Kosovos mit Enver Hoxhas Albanien; Zunahme der grenzüberschreitenden kulturell-historischen Verbindung zwischen Kosovo und dem Mutterland Albanien; Kosovo übernimmt im März 1968 die in Albanien entwickelte toskische Variante der albanischen Schriftsprache; auch historische Interpretationen wie das Berufen auf den illyrischen Ursprung, die Autochthonität und den Nationalmythos um Skanderberg verstärken sich; anstatt einer kosovarischen Nationalidentität verstärkt sich zunehmend die Identität der albanischen Kosovaren und damit die Entfremdung von den anderen jugoslawischen Ethnien.
1967-1971 Verfassungsänderungen von 1967/68/71 (dritte Verfassung Jugoslawiens): Anerkennung der bosnischen Muslime als sechste Staatsnation Jugoslawiens; die autonomen Provinzen innerhalb der Republik Serbiens, Kosovo und Vojvodina, erhalten den Status konstitutiver Elemente der sozialistischen Föderation („Quasi-Republiken“) und werden den Republiken rechtlich nahezu gleichgestellt, ohne aber zu wirklichen Republiken (als Staatsvolk) aufgewertet zu werden und damit das Sezessionsrecht zu erlangen; d. h. Kosovo verbleibt „föderativer Bestandteil Serbiens und konstitutive Entität Jugoslawiens“; Vorantreiben der Modernisierung Kosovos im gesellschaftlichen und ökonomischen Bereich und Albanisierung der kosovarischen Justiz, Verwaltung und Wirtschaft bei gleichzeitiger Abwanderung von Teilen der serbisch-stämmigen Bevölkerung aus dem Kosovo aufgrund von Diskriminierungen und wegbrechender Privilegien im öffentlichen Leben sowie der desolaten Wirtschaftslage; Verfassungsänderungen am 18. April 1967, am 26. Dezember 1968 und am 30. Juni 1971.
1. Juli 1967 Inkrafttreten des Fusionsvertrags („Merger Treaty“) zur Einsetzung gemeinsamer Exekutivorgane (Kommission, Rat, Parlament und Gerichtshof) der drei Europäischen Gemeinschaften (EWG, EGKS, Euratom).
1967 Albaniens Diktator Enver Hoxha erlässt ein generelles Religionsverbot und erklärt das kommunistische Albanien zum ersten atheistischen Staat der Welt.
1966 Jugoslawischer Kurswechsel hin zu einer Liberalisierung: Entmachtung des Innenministers und Befehlshabers des Staatssicherheitsdienstes UDBA und Ausschluss aus dem Politbüro, Aleksandar Rankovic, der für einen etatistischen Sozialismus eintrat und für die zunehmende Diskriminierung von Albanern, Türken und Muslimen im Kosovo verantwortlich war; so waren diese Ethnien in Führungspositionen der Partei, Wirtschaft, Polizei und Verwaltung in Kosovo stark unterrepräsentiert; mit der Absetzung Rankovics trat eine weitgehende Liberalisierung, Autonomisierung, Föderalisierung sowie auch Albanisierung durch Quoten und positive Diskriminierung in Kosovo ein.
8. April 1965 Unterzeichnung des Vertrags über die Fusion der Exekutivorgane der drei Europäischen Gemeinschaften (EGKS, EWG, Euratom); Inkrafttreten am 1.7.1967.
12. September 1963 Unterzeichnung des Assoziierungsabkommen zwischen der EWG und der Türkei; Inkrafttreten am 1. September 1964.
20. Juli 1963 Unterzeichnung der Assoziierungsabkommen zwischen der EG und 17 afrikanischen Staaten sowie Madagaskar in Jaunde (sogenanntes Jaunde-Abkommen); Inkrafttreten am 1. Juni 1964.
7. April 1963 Inkrafttreten der neuen (dritten) jugoslawischen Verfassung: Umbenennung der Föderativen Volksrepublik Jugoslawien in die Sozialistische Föderative Republik Jugoslawien (SFRJ): bosnische Muslime werden als sechste staatsbildende Nation integriert; weitere Föderalisierung Jugoslawiens durch erweiterte Souveränitätsrechte der Republiken; Aufwertung der Autonomen Region Kosovo in die Autonome Provinz ohne faktischen Zugewinn an Autonomie (weiterhin de facto ein serbischer Verwaltungsbezirk), jedoch Schaffung einer Verwaltungseinheit Kosovo (in seinen heutigen Grenzen) und Anerkennung des Existenzrechts der jugoslawischen Albaner; nachfolgende Änderungen der dritten jugoslawischen Verfassung am 18. April 1967, am 26. Dezember 1968 und am 30. Juni 1971.
2. November 1961 Veröffentlichung des ersten der beiden Fouchetpläne durch den französischen Botschafter Christian Fouchet für eine stärkere, intergouvernemental geprägte Integration der westeuropäischen Staaten, auch im Bereich der Sicherheits- und Verteidigungspolitik; Veröffentlichung des zweiten Fouchetplans im Januar 1962; Scheitern der Fouchetpläne, nachdem der französische Präsident de Gaulle beide Pläne im April 1962 aufgab.
1961 Gründung der „Blockfreien-Bewegung“; erste Konferenz in Belgrad, Serbien.
3. Mai 1960 Inkrafttreten des Abkommens über die Europäische Freihandelsassoziation (EFTA).
4. Januar 1960 Gründungsunterzeichnung der Europäischen Freihandelsassoziation (EFTA) durch Dänemark, Großbritannien, Norwegen, Österreich, Portugal, Schweden und die Schweiz; die intergouvernemental organisierte EFTA beschreibt sich selbst als die „economic counterbalance to the more politically driven EEC“; ab 1995 gehören der EFTA nur noch Norwegen, Liechtenstein, Schweiz und Island an.
1. September 1959 Antrag der Türkei für die Aufnahme als assoziiertes Mitglied in der Europäischen Wirtschaftsgemeinschaft (EWG).
27. November 1958 (Zweite) Berlin-Krise.
1. Januar 1958 Inkrafttreten der Verträge zur Gründung der Europäischen Wirtschaftsgemeinschaft (EWG) und Europäischen Atomgemeinschaft (EAG, heute Euratom).
25. März 1957 Unterzeichnung der Römischen Verträge zwischen Belgien, der Bundesrepublik Deutschland, Frankreich, Italien, Luxemburg und den Niederlanden zur Gründung der Europäischen Wirtschaftsgemeinschaft (EWG) und Europäischen Atomgemeinschaft (EAG, heute Euratom); erster Präsident der Kommission der EWG ist Walter Hallstein; die Römischen Verträge stehen für den erfolgreichen Abschluss der initialen Phase der Europäischen Integration (nach dem Rückschlag des Scheiterns der EVG) und für die Errichtung des gemeinsamen Marktes („common market“).
1957 Vorläufige Einstellung der diplomatischen Beziehungen der Bundesrepublik Deutschland mit Jugoslawien aufgrund der bestimmenden Hallstein-Doktrin.
Oktober/November 1956 Niederschlagung des Ungarischen Volksaufstandes durch Militäreinheiten der Sowjetunion.
19. Mai 1956 Beginn der Verhandlungen zur Gründung Europäischen Wirtschaftsgemeinschaft (EWG) und der Europäischen Atomgemeinschaft (EAG) zwischen den EGKS-Staaten.
5. August 1955 Einführung des Europäischen Währungsabkommen, das 1959 die Europäische Zahlungsunion ablöst und bis 1971 gültig ist.
1.-3. Juni 1955 Konferenz von Messina der Außenminister der Mitgliedsstaaten der Europäischen Gemeinschaft für Kohle und Stahl (EGKS); Absichtserklärung zur Gründung der Europäischen Atomgemeinschaft (EURATOM) und der Europäischen Wirtschaftsgemeinschaft (EWG).
14. Mai 1955 Gründung des Warschauer Paktes (Warschauer Vertragsorganisation – WVO), die bis 1991 den militärischen Beistandspakt der europäischen Ostblockstaaten unter der Führung der UdSSR bildet.
23. Oktober 1954 Gründung der Westeuropäischen Union (WEU) als kollektiven militärischen Beistandspakt zwischen Belgien, Italien, Frankreich, Großbritannien, den Niederlanden, Luxemburg und der Bundesrepublik Deutschland; Inkrafttreten der Pariser Verträge (als Gründungsdokumente) am 5. Mai 1955; die WEU geht aus dem Brüsseler Pakt hervor.
30. August 1954 Ablehnung der Errichtung der Europäischen Verteidigungsgemeinschaft (EVG) durch die französische Nationalversammlung (nachdem alle anderen Mitgliedstaaten außer Italien den Vertrag ratifiziert hatten); damit Scheitern der EVG als auch der EPG.
1954 Jugoslawien normalisiert seine bilateralen Beziehungen zur Sowjetunion.
17. Juni 1953 Niederschlagung des Aufstands vom 17. Juni 1953 in der DDR durch sowjetische Truppen.
10. März 1953 Vorlegung des Vertragsentwurfs einer Europäischen Politischen Gemeinschaft (EPG), die für die EGKS, Verteidigung und Äußeres der Mitgliedsstaaten zuständig sein sollte und vom Rat der EGKS zunächst gebilligt wurde; Scheitern des Entwurfs aufgrund der Ablehnung der EVG durch die französische Nationalversammlung am 30. August 1954.
5. März 1953 Tod des sowjetischen Diktators Stalin, Beginn der Tauwetter-Periode („Chrustschow’sches Tauwetter“).
13. Januar 1953 Inkrafttreten der neuen (zweiten) Verfassung Jugoslawiens.
23. Juli 1952 Inkrafttreten des Vertrags über die Europäische Gemeinschaft für Kohle und Stahl (EGKS; sogenannte Montanunion) mit einer Laufdauer von 50 Jahren.
27. Mai 1952 Unterzeichnung des Vertrags zur Errichtung der Europäischen Verteidigungsgemeinschaft (EVG) in Paris. Scheitern des Vorhabens aufgrund der Ablehnung des Vertrags durch die französische Nationalversammlung am 30. August 1954.
1952 Kommunistische Partei Jugoslawien (KPJ) ändert ihren Namen in Bund der Kommunisten Jugoslawiens (BdKJ) um.
18. April 1951 Unterzeichnung des Vertrag zur Gründung der Europäischen Gemeinschaft für Kohle und Stahl (EGKS; sogenannte Montanunion) in Paris durch Belgien, die Bundesrepublik Deutschland, Frankreich, Italien, Luxemburg und die Niederlande; Inkrafttreten am 23. Juli 1952; Gemeinschaftliche Koordination der Produktion und Distribution von Kohle und Stahl.
1. Juli 1950 Gründung der Europäischen Zahlungsunion (EZU), die 1959 vom Europäischen Währungsabkommen ersetzt wurde.
4. November 1950 Unterzeichnung der Europäischen Menschenrechtskonvention des Europarats; Inkrafttreten am 3. September 1953.
24. Oktober 1950 Präsentation des Pleven-Plans, benannt nach dem französischen Premierminister René Pleven; Vorschlag für eine supranational Integration der europäischen Sicherheits- und Verteidigungspolitik unter dem Kommando eines Verteidigungsministers Europas.
25. Juni 1950 Beginn des Korea-Krieges.
9. Mai 1950 Veröffentlichung des Schuman-Plans zur Gründung der Europäischen Gemeinschaft für Kohle- und Stahl (EGKS).
1950 Einrichtung der Arbeiterselbstverwaltung, die 1953 konstitutionell in der zweiten jugoslawischen Verfassung verankert wird; Gewährung von Minderheitenrechte an die türkische Bevölkerung in Jugoslawien; den Albanern wird dies vorerst enthalten.
5. Mai 1949 Gründung des Europarats durch den Vertrag von London; europäische internationale Organisation mit heute 47 Mitgliedsstaaten.
4. April 1949 Gründung der NATO durch Unterzeichnung des Nordatlantikpakts.
1949 Ausschluss Jugoslawiens aus dem Rat für gegenseitige Wirtschaftshilfe (RGW), der internationalen, sozialistischen Organisation unter Führung der UdSSR.
10. Dezember 1948 Verkündung der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte durch die Generalversammlung der Vereinten Nationen.
28. Juni 1948 Endgültiger Bruch Titos mit Stalin: Ausschluss der KPJ aus der Kominform v. a. aufgrund der eigenständigen Außenpolitik Titos, u. a. die Vereinigungsbestrebungen mit Albanien und der Gründungsidee des Balkanbundes; Beschleunigung von Jugoslawiens eigenständigen Weg zum Sozialismus; Emanzipation vom großen Bruder Sowjetunion; politische Säuberungen Titos in der KPJ; in der Folge Bruch mit Albaniens Führer Enver Hoxha, der sich auf Stalins Seite schlägt und das jugoslawische Modell sowie den Anschluss Albaniens an Jugoslawien ablehnt; Resultate: Verschlechterung des Status der Albaner innerhalb Jugoslawiens; Verfolgungsmassnahmen und Repressionen gegenüber Kosovo-Albanern durch den jugoslawischen Staatssicherheitsdienst UDBA unter Innenminister Aleksandar Rankovic bis 1966; Auswanderung von ca. 250.000 Albanern und anderen muslimischen Bewohnern Kosovos; Grenzschließung zwischen der Provinz Kosovo und Albanien.
24. Juni 1948 bis 12. Mai 1949 Berlin-Blockade (Erste Berlin-Krise).
17. März 1948 Unterzeichnung des Brüsseler Paktes (BTO) oder auch Westunion (WU) als Militärbündnis zwischen Frankreich, Großbritannien und den Benelux-Staaten; BTO als Erweiterung des Dünkirchener Vertrages von 1947; aus BTO geht 1954 die Westeuropäische Union (WEU) hervor.
10. Februar 1947 Vertragsabschluss der Pariser Friedenskonferenz: Anerkennung der Grenzen Jugoslawiens; Anschluss Istriens an Jugoslawien; Triest wird “freie Stadt”.
19. September 1946 Vorschlag Winston Churchills zur Gründung der Vereinigten Staaten von Europa.
31. Januar 1946 Verabschiedung der (ersten) Verfassung der Föderativen Volksrepublik Jugoslawien mit Zwei-Kammern-Parlament und fünf gleichberechtigten, selbstbestimmten, staatsbildenden Nationen und sechs Republiken (Bosnien): Slowenen, Kroaten, Serben, Mazedonier und Montenegriner; Abkehr vom Prinzip der supranationalen Nation des königlichen Jugoslawiens; jedes Staatsvolk erhält eine eigene Republik; Tito schlägt der Republik Serbien Kosovo als autonome Region und die Vojvodina als autonome Provinz zu; Kompromiss zwischen serbischen Gebietsansprüchen und albanischen Unabhängigkeitsbestrebungen; Tito verwirft die anfängliche Idee, Kosovo mit Albanien zu vereinigen, sollte Albanien dem angedachten Balkan-Staatenbund beitreten; neben den Staatsnationen Jugoslawiens werden weitere Nationalitäten (narodnosti) als Minderheiten anerkannt, darunter Albaner und Magyaren sowie acht weitere, die das Gleichbehandlungsrecht, kulturelle Eigenständigkeit und Sprachgebrauch besitzen; jedoch verfügen diese Nationalitäten nicht über das Recht auf Selbstbestimmung und damit der Sezession, da sie das Selbstbestimmungsrecht außerhalb Jugoslawiens bereits verwirklicht hätten (Albanien, Ungarn, etc.); daher erhalten diese Nationalitäten keine eigene Republik und kein Sezessionsrecht; bestimmte Minderheiten ohne eigen “Mutternation” „Minderheiten ohne Mutternation wie Juden, Roma und Walachen wurden als ethnische Gruppen mit besonderen Schutzrechten behandelt; Repressionen der jugoslawischen (serbisch dominierten) Polizei und des Geheimdienstes gegenüber den Kosovo-Albanern bis 1966.
29. November 1945 Staatsgründung des sozialistischen (zweiten) Jugoslawiens: Proklamation der Föderativen Volksrepublik Jugoslawien (Federativna Narodna Republika Jugoslavija); die jugoslawische Monarchie wird abgeschafft; Integration Kosovos als Autonome Region Kosovo i Metohija (Kosmet) der Republik Serbien in die Föderative Volksrepublik Jugoslawien.
August 1945 Definition des Status von Kosovo und Metochien als autonome Region innerhalb Serbiens auf der dritten Sitzung des AVNOJ.
Juli 1945 Beschluss der Versammlung nationaler Repräsentanten von Kosovo und Metochien in Prizren für den Anschluss Kosovos an Serbien.
15. Mai 1945 Offizielle Beendigung der deutschen Okkupation Jugoslawiens durch Titos Volksfront.
Anfang 1945 Niederschlagung des Aufstands der Ballisten (nach der 1942 gegründeten Organisation Balli Kombëtar; großalbanische Nationalisten, die im 2. Weltkrieg mit der deutschen Militärverwaltung kollaboriert hatten) durch jugoslawische Sicherheitskräfte; zahlreiche kosovo-albanische „Kollaborateure“ fallen den „Pazifizierungsmaßnahmen“ der KPJ Titos zum Opfer.
29. November 1944 Rückzug der deutschen Wehrmacht aus Albanien aufgrund des Einmarsches der Roten Armee in Bulgarien und Rumänien; Ende des 1941 geschaffenen Großalbaniens; Albanien wird in den Vorkriegsgrenzen wiedererrichtet.
20. Oktober 1944 Befreiung Serbiens: Belgrad wird von den kommunistischen Partisanen zurückerobert; Bildung einer jugoslawischen Interimsregierung zwischen den kommunistischen Partisanen und der königlichen Exilregierung in London, Großbritannien.
Oktober 1944 Befreiung Kosovos, Montenegros und Mazedoniens von deutscher Besatzung durch Titos Partisanen; Rückzug der deutschen Wehrmacht aus Kosovo; in der Folge schwere Kämpfe zwischen Titos kommunistischer Nationaler Befreiungsarmee und serbischen Tschetniks sowie albanischen Nationalisten; zum Teil gewaltsamer Widerstand der kosovarischen Bevölkerung gegenTitos Kommunisten bis Mai 1945, der gewaltsam zerschlagen wird.
28. Juli 1944 SS-Division Skanderbeg tötet 380 Ortsansässige (davon 120 Kinder) im Dorf Veliko; Inbrandsetzung von mehr als 300 Häusern; im April 1944 Deportation von ca. 300 Juden aus Kosovo.
13. Juli 1944 Deutsches Reich erkennt Albanien als unabhängigen Staat an.
25. April 1944 Zweiter Kongress der Nationalen Befreiungsfront Albaniens.
März 1944 bis Dezember 1944 Aufstellung und Einsatz der 21. Waffen-Gebirgs-Division der SS „Skanderbeg“ (albanische Nr. 1) aus kosovo-albanischen Soldaten unter deutschem Kommando mit Hauptquartier in Prizren mit Kosovo als gesamtes Operationsgebiet; Kosovo-albanischer Kommandant war Bedri Peja(ni); Gesamtstärke maximal 6.500 Mann.
Frühjahr 1944 Verzicht der Kommunistischen Partei Albaniens unter Enver Hoxha auf Gebietsansprüche auf Kosovo zugunsten der KP Jugoslawiens unter Tito; Übereinkunft Hoxhas und Titos auf die Vorkriegsgrenzen.
Jahreswende 1943/44 Erklärung lokaler albanisch-jugoslawischer Kommunisten auf der Konferenz von Bunaj (Bujan) für das Ziel, „mit Albanien vereint zu sein“; Verabschiedung der „Resolution von Bujan“, die das Vereinigungsrecht der Kosovo-Albaner mit Albanien prinzipiell zugesteht, um die Motivation der albanischen Bevölkerung für die Teilnahme an der Partisanenbewegung zu erhöhen; die Resolution wird von Tito abgelehnt.
21. bis 29. November 1943 Zweite Sitzung des „Antifaschistischen Rates der Volksbefreiung Jugoslawien“ (AVNOJ) in Jajce (Bosnien); Ziel: Schaffung eines multiethnischen, föderativen und sozialistischen Jugoslawiens; Thematisierung des Problems der Nicht-Slawen innerhalb eines südslawischen Staates mit Blick auf die bevölkerungsreichen Minderheiten der Magyaren in der Vojvodina und Albaner in Kosovo; in Anlehnung an die sowjetische Doktrin wird festgelegt, dass die Republiken Entitäten von Nationen darstellen und sich somit von Nationalitäten abgrenzen; Tito wird von den Alliierten als politischer Führer Jugoslawiens anerkannt; zunehmende militärische Erfolge der kommunistischen Verbände Titos.
20. Oktober 1943 Ende Albaniens als Teil des Königreichs Italiens von 1939; deutsche Besatzung Albaniens.
16. September 1943 Ausrufung der “Zweiten Liga von Prizren” (nach dem Vorbild der Liga von Prizren 1878) zur Abwehr der jugoslawischen kommunistischen Partisanen unter Tito.
3. September 1943 Besetzung Großalbaniens (Alt-Albanien und Kosovo) durch die deutsche Wehrmacht bis November 1944 nach der nach der Kapitulation Italiens 1943.
2. August 1943 Abkommen von Mukja (oder Mukje) zwischen kommunistisch-albanischen (v. a. Kommunistische Partei) und nationalalbanischen (Balli Kombëtar) Widerstandsgruppen für einen gemeinsamen militärischen und politischen Kampf.
Ende 1942 Kommunistische Partisanen werden in Kosovo aktiv; generelle Skepsis der albanischen Bevölkerung gegenüber den kommunistischen Partisanen; Besatzung der Achsenmächte wird von vielen Albanern als Befreiung von den serbischen Besatzern begrüßt; teilweise Kooperation von Albanern mit den faschistischen Besatzern.
28. November 1942 Erste Sitzung des „Antifaschistischen Rates der Volksbefreiung Jugoslawien“ (AVNOJ) in Bihac, Bosnien-Herzegowina.
1942 – 1945 Entstehung der serbisch-nationalen Widerstandsbewegung unter Draza Mihailovic (Tschetniks) und der jugoslawisch-kommunistischen Partisanenbewegung (Volksbefreiungsarmee) unter Josip Broz Tito in Jugoslawien.
1941 – 1943 Weiträumige Vertreibungen und Tötungen serbisch-stämmiger Bewohner in Kosovo.
12. August 1941 Vereinigung (Annexion) des von Italien faktisch kontrollierten Königreichs Albanien mit Teilen des Süd- und Westkosovos, Westmazedoniens und Nordgriechenlands zu einem Großalbanien; Schaffung eines italienischen Protektorats mit Gewährung von Selbstverwaltungsrechten für das vereinigte albanische Besatzungsgebiet; Ministerpräsident Großalbaniens von Dezember 1941 bis Januar 1943 ist Merlika Kruja; Rest-Kosovo wird unter deutsche und bulgarische Militärverwaltung gestellt.
April 1941 Deutscher Überfall auf Jugoslawien unter Mithilfe italienischer und bulgarischer Verbände; zunächst Beitritt des Königreiches Jugoslawiens zum Dreimächtepakt am 25. März 1941; Militärputsch in Belgrad, Serbien; nachfolgender Balkanfeldzug der faschistischen Achsenmächte; Besatzung und Aufteilung Jugoslawiens durch Deutschland und Italien; Kroatien wird als Unabhängiger Staat Kroatien geschaffen (bestehend aus dem heutigen Kroatien, Bosnien-Herzegowina und Teilen Serbiens) und dient als faschistischer Vasallenstaat der Achsenmächte unter der Ustascha-Herrschaft von Ante Pavelic; Neuaufteilung der Region („divide et impera“): Italienische Militärverwaltung Albaniens und weiter Teile Kosovos, Mazedoniens und Griechenlands; deutsche Militärverwaltung in Serbien und Nordkosovo (um Mitrovica, d. h. der Trepca-Minen), das formell dem neugeschaffenen Serbiens unter deutscher Kontrolle zugeschlagen wird; Bulgarien erhält Teile des Ostkosovos (um Kacanik) und Westmazedoniens (Vardarmakedonien) als Besatzungszone.
1. September 1939 Beginn des Zweiten Weltkriegs.
17. April 1939 Vereinigung des Königreichs Albanien mit dem Königreich Italien: Der italienische König Vittorio Emanuele III. regiert Albanien („König von Albanien“) in Personalunion bis 1943, das um Kosovo und Westmazedonien erweitert wird; Vertreibung der Serben und Montenegriner aus Kosovo und Westmazedonien; Zerstörung historisch wichtiger Kirchen und Klöster; „planmäßige Albanisierungs- und Kolonisierungspolitik“ (Calic 2010: 162) dieser Regionen durch Italien.
16. April 1939 Delegation faschistischer albanischer Politiker bietet dem italienischen König Vittorio Emauele III. die albanische Krone in Personalunion an.
7. April 1939 Landung italienischer Truppen in Albanien; Flucht von König Zogu.
11. Juli 1938 Türkisch-Jugoslawisches Abkommen zur Aussiedlung von 40.000 muslimisch-albanischen Familien aus dem Kosovo und Vardar-Makedonien in die Türkei, dessen Umsetzung durch den Zweiten Weltkrieg verhindert wird.
1937 Josip Broz Tito wird Generalsekretär der Kommunistischen Partei Jugoslawiens.
14. August 1933 Ermordung von Hasan Prishtina, Führer der nationalalbanischen Bewegung, in Saloniki.
1930 – 1935 Weltwirtschaftskrise.
6. Januar 1929 – 1941 Errichtung der Königsdiktatur Jugoslawien durch König Aleksandar Karadordevic; Umbenennung des Staates in „Königreich Jugoslawien“ unter serbischer Dominanz bzw. eines Errichtung eines “Großserbischen Staates”; administrative Neueinteilung in Bannschaften; Erlassung einer neuen Verfassung durch König Alexander Karadjordjevic; Gründung der kroatisch-faschistischen Ustascha.
1. September 1928 – 7. April 1939 Königreich Albanien; Wiederherstellung des Mythos um den albanischen Fürsten und Nationalhelden Gjergj Skanderbeg (Gjergj Kastrioti; 15. Jahrhundert); Albanien wird zum Satellitenstaat des faschistischen Einparteienstaats Italien.
1927 Vollständige Aufgabe der Katschaken-Bewegung, nachdem Albanien seine Unterstützung entzieht.
29. März 1925 Selbstmord des nationalalbanischen Führers Bajram Curri in Nordalbanien.
1923/24 Starkes Abflauen der Katschaken-Aufstände.
1921 Amnestie der Katschaken; Aufgabe eines Teils der albanischen Rebellen in ihrem Kampf (seit 1918) gegen den Anschluss Kosovos und Westmazedoniens an Serbien.
1921 (Erfolglose) Beschwerde einer Delegation der Kosovo-Albaner vor dem Völkerbund in Genf über die Verbrechen und Repressionen durch die serbischen Sicherheitskräfte und Staatsorgane.
10. Januar 1920 Einrichtung des Völkerbundes als internationale Friedensorganisation mit Sitz in Genf, Schweiz; Auflösung am 18. April 1946 in Paris; Vorläufer der Vereinten Nationen (UNO).
Oktober 1919 Hasan Bej Prishtina, Führer der kosovo-albanischen Widerstandsbewegung gegen die Serben, Leiter einer kosovo-albanischen Delegation, fordert auf der Friedenskonferenz in Paris die Vereinigung Kosovos mit Albanien; Konferenz ignoriert das kosovo-albanische Anliegen und verwehrt der Delegation die Teilnahme an den Sitzungen.
Juni 1919 bis August 1920 Internationale Festlegung der Grenzen und Anerkennung des Staates Jugoslawiens in den Pariser Vorortverträgen: Vertrag von Versailles mit dem Deutschen Reich, Unterzeichnung am 28. Juni 1919; Vertrag von Saint-Germain-en-Laye mit Deutschösterreich, Unterzeichnung am 10. September 1919; Vertrag von Neuilly-sur-Seine mit Bulgarien, Unterzeichnung am 27. November 1919; Vertrag von Trianon mit Ungarn, Unterzeichnung am 4. Juni 1920; Vertrag von Sèvres mit dem Osmanischen Reich, Unterzeichnung am 10. August 1920 (am 24. Juli 1923 Revidierung im Vertrag von Lausanne zugunsten der neu gegründeten Türkei).
1919 Verzicht des Ökumenischen Patriarchat von Konstantinopel auf die Kirchenhoheit über die Eparchien in Kosovo und Mazedonien zugunsten der Serbisch-Orthodoxen Kirche.
Frühjahr 1919 Katschaken-Rebellen forcieren Angriffe auf serbische Einrichtungen und Militärs als Reaktion auf serbische Repressionsmaßnahmen.
1. Dezember 1918 bis 1929 Staatsgründung des Königreiches der Serben, Kroaten und Slowenen (erstes Jugoslawien) als konstitutionelle Monarchie unter König Peter I. Karadjordjevic; völkerrechtliche Anerkennung des Königreiches im Mai 1919 auf der Pariser Friedenskonferenz; Albanien wird zur Republik in den Grenzen von 1913, 1928 zum Königreich und 1939 zum Königreich in Personalunion mit Italien; Kosovo wird zur serbischen Provinz innerhalb des Königreiches der Serben, Kroaten und Slowenen (ab 1928 Königreich Jugoslawien); zunehmende, systematische Serbisierung Kosovos; anschließender gewaltsamer Aufstand der Katschaken-Bewegung gegen die serbische Herrschaft in der Provinz Kosovo bis Anfang/Mitte der 1920er Jahre (1924); zwischen 1918 und 1920 Flucht Zehntausender Kosovo-Albaner vor den Auseinandersetzungen in die Republik Albanien.
9. November 1918 Abdankung des deutschen Kaisers Wilhelm II.; (zweifache) Ausrufung der Republik in Deutschland.
November 1918 Bildung des Komitees für die nationale Verteidigung in Shkodra, Nordalbanien, durch die national-albanischen Führer Hasan Prishtina und Bajram Curri.
29. September 1918 Die Oberste Heeresleitung der deutschen Reichswehr drängt die Reichsregierung vor dem Hintergrund der sich massiv verschlechterten militärischen Situation zur Eröffnung von Verhandlungen über einen Waffenstillstand mit den Alliierten auf Grundlage der 14 Punkte von US-Präsident Wilson; paralleles Schüren der “Dolchstoßlegende” über den Verrat der Reichswehr durch Zivilisten.
Herbst 1918 Abzug der österreichischen Truppen; anschließende Racheakte von zurückkehrenden serbischen Militärs an der kosovo-albanischen Bevölkerung aufgrund des Vorwurfs der Feind-Kollaboration; Besetzung des südlichen (um Prizren) und östlichen Kosovos (um Prishtina) durch Bulgarien; Unterstellung dem Militär-Inspektions-Gebiet Makedoniens.
1918 Kapitulation Österreich-Ungarns; Bildung des „Nationalrats der Slowenen, Kroaten und Serben“; Verlassen des Herrschaftsgebietes der Habsburger Monarchie; Entschluss zur südslawischen Vereinigung.
8. Januar 1918 Proklamation des 14-Punkte-Programms von US-Präsident Woodrow Wilson als Grundzüge einer Friedensordnung nach dem Ersten Weltkrieg mit Fokus auf dem Prinzip des Selbstbestimmungsrechts der Völker; 14-Punkte bilden Grundlage für die Verhandlungen der Pariser Vorortverträge 1919.
6./7. November 1917 Russische Oktoberrevolution; gewaltsame Machtübernahme der kommunistischen Bolschewiki,
8. März 1917 Russische Februarrevolution; Beendigung der Zarenherrschaft in Russland; Entmachtung von Nikolaus II. (formale Abdankung am 14./15. März); Einsetzung einer provisorischen Regierung durch die Duma; Formierung von Arbeiter- und Soldatenräten; weitere Kriegsbeteiligung Russlands.
1917 In der “Deklaration von Korfu” einigen sich der “Jugoslawische Ausschuss” und die serbische Regierung auf die Bildung eines südslawischen Königreichs unter der Dynastie von Alexander I. Karadjordjevic.
1915 Serbische Regierung und Armee flüchtet nach Korfu; Serbien (inklusive Kosovo) und Nordalbanien gerät ab 1915/16 unter die Militärverwaltung der Habsburger Monarchie; militärische Besetzung des Nord- (um Mitrovica) und West-Kosovo (um Peć) durch k. u. k.-Truppen ab 1915; Rest-Kosovo wird Bulgarien unterstellt (bis 1918); Begrüßung der Habsburger durch die albanische Bevölkerung als Befreier; Errichtung einer lokalen Selbstverwaltung der Kosovaren.
29. Oktober 1914 Beschuss von russischen Küstenstädten im Schwarzen Meer durch zwei Kriegsschiffe des Osmanischen Reich unter deutschem Befehl; anschließende Kriegserklärung gegenüber dem Osmanischen Reich durch Frankreich, Großbritannien und Russland.
28. Juli 1914 bis 1918 Ausbruch des Ersten Weltkriegs mit der Kriegserklärung der Österreichisch-Ungarischen Monarchie an das Königreich Serbien, wodurch eine Reihe von Bündnismechanismen greifen und der Weltkrieg ausbricht.
28. Juni 1914 Attentat auf den Thronfolger Österreich-Ungarns, Erzherzog Franz Ferdinand, und seine Gemahlin Sophie Chotek, Herzogin von Hohenberg, in Sarajevo durch den bosnischen Serben Gavrilo Princip.
1913/14 Entsendung internationaler Friedensverbände nach Nordalbanien um Shkodra (oder Skutari).
7. September 1913 Annexion des nordwestlichen Teils des Kosovo (nördlicher Teil der Dukagjinebene bzw. Metohija um Peja und Gjakova, vormaliger Besatzungsbezirk) durch Montenegro.
Juni – August 1913 Zweiter Balkankrieg zwischen den ehemaligen Verbündeten des Balkanbundes, ausgehend von Bulgarien; „Friede von Bukarest“ vom 10. August 1913 zwischen Bulgarien auf der einen und Serbien, Griechenland, Montenegro und Rumänien auf der anderen Seite; Großteil Kosovos wird an Serbien angeschlossen, Rest-Gebiete Kosovos werden von Montenegro, Albanien und Bulgarien annektiert; Mazedonien wird zwischen Griechenland, Serbien und Bulgarien aufgeteilt.
30. Mai 1913 Londoner Vertrag: Beendigung des Ersten Balkankrieges zwischen dem Osmanischen Reich und dem Balkan-Bund (Serbien, Montenegro, Bulgarien, Griechenland) unter Vermittlung der europäischen Großmächte Großbritannien, Frankreich, Deutschland, Österreich-Ungarn, Italien und Russland; Osmanisches Reich verliert weite Teile seines europäischen Territoriums.
16. Dezember 1912 Londoner Botschafterkonferenz: Anerkennung der Sezession Albaniens vom Osmanischen Reich durch die europäischen Großmächte Österreich-Ungarn, Italien, Deutschland, Großbritannien und Russland.
28. November 1912 Ausrufung der Unabhängigkeit Albaniens in Vlora (Valona) durch albanische Nationalisten, das international auf der folgenden Londoner Botschafterkonferenz anerkannt und maßgeblich durch Österreich-Ungarn unterstützt wird; Kosovo und Nordwestmazedonien werden jedoch nicht Teil des neuen Nationalstaats, sondern Serbiens.
8. Oktober 1912 bis 30. Mai 1913 Erster Balkankrieg zwischen dem Osmanischen Reich und dem Balkan-Bund (Serbien, Montenegro, Bulgarien, Griechenland); Zurückdrängung des Osmanischen Reiches aus Südosteuropa; Ende des Islamisierungsprozesses des Balkans (beginnend Mitte des 15. Jahrhunderts); Besetzung großer Teile des Balkans durch die Staaten des im März 1912 gegründeten Balkan-Bundes; Eroberung Kosovos durch Serbien und Montenegro; Einrichtung einer serbischen Verwaltung für Kosovo; europäische Großmächte erzwingen Rückzug der Balkan-Bund-Staaten aus Albanien, das als souveränes Fürstentum geschaffen wird und unter internationaler Kontrolle steht; Statthalter ist deutscher Prinz Wilhelm zu Wied; Kompromisslösung: Serbien verzichtet auf den Adria-Zugang (mit dem Ziel der Eindämmung des serbischen Einflusses), erhält jedoch Kosovo (d. h. sein „Altserbien“), die Region Sandzak und Mazedonien; Serbiens Territorium wird um um mehr als 80 Prozent vergrößert; Forderung nach Gründung eines großalbanischen Nationalstaates inklusive Kosovo, da mehr als die Hälfte aller Albaner außerhalb des jungen Albaniens leben; Aufstand der albanischen Katschaken (türkisch für Rebell oder Bandit) gegen den Anschluss Kosovos und Westmazedoniens an Serbien seit Sommer 1913; Osmanisches Reich verliert Großteil seines europäischen Territoriums, mit Ausnahme von Ostthrakien; die serbische Okkupation Kosovos (als kritischer Wendepunkt der Kosovo-Geschichte) schließt den Serbisierungsprozess der orthodoxen slawischen Bevölkerung im Kosovo ab und beendet das Ringen zwischen Serbien und Bulgarien um die slawische Vorherrschaft in Kosovo zugunsten der serbischen Dominanz.
Frühjahr 1912 Aufstand in Kosovo.
1911 Unruhen in Kosovo.
1909 Erste gesamtjugoslawische Konferenz der südslawischen Sozialisten.
1908 Österreich-Ungarn annektiert Bosnien-Herzegowina im Zuge der Jungtürkischen Revolution; Habsburgermonarchie überlässt jedoch das Sandschak Novipazar (vormals serbisches Fürstentum Raszien bzw. heutige Raška-Region) Serbien und Montenegro, die es untereinander aufteilen; die albanischen Gebiete rücken vermehrt in den Fokus und Einflussbereich der benachbarten Balkanstaaten sowie der europäischen Großmächte Italien und der Habsburgermonarchie.
1906 – 1911 Zollkrieg zwischen Österreichisch-Ungarn und Serbien („Schweinekrieg“).
1902 Gewaltsame Zerschlagung der Liga von Peja durch die osmanische Regierung; Verbot aller albanischer Organisationen im osmanischen Herrschaftsgebiet.
1899 Gründung der “Liga von Peja” als Widerstands- und Unabhängigkeitsbewegung von (kosovo-)albanischen, nationalistischen Intellektuellen, Politikern und islamischen Gelehrten in Peja, Westkosovo; Nachfolger der “Liga von Prizren”; Ziel ist, die Annektion der mehrheitlich albanischen Siedlungsgebiete im Osmanischen Reich durch die südslawischen Balkanstaaten abzuwenden; militärische Verteidigung zahlreicher Städte in Kosovo, Montenegro und Albanien.
1892 Geburt von Josip Broz („Tito“) in Kumrovec, Kroatien.
28. Juni 1889 Feier zum 500-jährigen Jubiläum der historischen Schlacht auf dem Amselfeld des Königreiches Serbiens.
1885 Mehrere Revolten in Kosovo gegen die Steuererhebung und Volkszählung im Osmanischen Reich.
1882 Serbisches Fürstentum wird in das Königreich Serbien umgewandelt.
1881 Die 1878 gegründete „Liga von Prizren“ (albanische Nationalbewegung) fordert weitgehende Autonomie und übernimmt kurzzeitig die Macht in einigen Regionen Kosovos, wird jedoch mit Gewalt durch osmanische Truppen zerschlagen und verliert signifikant an Bedeutung als ethno-nationale Volksbewegung.
13. Juni bis 13. Juli 1878 Berliner Kongress unter dem Vorsitz Otto von Bismarcks; Neuordnung der Territorien auf dem Balkan nach Ende des Russisch-Türkischen Krieges von 1877/78; Unabhängigkeit sowie leichte territoriale Vergrößerung Serbiens und Montenegros wird anerkannt; ebenso Anerkennung der weitgehenden Autonomie Bulgariens; österreichisch-ungarische Militärbesatzung von Bosnien-Herzegowina sowie des bis nach Nordkososvo (Mitrovica) reichenden Sandschak von Novi Pazar (Verwaltungsbezirk der Provinz Kosovo, vormals serbisches Fürstentum Raszien) bis 1908; Verbleib slowenischer und kroatischer Gebiete bei Österreich-Ungarn (Slowenien, Dalmatien, Istrien, Kroatien, Vojvodina); Restkosovo (ohne Sandschak Novi Pazar) und Mazedonien verbleiben vorerst Teil des Osmanischen Reiches und werden nicht Serbien zugeschlagen; Nichterfüllung der Forderung albanischer Nationalisten nach Schaffung eines autonomen, albanischen Verwaltungsgebietes (vilayet); Serbien behält die eroberten, im heutigen Südserbien liegenden Gebiete zwischen Nis und Vranjje; große Flüchtlingsströme von albanischen Muslimen aus Südserbien und muslimischen Bosniaken aus Bosnien nach Kosovo.
10. Juni 1878 Bildung der “Liga von Prizren”; erste albanische Nationalbewegung; Reaktion auf die unabhängig werdenden Balkanstaaten Serbien und Montenegro und deren nationalen Identitätskonstruktionen; Ziel ist die Schaffung eines autonomen Verwaltungsbezirks für die mehrheitlich albanischen Siedlungsgebiete innerhalb des Osmanischen Reiches.
3. März 1878 “Frieden von San Stefano” beendet den Russisch-Türkischen Krieg und bereitet den Weg zur Unabhängigkeit Bulgariens nach ca. 500 Jahren unter osmanischer Herrschaft.
1877 Errichtung des eigenständigen Verwaltungsgebiets (Vilayet; Großprovinz) “Kosovo” mit der Hauptstadt Usküb (heutiges Skopje) innerhalb des Osmanischen Reiches (bis 1903) (als Reaktion auf die große Orientkrise 1875–1878); umfasst große Teile des heutigen Kosovos, Mazedoniens, Südserbiens und Montenegros; territorialer Anspruch auf das Teile des Vilayets durch Serbien, Bulgarien und Griechenland; Hervorgehen des Verwaltungsgebietes aus dem Vilayet “Prizren” (1869) in Rumelien (europäische Balkanregion des Osmanischen Reiches); erstmalig bildete nun das Gebiet des heutigen Kosovo eine Verwaltungseinheit mit dem Namen Kosovo.
1876 – 1878 Serbisch-Osmanischer Krieg zwischen dem Fürstentum Serbien und dem Osmanischen Reich sowie des Russisch-Osmanischer Krieg zwischen dem Russischen Kaiserreich und dem Osmanischen Reich; nachfolgende weiträumige Vertreibungen albanischstämmiger Muslime im Raum Niš, Vranje und Leskovac, die vom Fürstentum Serbien erobert werden.
April 1876 Gewaltsame Niederschlagung des Bulgarischen Aufstands durch das Osmanische Reich; in der Folge Ausbruch des Russisch-Türkischen Krieges.
1875 – 1878 Beginn der „Balkankrise“ (auch „Orientalische Krise“ genannt); Ausbruch des Montenegrinisch-Osmanischen Krieges.
1874 Errichtung der Bahnlinie Saloniki-Mitrovica.
1869 Errichtung des Vilâyet Prizren in Rumelien (europäische Balkanregion des Osmanischen Reiches) mit der Vilâyet-Hauptstadt Prizren; Unterteilung des Vilâyet Prizren in vier Sandschaks: Prizren, Üsküp, Debre und Niş; Aufgehen des Vilâyets Prizren in das Vilâyet Kosovo im Jahr 1877; ab 1872 bildet das Sandschak Novipazar zusammen mit der Region Niš ein eigenständiges Vilâyet.
1860er Jahre Der Südslawismus (Jugoslawismus), abgeleitet aus dem Illyrismus, wird zum Leitkonstrukt eines Großteils der kroatischen Intelligenzija; Kroaten und Serben werden als „zwei Stämme“ einer (südslawischen) Nation konstruiert.
1839 – 1855 Aufbegehren albanisch-stämmiger Muslime gegen tiefgreifende Reformen im Osmanischen Reich.
1817 Fürstentum Serbien erlangt nach dem zweiten serbischen Aufstand eine begrenzte Autonomie in der Region um Belgrad innerhalb des Osmanischen Reiches, die kontinuierlich erweitert wird.
1815 – 1817 Zweiter serbischer Aufstand des Fürstentums Serbiens gegen das Osmanische Reich.
1815 (Wieder-)Errichtung eines serbischen Fürstentums (und damit serbischer Staatlichkeit) innerhalb des Osmanischen Reiches; Stationierung osmanischer Truppen bis 1867 im Fürstentum.
18. September 1814 bis 9. Juni 1815 Wiener Kongress unter Leitung des österreichischen Außenministers Fürst von Metternich: Neuregelung der Grenzziehungen und Staaten in Europa durch Unterzeichnung der Kongressakte nach den Koalitionskriegen und der Niederlage von Napoleon Bonaparte; endgültige Niederlage Napoleons in der Schlacht bei Waterloo am 18. Juni 1815 südlich von Brüssel.
1814 Umwandlung der “Illyrischen Provinzen” in das bis 1849 bestehende „Königreiches Illyrien“ innerhalb der Donaumonarchie (zusammengesetzt aus den Regionen Krain, Kärnten, Görz, Gradisca und Istrien) nach Rückgewinnung durch Österreich-Ungarn.
1809 – 1813 “Friede von Schönbrunn; Annexion der ehemals zu Österreich-Ungarn gehörenden Gebiete des “Illyricums” durch den französischen Kaiser Napoleon; Bildung der “Illyrischen Provinzen” im Alpen-Adria-Raum mit den Départements Carinthie, Carniole, Istrie, Croatie Civile und Croatie Militaire, Dalmatie, Raguse; Vereinheitlichung der staatlichen Verwaltung sowie der “slawonischen Sprache”.
1804 – 1813 Erster serbischer Aufstand des Fürstentums Serbiens gegen das Osmanische Reich.
1766 Orthodoxes Patriarchat von Peć wird aufgehoben; orthodoxe Kirche Kosovos wird dem Patriarchen von Konstantinopel unterstellt.
1737 Neuerlicher christlicher Aufstand in der Region Kosovo; erneuter militärischer Vorstoß von Habsburger Truppen nach Kosovo; Verteidigung des osmanischen Gebiets durch osmanische Roma-Soldaten; anschließend Fluchtbewegungen der christlichen Bevölkerung in das von den Habsburgern kontrollierte Territorium.
1689/90 Vordringen habsburgischer Militärverbände (als christliche Schutzmacht) in die Kosovo-Region; anschließende Zurückdrängung durch osmanische Truppen; Rückzug der Habsburger bewirkt die “Große Wanderung” der orthodoxen Serben; Exodus weiter Teile der serbischen Bevölkerung (ca. 40.000) zusammen mit dem orthodoxen Patriarchen von Peć, Arsenije III. Cronjevic, aus Kosovo in das habsburgisch kontrollierte Vojvodina aufgrund der Angst vor Racheakten der Osmanen, da die serbische Bevölkerung die Habsburger als Befreier feierten und unterstützten; Aufstand der christlichen, mehrheitlich orthodoxen Bevölkerung gegen die Herrschaft des Osmanischen Reiches in Kosovo; starke Expansion der albanischen Besiedlung Kosovos; Eroberung Belgrads 1689 durch die Habsburger.
1686 Eroberung des seit 143 Jahren osmanisch beherrschten Budapest durch kaiserliche Truppen der Heiligen Liga.
1683 – 1699 Großer Türkenkrieg zwischen der Heiligen Liga (Bündnis des Heiligen Römischen Reiches mit europäischen Großmächten) und dem Osmanischen Reich; in der Folge einsetzender, gradueller Rückzug des Osmanischen Reiches aus Südosteuropa (bis 1912).
1557 Orthodoxes Patriarchat von Peć wird wieder eingesetzt.
Um 1550 – 1600 Beschleunigung des Islamisierungsprozesses in der Region des heutigen Kosovo, insbesondere in den Städten und größeren Siedlungen; weitere Islamisierungsschübe um 1640, 1670 und am Ende des 17. Jahrhunderts; vermutlich ab 1800 existiert eine Mehrheit von Muslimen in Kosovo.
Um 1500 Bevölkerungsmehrheit im Raum Kosovo wird von der südslawischen Bevölkerung gestellt, wobei im Westen Kosovos die albanische Bevölkerung stärker vertreten ist.
1459 Restlicher Teil Serbiens (Region um Belgrad) wird vom Osmanischen Reich endgültig einverleibt.
1455 Vollständige Eroberung und Einverleibung Kosovos (als Teil des Gebiets des ehemaligen serbischen Fürstentums Raszien) durch das Osmanische Reich; Kosovo-Gebiet bildet Großteil des Sandschaks von Novi Pazar; osmanische Herrschaft über das Gebiet bis zum Ersten Balkankrieg und der serbischen (Rück-)Eroberung; Beginn der Islamisierung der Region des heutigen Kosovos (erste Phase bis ca. 1550).
1453 Eroberung Konstantinopels durch das Osmanische Reich unter Sultan Mehmed II.; anschließend erneutes osmanisches Vordringen in die Balkan-Region.
November 1448 Zweite Schlacht auf dem Amselfeld; Murad II. schlägt das ungarisch-katholische Heer; Festigung der Vorherrschaft des Osmanischen Reiches, insbesondere im Gebiet des heutigen Kosovo (ab 1455).
1443 – 1468 Albanischer Widerstand unter Fürst Gjergj Kastrioti “Skanderberg” im nördlichen Albanien gegen die Herrschaft des Osmanischen Reiches; später wird die (byzantinische) Fahne mit dem Doppeladler zum wichtigsten Nationalsymbol Albaniens.
1392 Etablierung der osmanischen Herrschaft (auf dem Balkan).
28. Juni 1389 Erste Schlacht auf dem Amselfeld (heutige Ortschaft Kosovo Polje in der Nähe von Prishtina; serbische Niederlage besiegelt den Zerfall des mittelalterlichen Serben-Reiches; Tod sowohl des serbischen (Fürst Lazar) als auch des osmanischen Anführers (Sultan Murat I.); anschließende Anerkennung der osmanischen Herrschaft durch Lazars Sohn Stefan; beginnende, weitflächige Expansion des Osmanischen Reiches auf dem Balkan; spätere Verklärung der Amselfeldschlacht in der serbischen Nationalerzählung (Sankt-Veits-Tag (Vidovdan)); Kosovo-Niederlage wird zum identitätsstiftenden, nationalen Mythos der Serben; Konstruktion des Kosovo-Mythos als ideologisches Bindemittel für den nationalen Zusammenhalt der serbischen Gesellschaft; Instrumentalisierung des ursprünglich religiösen Kosovo-Mythos für politische Zwecke, v. a. für den Widerstand gegen die osmanische und österreichisch-ungarische Fremdherrschaft.
1371 Tod von Stefan Dusans Sohn Uros in der Schlacht an der Maritza in Bulgarien gegen das auf den Balkan vorstoßende Osmanische Reich; beginnender Zerfall des Großserbischen Reiches.
1346 Erhebung des serbischen Erzbischof (Metropolit) Sava zum Patriarchen mit dem Amtssitz im Kloster der Dreifaltigkeit in Peć, das bis 1463 und abermals von 1557 bis 1766 (Aufhebung des Patriarchats durch das Osmanische Reich) Sitz des serbisch-orthodoxen Patriarchen ist; seit 1920 liegt der Amtssitz des Patriarchen der Serbischen-Orthodoxen Kirche in Belgrad; Erhebung des Bistums Ras zum Erzbistum.
1345 Krönung von König Stefan Uroš IV. Dušan (1331–1355) zum „Zaren der Serben und Rhomäer“; somit Erhebung des Anspruches auf die Nachfolge des Oströmischen (Byzantinischen) Reiches.
1331 – 1355 Größte territoriale Ausbreitung des mittelalterlichen Serben-Reiches unter König Stefan Uroš IV. Dušan; Kosovo bildet das Kerngebiet des serbischen Reiches.
1299 Gründung des Osmanischen Reiches.
1253 Sitz des serbischen Metropoliten wird von Ziča nach Peć (albanisch Peja, heutiges Westkosovo) verlegt; Symbol für Verschiebung des serbischen Machtzentrums und Kerngebiets von Raška (heutiges Südserbien) nach Kosovo (Amselfeld).
1219 Bistum Ras (vormals Teil des Erzbistum Ohrid) wird dem Erzbistum Peć und somit der Jurisdiktion der selbstständigen, serbisch-orthodoxen Kirche unterstellt; Gründung der serbisch-orthodoxen, autokephalen Kirche durch Stefan Nemanjics Bruder, dem Mönch Sava von Serbien (1169–1236), als erster serbischer Erzbischof (1219–1233); serbisch-orthodoxe Autonomie vom orthodoxen Patriarchat Konstantinopels.
1217 Krönung von Stefan Nemanjić, dem “Erstgekrönten”, zum König der Serben; Stützung des serbischen Reiches durch die serbisch-orthodoxen Nationalkirche; in der Folge zahlreiche Kloster- und Kirchengründungen vor allem im Gebiet Kosovos; Raszien wird zum Zentrum des serbischen Reiches der Nemanjiden, weshalb das serbische Reich europaweit Raszien genannt wird; Selbst-Titulierung der Nemanjiden als Könige von Raszien, der Küstenländer und Serben, aufgrund des Anspruchs Ungarns auf den serbischen Königstitel; die Region des heutigen Kosovo wird Bestandteil des Serben-Reiches der Nemanjić-Dynastie.
Um 1200 Serbische Expansion, Zurückdrängung Byzanz und Herausbildung des ersten serbischen Reiches unter der Herrschaftsdynastie der Nemanjiden; südliche Balkan-Ausdehnung des Nemanjiden-Reiches; in den folgenden zwei Jahrhunderten löst das Serbische Reich das Byzantinische Reich als vorherrschende Regionalmacht auf dem Balkan ab.
1195 Gebiet des heutigen Kosovos gerät unter serbische Vorherrschaft (bis 1389) des serbischen Großžupan Stefan Nemanja, der die Regionen Zeta, Raszien sowie die Adria-Küstenländer bis 1196 kontrolliert; Zugriff der serbischen Machthaber auf landwirtschaftlich fruchtbare Ebenen und reiche Silberminen in Trepca und Novo Brdo.
1180 Tod des byzantinischen Kaisers Manuel I. Komnenos; Beginn der Krise im Byzantinischen Reich.
Um 1170 Höhepunkt der Expansion des Byzantinischen Reiches; Feldzüge des byzantinischen Kaisers Manuel I. Komnenos aus der Region Kosovo gegen den serbischen Fürsten Stefan Nemanja.
1167 Stefan Nemanja, Stammvater der Dynastie der Nemanjiden, wird serbischer Großžupan; Vereinigung von Raszien und Zeta (ca. 1183); östliche Expansion des Herrschaftsgebietes.
Ende 11. Jahrhundert Raszien wird Teil des Herrschaftsgebietes des dioklitischen Fürsten Stefan Vojislav (Dioklitija, Zeta); Stefans Enkel, Konstantin Bodin, bestimmt Župan Vukan als Verwalter des Gebietes ein; Raszien wird zu einem zentralen politischen Gebiet; Ausbau der politischen Relevanz Raszien durch Uroš I. dem Älteren (serbischer Großžupan von Raszien zwischen 1118 bis 1140).
11. Jahrhundert Erste Erwähnung von “Albanern” als originär illyrische, latinisierte Bevölkerung durch einen Autor aus Byzanz; letzte Herrschaftsphase des Byzantinischen Reiches über das Gebiet des heutigen Kosovos (bis 1195, anschließende serbische Eroberung des Gebietes).
1091 – 1094 Grenzkonflikte zwischen byzantinischen und serbischen Truppen, die bis Ende des 12. Jahrhunderts und Anfang des 13. Jahrhunderts anhalten, bspw. im Raum Zvečan, im heutigen Nordkosovo gelegen; Ende des 12. Jahrhundert wird die strategisch wichtige Grenzburg Zvečan eingenommen.
1018 Das Gebiet des heutigen Kosovos wird Teil des byzantinischen Reiches und der byzantinischen Verwaltung unterstellt, jedoch entwickelt sich Kosovo nicht zu einer zentralen Provinz von Byzanz.
1014 Unterwerfung des bulgarischen Zar Samuil durch das Byzantinische Reich.
971 Eroberung der Zentren des Ersten Bulgarischen Zarenreiches durch das Byzantinische Reich.
Mitte 9. Jahrhundert bis 10. Jahrhundert Raszien bzw. Raška (später Sandschak Novipazar im Osmanischen Reich; Region zwischen dem heutigen Montenegro, Kosovo, Serbien und Herzegowina) ist zunächst Herrschaftsgebiet des byzantinischen Reiches, anschließend des bulgarischen Reiches; Mitte des 9. Jahrhunderts gerät das Gebiet unter die Kontrolle des zunehmend autonomen und ab 830 von Byzanz unabhängigen serbischen Fürstentums unter Großžupan Vlastimir (ca. 825 bis 860), der Stammvater der Dynastie Vlastimirić (Vlastimiren), eines der ältesten serbischen Fürstentümer.
814 Eroberung der Kosovo-Region durch das Erste Bulgarische Zarenreich, das bis 863/865 von den Proto-Bulgaren beherrscht wurde, die sich erst im 10. Jahrhundert zu slawischen, orthodoxen Volksgruppen entwickeln; Beginn der zweiten Christianisierung des Gebiets des heutigen Kosovos durch das zunehmend slawisierte Erste Bulgarische Reich, wodurch die erste Christianisierung des christlich-römischen Staates abgelöst wird.
ab 9. Jahrhundert Migrationsbewegung der alt-balkanischen Bevölkerung (Albaner und Vlachen) aus den Bergregionen der heutigen Kosovo-Region in die überwiegend von Slawen besiedelten Flachebenen (von der Viehzucht zum Ackerbau).
681 Gründung des Ersten Bulgarischen Reiches (bestehend bis 1018) durch die sogenannten Proto-Bulgaren (heidnische, turksprachige Stammesverbände).
Um 613 Beginn der Ausbreitung des Islams in Arabien durch den Propheten Mohammed.
7. Jahrhundert bis Anfang 9. Jahrhundert Entwicklung der ersten serbischen, christlichen Fürstentümer in der Region des heutigen Bosnien, Nordalbanien, Montenegro und Kosovo; Stabilisierung des Byzantinischen Reiches auf dem Balkan; Herrschaft byzantinischer Kaiser über das Gebiet des heutigen Kosovos.
Um 600 Nach dem Tod des oströmischen Kaisers Maurikios (602) verliert Byzanz die Vorherrschaft über das Gebiet der Provinz Dardania (und damit über weite Teile des heutigen Kosovos), das fortan von Slawen und Proto-Bulgaren besiedelt und beherrscht wird.
5. bis 7. Jahrhundert nach Christus Einwanderung und Landnahme slawischer und awarischer (beides heidnischer) Stammesgruppen (Vorfahren der heutigen serbischen Volksgruppe) auf dem Balkan infolge der Völkerwanderung; zunehmendes Zurückdrängen der spätrömischen bzw. frühbyzantinischen Kultur, deren balkanische Vorherrschaft erodiert; Gebiet des heutigen Kosovos wird zur umkämpften Grenzregion zwischen Oströmern, Slawen und Proto-Bulgaren.
395 nach Christus Infolge der römischen Reichsteilung durch Kaiser Diokletian gerät die Region des heutigen Kosovos unter byzantinische (oströmische) Herrschaft und bildet zusammen mit Teilen des heutigen Mazedoniens die Provinz Dardania innerhalb der Diözese Moesia; Beginn der (ersten) Christianisierung der Region des heutigen Kosovos.
380 nach Christus Erhebung des Christentums zur Staatsreligion durch Kaiser Theodosius I. im Römischen Reich.
313 nach Christus Konstantinische Wende (Mailänder Vereinbarung) und Beginn der Christianisierung des Imperium Romanum durch die römischen Kaiser Konstantin I. und Licinius.
285 – 305 nach Christus Neugliederung der römischen Provinzialverwaltung durch Kaiser Diokletian (bis 305 nach Christus); Neuschaffung der Provinz Dardania aus dem vorherigen Provinzverwaltungsgebiet Moesia superior (Obermösien).
268 – 270 nach Christus Herrschaft des aus der illyrischen Provinz Dardanien stammenden Claudius II. (Claudius Gothicus, Ehrentitel: Germanicus Maximus) als Kaiser Roms.
3./4. Jahrhundert nach Christus Abwehr der Angriffe von Germanen und iranischen Steppenvölkern auf das Römische Reich unter Mithilfe der in den balkanischen Provinzen ausgehobenen Legionen.
212 nach Christus Reform des römischen Bürgerrechts durch den römischen Kaiser Caracalla, wodurch alle Bewohner römischer Provinzen das römische Bürgerrecht genossen und Bürgerrechtsunterschiede beseitigt werden.
44 nach Christus Das Gebiet des heutigen Kosovos wird der Provinz Moesia superior (Obermösien) zugeteilt und damit endgültig in die Provinzialordnung Roms eingegliedert.
35 bis 33 vor Christus Infolge der Kriege Octavians in Illyrien wird die Region des heutigen Kosovos offiziell zur römischen Provinz erhoben.
59 vor Christus Gebiet des heutigen Kosovos wird der Provinz Illyricum zugeschlagen.
168 vor Christus Gebiet des heutigen Kosovos wird endgültig Protektorat des Römischen Reiches, nachdem die verbliebenen illyrischen Monarchien, darunter der illyrische König Genthios in Scodra (Shkodra, Nordalbanien), unterworfen werden.
seit 219 vor Christus Auseinandersetzung zwischen König Philipp V. von Makedonien und dem Römischen Reich (insbesondere im Zweiten Makedonischen Krieg), in dessen Folge Illyrien, darunter das Gebiet des heutigen Kosovo, an das Römische Reich fällt und die Bevölkerung zunehmend latinisiert wird.
Frühjahr bis August 335 vor Christus Feldzug des makedonischen Königs Alexander dem Großen, in dem die benachbarten Volksstämme, darunter die Illyrer, militärisch besiegt und unterworfen werden.
2. Jahrtausend vor Christus Besiedlung des heutigen Kosovo-Gebiets durch die Stammes- und Volksgruppen der Illyrer und Thraker.
6. Jahrtausend vor Christus Erste nachgewiesene menschliche Besiedelungen der Vinča-Kulturregion, in der das heutige Gebiet Kosovos liegt.
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